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Flüchtlingshilfe : Dänischenhagen folgt Gettorfs Beispiel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Flüchtlingsbeirat für das Amt Dänischenhagen in Vorbereitung / 50 Zuhörer bei erstem Informationsabend

Amtsvorsteher Sönke-Peter Paulsen zeigte sich überwältigt und freudig überrascht angesichts der gut 50 Interessierten, die zum Informationsabend zum Thema Flüchtlinge am Mittwoch ins Amt Dänischenhagen gekommen waren – mit einer derart positiven Resonanz hatte er nicht gerechnet. Ziel war es, die Menschen für eine ehrenamtliche Tätigkeit im Bereich der Flüchtlingshilfe zu gewinnen. Man wolle, so Paulsen, analog zum Gettorfer Flüchtlingsbeirat eine ehrenamtlich tätige Organisation aufbauen, welche die Flüchtlinge und Asylbewerber willkommen heißt, sie in alltäglichen Dingen unterstützt und ihnen dadurch das Leben in der neuen Umgebung erleichtert.

Zunächst erläuterte Alina Pahl, für Flüchtlinge zuständige Sachbearbeiterin im Sozialamt, den Weg der Flüchtlinge von ihrem Heimatland bis in die Gemeinden und das anschließende Prozedere des Asylverfahrens sowie die Lage im Bereich des Amtes Dänischenhagen. Sie wies darauf hin, dass die Zahl der dem Amt vom Kreis nach einem Quotenschlüssel zugewiesenen Flüchtlinge von acht Personen zu Beginn des Jahres 2013 auf mittlerweile 35 per anno gestiegen sei, die überwiegend aus Eritrea, Syrien und Serbien kommen. Eine Zahl, die sich nach Meinung von Amtsvorsteher Paulsen in absehbarer Zeit nicht verringern werde, eher das Gegenteil sei der Fall.

Pastorin Claudia Bruweleit aus Schinkel, das zur Gettorfer Kirchengemeinde gehört, berichtete anschließend von ihren Erfahrungen mit dem Flüchtlingsbeirat, den sie maßgeblich mitinitiiert hatte. Auch sie zeigte sich erfreut und überrascht über die hohe Teilnehmerzahl. Bruweleit erklärte, wo die Hilfebedarfe der Flüchtlinge liegen – in Dingen des täglichen Lebens. Die Ehrenämter unterstützen die Neuankömmlinge bei der Orientierung im neuen Zuhause, bei Behördengängen, Arztbesuchen oder beim Organisieren von Dolmetschern. Es geht um die Einbindung von Vereinen zur Stärkung sozialer Kontakte, um die Unterstützung der Kinder hinsichtlich des Schulbesuchs oder um ganz triviale Dinge wie Einkaufsfahrten zum Supermarkt. „Es gibt viele Möglichkeiten, Integration zu ermöglichen“, so Bruweleit. Als besonders wichtig nannte sie den Sprachunterricht. Aber vor Sprachproblemen in der Anfangszeit brauche niemand Angst zu haben: „Mit Händen und Füßen kommt man prima durch, wenn ein Lächeln dabei ist“. Ebenso wichtig sind Vernetzungen und das Erkennen der eigenen Grenzen der ehrenamtlich Tätigen, betonte die Pastorin, die zum Schluss feststellte, dass die Arbeit „eine ganz dankenswerte Aufgabe sei“. Dass Sprachkurse an oberster Stelle stehen, bestätigte auch Ingrid Heller vom Flüchtlingsbeirat in Altenholz, die von ihrer Arbeit berichtete und den Dänischenhagenern – über deren großes Interesse auch sie überrascht war - eine Kooperation anbot.

Alina Pahl, die darauf hinwies, dass es nicht um Wirtschafts-, sondern um politische Flüchtlinge geht, betonte nochmals die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit, da das Amt langsam an seine Grenzen stößt. „Bisher hatten wir nicht die Dramatik, so viele Ehrenämter zu benötigen. Jetzt aber suchen wir händeringend“. Die anschließenden Frage der Anwesenden gingen vom Alter der Flüchtlinge, über Fahrkostenerstattung bis hin zu versicherungstechnischen Fragen. „Wir können uns die schwierige Situation der Flüchtlinge gar nicht richtig vorstellen“, sagte Sönke Peter Paulsen am Ende der Veranstaltung und ermutigte die Zuhörer, sich in die ausliegenden Listen zur Teilnahme an der ehrenamtlichen Tätigkeit einzutragen. Mit Erfolg: 35 der Anwesenden trugen sich spontan ein und wollen tätig werden. Damit dürfte einer Willkommenskultur im Bereich des Amtes eigentlich nicht mehr im Wege stehen.

 

>Weitere Bürgerinnen und Bürger, die Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit haben, können unter der Telefonnummer 04349 / 80 91 02 Kontakt zu Alina Pahl vom Amt Dänischenhagen aufnehmen.


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erstellt am 14.Nov.2014 | 06:00 Uhr

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