"ECK"-Kennzeichen : Comeback nach 42 Jahren

Er hat nie auf sein 'ECK'-Kennzeichen verzichtet: Georg Symalla mit seinem 44 Jahre alten VW Käfer und dem Original-Kennzeichen. Foto: Archiv
Er hat nie auf sein "ECK"-Kennzeichen verzichtet: Georg Symalla mit seinem 44 Jahre alten VW Käfer und dem Original-Kennzeichen. Foto: Archiv

Der Wunsch vieler Eckernförder wurde bei Politik und Verwaltung erhört: Die alten "ECK"-Kennzeichen an Autos und Motorrädern sind wieder da.

shz.de von
04. November 2012, 08:59 Uhr

Eckernförde | Mit der Kreisgebietsreform im Jahr 1970 wurden die alten Kennzeichen nicht mehr neu erteilt, was vielen Eckernfördern weh getan haben muss. Denn nachdem Plakat- und Schilderhersteller Fritz Gey und Bürgermeister Jörg Sibbel vor eineinhalb Jahren die Initiative ergriffen und bei Kreis und Land wegen einer Wiederbelebung der alten Nummernschilder nachhakten, stießen sie auf große Zustimmung. Bei einer Umfrage auf dem Wochenmarkt sprachen sich sogar 70 Prozent dafür aus.
Der Wunsch wurde bei Politik und Verwaltung erhört: Seit Donnerstag können die Landkreise in Deutschland alte, einst abgeschaffte Kürzel für Autokennzeichen wieder einführen. In Schleswig-Holstein wird allerdings zunächst nur die Eckernförder Buchstaben-Kombination "ECK" reaktiviert. Weitere Anträge lagen beim Landesverkehrsministerium noch nicht vor.
Reservierungen ab 12. November möglich
Wann genau die Autofahrer ein neues Nummernschild in Händen halten können, konnte Günter Wischnewski, Leiter des Fachdienstes Verkehr beim Kreis Rendsburg-Eckernförde, noch nicht sagen. "Der Antrag ist am 31. Oktober dem Bundesverkehrsministerium zugeschickt worden. Das muss jetzt erst noch zustimmen."
Reservierungen für ein bestimmtes Nummernschild sind erst ab Montag, 12. November, möglich. "Wie und wo genau, das muss noch geklärt werden", so Wischnewski. Eines steht aber schon fest: Die Nummern auf den neuen alten Kennzeichen bleiben aus Platzgründen im dreistelligen Bereich.
"Wir haben ein Stück Heimat nach Eckernförde zurückgeholt"
Die Kosten für eine einfache Umkennzeichnung von RD auf ECK liegen bei 27,40 Euro. Wer ein Wunschkennzeichen möchte, zahlt zusätzlich 10,20 Euro und wer sich dieses noch vorher reservieren möchte, weitere 2,60 Euro. "Wer noch im Besitz des alten Kfz-Briefes ist, erhält bei der Umkennzeichnung die neuen Kfz-Zulassungsunterlagen", führt Wischnewski weiter aus. Dafür würden weitere 8,70 Euro fällig. Grundsätzlich gilt: Wer ein ECK-Kennzeichen haben möchte, muss nicht unbedingt in Eckernförde, wohl aber im Kreisgebiet wohnen.
"Wir haben ein Stück Heimat nach Eckernförde zurückgeholt", sagte Gey, als er von der Zustimmung der zuständigen Behörde erfuhr. Die Stadt habe viel verloren und abgeben müssen, jetzt habe man mit "ECK" auch wieder etwas zurückbekommen.
"Lohn für die Arbeit eines ganzen Jahres"
Einer, der sich das neue ECK-Kennzeichen holen wird, ist Bürgermeister Jörg Sibbel. "Ich freue mich, dass unsere frühzeitigen Bemühungen vor Ort Erfolg hatten", sagte er auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung. "Ich bin sicher, dass nicht nur Eckernförder, sondern auch Menschen aus dem Umland, dieses Angebot nutzen werden", so Sibbel weiter. Gleichzeitig zeigte sich der Verwaltungschef überrascht, dass in Schleswig-Holstein mit "ECK" nur ein altes Kennzeichen wieder beantragt wurde. "Der Dank gilt auch dem Kreistag Rendsburg-Eckernförde, der mit seinem Beschluss die Wiedereinführung auf den Weg gebracht hat", betonte Sibbel.
Als "Lohn für die Arbeit eines ganzen Jahres" hat der Geschäftsführer der Eckernförde Touristik und Marketing GmbH (ETMG), Stefan Borgmann, die bevorstehende Wiedereinführung der alten ECK-Kennzeichen gegenüber unserer Zeitung bezeichnet. Er freut sich über ein weiteres "Stück mehr Identität für Eckernförde". Die durchgeführte Bürgerbefragung auf dem Wochenmarkt vor einem Jahr auf dem Wochenmarkt habe eine sehr hohe Akzeptanz gezeigt, von RD auf ECK umzusteigen. Die ETMG werde mit gutem Beispiel vorangehen und sich die Kennzeichen ECK-TM (Touristik und Marketing) 100, 200 und so weiter für die betriebseigenen Fahrzeuge sichern. "Eckernförde war wieder einmal Wegbereiter" sagte Borgmann zu Eckernfördes Alleingang im Norden.

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