zur Navigation springen

Fachoberschule Technik : CNC-Technik Marke Eigenbau

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Fachoberschüler des Berufsbildungszentrums in Eckernförde haben in einer einwöchigen Projektphase eine CNC-gesteuerte Fräsmaschine aus Einzelteilen gebaut. Die Fräse wird über ein programmiertes Steuergerät bedient.

von
erstellt am 24.Feb.2016 | 06:10 Uhr

Eckernförde | In der automatisierten Fertigung läuft nichts ohne computergestützte Maschinen und Roboter. Man kennt das von den größeren metallverarbeitetenden Betriebe punker und Sauer & Sohn. CNC-Maschinen kann man für viel Geld kaufen, man kann sie aber auch selbst aus Einzelteilen zusammenbauen. Aber nur, wenn man über das nötige Fachwissen verfügt. Die neun jungen Männer der Klasse Fachoberschule Technik (FOT) am Berufsbildungszentrum Rendsburg-Eckernförde in der Fischerkoppel verfügen darüber und sind seit kurzem stolze Erbauer einer Dreiachs-CNC-Fräsmaschine – Materialwert nach Internetrecherchen und Preisvergleichen rund 1000 Euro, Know-how und Arbeitsleistung ein Mehrfaches davon.

Eine große Herausforderung, die Technologie-Lehrer Sven Ohrt nicht jeder Klasse zumuten würde, dieser aber schon, denn es sind sehr gut ausgebildete Leute, die eine qualifizierte, technische Berufsausbildung im Rücken haben, als Team hervorragend funktionieren und Spaß am eigenständigen Lernen und Entwickeln haben. Das Resultat dieser komplexen Unterrichtseinheit, die als einwöchiges Projekt angelegt war, fräst jetzt millimetergenau programmierte Schriftzüge, Zeichnungen oder Grafiken ins Holz und später auch ins Metall. Zur Demonstration fräste die Maschine gestern auf Knopfdruck und wie von Geisteshand gesteuert „FOT 15“ – den Namen der Klasse – in eine Holzplatte. Sogar einen Staubsauger haben die Techniker installiert, damit die Holzspäne nicht die beweglichen Teile und Lager verschmutzt. Alles ist möglich, alles eine Frage der Programmierung, des Maschinenparks und der Werkstoffe. Selbst dreidimensionale Werkstücke und Lasereinsatz sind bei entsprechender Programmierung und Bestückung möglich, das Prinzip ist das gleiche wie bei der kleinen Holzfräse.

Einkauf, Bauphase und Programmierung liefen in der FOT Hand in Hand. Arbeitsteilung und Teamwork waren angesagt: unten die Tischler, Holz- und Bautechniker, die im Null-Toleranz-Bereich Schienen und Schlitten montierten, oben die Elektroniker und Programmierer, die das Herz der Anlage, das Steuergerät, zusammenbauten und mit der Maschinensprache, dem G-Code, für die Einsätze „fütterten“. Keine leichte Aufgabe, denn die Programmierer mussten zunächst 600 Seiten in englischer Sprache studieren, bevor sie die richtigen Codes setzen konnten, sagt Elektroniker Tjark Lenschau, mit 20 Jahren der Jüngste in der Klasse.

Nach einem Jahr haben die neun Handwerksgesellen ihren Fachhochschulabschluss, ein anschließendes Studium ist das Ziel der engagierten jungen Männer. „Ein tolles Jahr, das bringt sehr viel“, sagt Bauzeichner Marco Siemonsen, mit 28 Jahren der „Senior“ der Klasse. Und ein ganz besonderer Jahrgang, wie Lehrer Sven Ohrt sagt. Die Projektarbeit verlief jedenfalls hervorragend – „das läuft auf eine 1 hinaus“, sagt Ohrt.

Schulleiter Bernd Wellhausen sieht durch solche Leistungen sein offensives Werben für die Technikfächer bestätigt. Er möchte die große berufliche und volkswirtschaftliche Bedeutung gerade der MINT-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik – stärker ins Bewusstsein junger Menschen rücken und ihnen die guten schulischen Ausbildungsmöglichkeiten am BBZ von den Berufsfachschulen über die Fachoberschule bis zum Beruflichen Gymnasium Technik ans Herz legen. Bewerbungen für das nächste Schuljahr werden bis zum 29. Februar entgegengenommen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert