boot in düsseldorf : Classic Forum setzt die Segel

Der Eckernförder Bernd Klabunde organisiert eine Ausstellung auf der weltweit größten Wassersportmesse „boot“ in Düsseldorf. Auf 560 Quadratmetern in Halle 15 befindet sich sein „Reich“.

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15. Januar 2015, 06:08 Uhr

Eckernförde | Sie ist die weltgrößte, an Land stattfindende Yacht- und Wassersportmesse, im vergangenen Jahr verzeichnete sie 250  000 Besucher: Die „boot“ in Düsseldorf bietet auch in diesem Jahr mit insgesamt 17 Ausstellungshallen Raum für mehr als 1650 Aussteller aus über 60 Ländern. Vom 17. bis 25. Januar haben Sonntags-Paddler, Bootsbesitzer und Wassersportinteressierte die Möglichkeit, insgesamt 1700 ausgestellte Boote vom Kajak bis zur 30 Meter langen und 7 Millionen Euro teuren Luxusyacht auf dem Messegelände zu entdecken. Inmitten der 17 Hallen mit 440 Werften, Händlern, Importeuren, Tauch- und Surfschulen, Ausrüstern sowie Imbiss- und Getränkeständen befindet sich die Halle 15, das „Reich“ von Bernd Klabunde (64) aus Eckernförde.

2005 das erste Mal mit dem Förderverein Deutsche Museumswerft auf der „boot“, führt der Bauingenieur und Kaufmann mittlerweile das organisatorische Zepter über ein Areal von 560 Quadratmetern und 44 Akteuren unterschiedlichster maritimer Bereiche und Nationen. Liebevoll von Hand restaurierte und gepflegte Segel- und Motorboote aus längst vergessenen Zeiten bilden das Herzstück des sogenannten „Classic Forums“.

„Wir sind kein kommerzieller Messestand, wir sind Bestandteil der Messe“, erklärt Bernd Klabunde. „Bei uns ist Aktivität angesagt. Wir bieten nicht nur ein volles Bühnenprogramm mit Filmen und Referenten zu den unterschiedlichsten Themen, an unseren Ständen kann man auch dem Holzbildhauer Michael Lichtschlag und dem maritimen Maler Olaf Rahardt über die Schulter schauen und live dabei sein, wie ein Boot gebaut wird.“ Besonders stolz zeigt sich der Wahl-Eckernförder auf die in den letzten Jahren gewachsene Gemeinschaft des „Classic Forum“: „Es ist ein Netzwerk an Leuten aus allen Ecken Deutschlands, das über die Jahre entstanden ist. Jeder freut sich darauf, die anderen wiederzusehen. Es macht wahnsinnigen Spaß mit der Truppe.“ Insgesamt elf Boote wird es in diesem Jahr im „Classic Forum“ zu sehen geben, darunter eine 22er Schäre aus dem Jahr 1939 und ein Finn-Dinghy von 1952.

Ein persönlicher Höhepunkt für Bernd Klabunde ist seit vier Jahren die Versteigerung maritimer Gegenstände, zusammengetragen unter anderem von den Aktiven des „Classic Forums“. Neben Seekarten, Lampen, Kompassen oder Modellschiffen können die Auktionsteilnehmer unter anderem das vollrestaurierte „Riva“-Motorboot „Tritone 156“ von 1961 mit einem Startpreis von 325  000 Euro oder das originale Ruderboot von Jungschauspieler Jonas Hämmerle aus dem Film „Wicky und die starken Männer“ ab 500 Euro ersteigern.

Die Organisation des „Classic Forum“ erfordert auch kaufmännisches Verständnis, „man kontaktiert die einzelnen Akteure, stellt eine Kalkulation mit den zu erwartenden Kosten für das Classic Forum zusammen und legt es der Messeleitung vor“, erklärt der 64-Jährige. Die Investition des Einzelnen halte sich dabei in Grenzen: „Die boot unterstützt uns immer kräftig“, lobt Klabunde. Darüber hinaus produziert der 64-Jährige eine Messezeitung für die Mitglieder des „Classic Forum“, erstellt Lage- und Anfahrtspläne, organisiert den Auf- und Abbau der Stände und kümmert sich nicht zuletzt um individuelle Belange der Akteure. Am Dienstag hat sich Bernd Klabunde wieder auf den Weg nach Düsseldorf gemacht, um rechtzeitig vor Ort zu sein, wenn der Aufbau beginnt und die ersten Anhänger mit Booten vorfahren. „Der Aufwand ist natürlich groß, aber solange ich gesundheitlich dazu in der Lage bin, mache ich weiter. Es macht einfach Spaß, die Besucher fühlen sich sauwohl bei uns. Und die Truppe ist wie eine Familie. Wenn ich jedes Jahr neue Leute zusammenstellen müsste, würde ich es auch nicht mehr machen“, so Bernd Klabunde.

>www.classic-forum.org


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