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Wittenseer Geschichte : Chronik lässt noch auf sich warten

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Reinhard Burath (67) arbeitet weiter an der Groß Wittenseer Dorfchronik / 2016 soll aber zunächst die Gildechronik in den Druck gehen

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erstellt am 15.Sep.2015 | 11:45 Uhr

Ein paar Jahre wird Reinhard Burath noch recherchieren, sammeln und schreiben. „2018 soll zumindest der Entwurf fertig sein“, so der Groß Wittenseer über die Entwicklung der Dorfchronik. Dann ist es rund zehn Jahre her, dass sich der Chronikkreis der Volkshochschule erstmals getroffen hat, um das Projekt anzuschieben. Zwölf Personen waren es damals, die sich zum Ziel gesetzt haben, eine Dorfchronik für die Gemeinde, die 1327 erstmal urkundlich erwähnt wird, zu erarbeiten. Federführend ist es nun der 76-jährige Reinhard Burath, der die Geschichte der 700 Jahre alten Gemeinde akribisch in Wort und Bild nacherzählt. „Viele im Dorf unterstützen mich aber“, betont er. Das sei vor allem Karl Thoms, der ihn immer wieder mit neuen Informationen „füttere“ und Geschichte von damals ausgrabe. „Als langjähriger Kaufmann kennt der natürlich alle im Dorf“, sagt Burath über seine beste Quelle. Zudem habe er ein tolles Gedächtnis. Eine große Hilfe sei gerade in der Anfangszeit der mittlerweile verstorbene Harald Ammann gewesen. Der Holzbunger hatte bereits für seine Heimatgemeinde eine Chronik erstellt und stand den Groß Wittenseern mit Rat und Tat zur Seite. Aber da sind auch Henny Naeve, Norbert Skwara, Dr. Telse Stoy und Karl Schröder, die der Chronist immer wieder ansprechen könne. Von Henny Naeve hat zuletzt alte Wahlzettel bekommen, die passten gut in das Kapitel über die Parteien. „1970 gab es noch eine FDP im Dorf“, erzählt Burath. In Jahrbüchern, Tageszeitungen, Archiven und Vereinschroniken wurde Burath außerdem fündig.

Mittlerweile hat Reinhard Burath fast 900 Seiten fertig. „1200 werden es sicherlich werden“, schätzt er. So sei auch noch nicht absehbar, ob die Chronik in ein oder zwei Bänden herausgegeben werde. Textlich will sich Reinhard Burath lieber kurz halten, „auf die Bilder kommt es an“, sagt er. Zehn Kapitel sollen es werden, diese Gliederung steht soweit. Nach der Geschichte, beginnend mit der Eiszeit, die die Hüttener Berge und den Wittensee prägte, folgen Kapitel zur Natur, der Landwirtschaft, Handwerk und Gewerbe, Kultur, Politik und den Vereinen. Das letzte Kapitel spart sich der Autor für Besonderheiten rund um die Gemeinde auf, beispielsweise für die Geschichte um das Kriegsschiff „Wittensee“. Das Kapitel über die Vereine sei das aufwendigste. Denn allein über diese könne man ganze Chroniken veröffentlichen, was auch teilweise schon geschehen ist. Der Schützenverein feierte 2012 sein 100-jähriges Bestehen, auch hier zeigte sich Burath als Autor verantwortlich. Und parallel zur Dorfchronik hat der ehemaliger verdi-Funktionär ein weiteres Projekt angenommen. „2016 wird die Gilde 100 Jahre alt und der Mühlenverein 25“, sagt Burath. Im Oktober hat der Vorstand der Gilde eine Sitzung, dort will er das Konzept vorstellen. Im Juni 2016 zum großen Jubiläum muss die Chronik dann fertig sein. Und spannende Geschichten wird es auch hier geben. „Eine Gildekönigin gab es erstmals 1962, das war Helma Möckelmann“, so Burath. Das älteste Dokument, das der Chronist gefunden hat, stammt aus dem Jahr 1819. „1882 sind viele Gildebücher verbrannt“, erzählt er. Das Gildebuch von 1884 hat er aber noch im Original.

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