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Eckernförder Zeitung

17. Dezember 2017 | 02:17 Uhr

Chrom und Lack ohne Altersfalten

vom

Entstanden aus einer Schnapsidee / Zweites Oldtimertreffen auf Gut Damp / Eintracht von Autos und Treckern / Großes Lob für Veranstalter

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2013 | 10:02 Uhr

damp | Was sich da am Sonntag in Damp präsentiert hat, ist das Ergebnis von Begeisterung, Organisationstalent und viel Unterstützung. Anlässlich des zweiten freien Oldtimertreffens beleben Reihen von Fahrzeugen aus mindestens sechs Jahrzehnten das Kopfsteinpflaster von Gut Damp, pirschen Neugierige um Chrom und Lack. Liebevoll restaurierte Autos und Trecker glänzen in der Sonne oder funkeln im kurzen Regenschauer, die Tropfen perlen vorschriftsmäßig ab vom gepflegten Lack. Feuerwehrauto Julchen, ein Opel Blitz von 1959, buhlt mit einem Jaguar E-Type um das schönere Rot; ein Magirus Deutz von 66 leuchtet eine Spur saftig-grüner als der Nachbar von 1968 - dessen Farbe hatte sich da ab Werk schon verändert. "Das mit den Autos ist ursprünglich Hobby. Und dann entstand die Collection Schwansen aus einer Schnapsidee heraus", erzählt Mike Reinecke.

Patrick Leisau und er, die umtriebigen Macher dieser Veranstaltung, saßen eines Abends mit Graf Reventlow zusammen, sprachen über ihre verschiedenen Young- und Oldtimer und die damit verbundenen Ideen (Vermietung, Olditreffen), als der plötzlich fragte: "Und warum macht ihr das nicht hier, in der Gerstenscheune?" Das Ergebnis konnte man nun bewundern: Nach über einem Jahr gemeinschaftlicher Arbeit an Statik, Dach und Elektrik ist die historische Oldtimerscheune bezugsfertig und präsentiert sich, bestückt mit wechselnden Schätzen aus der Sammlung, der Öffentlichkeit. Besonderheit in der Mitte: Hier steht noch eines der alten, silberfarbenen Getreidesilos. An zwei Seiten aufgeschnitten und damit befahrbar, bietet es nun, ausgefallener als auf jedem internationalen Autosalon, die unnachahmliche Kulisse für schöne und lieb gewonnene Fahrzeuge.

Trotz der unsicheren Wetterlage rollen die Fahrzeuge im Minutentakt durch die Hofeinfahrt, freundlich begrüßt von Mike Reinecke ("Freundlichkeit ist ein Bumerang"). Auch in diesem Jahr wieder dabei: vierzehn Freunde aus dem Bermudaviereck IZ, RD, NMS und KI mit ihren sieben Autos. Die Käfer aus den Siebzigern, der schwarze BMW von 1952, ein grünes Mercedes Cabriolet von 1964 und der schwarze Rekord A von 1963 stehen aufgereiht vor Picknicktischen und mitgebrachtem Mittagsimbiss. Noch scheint die Sonne, bei bester Laune schafft es die Truppe bis zu Kaffee und Kuchen, als ein kurzer Schauer dafür sorgt, dass sämtliche Verdecke wie in einem Technikballett synchron geschlossen werden.

Kein Verdeck hat der Deutz D 3005 (Baujahr 1966, Höchstgeschwindigkeit 20km/h) von Alfred Zöhner aus Dörphof, den er Schraube für Schraube, Blech für Blech neu aufgebaut hat. "Mit Verdeck kann jeder", lacht die treckerbegeistere Ehefrau. "Auf einer Tour wurde ich mal komplett durchnässt. Da habe ich mich eben später umgezogen." Ihr Mann nickt: "Vielleicht noch mal eine Halterung für einen Sonnenschirm, aber sonst..." Nach einem großen Lob für die Veranstalter, an dem Tag nicht das einzige Mal, gibts zum Abschluss noch eine Anekdote, die das Treckerleben schreibt: "An einer Kreuzung bei Kosel ließ uns mal eine Frau vor. Dann sah man, wie ihr Gesicht immer länger wurde." Die Dame hatte nämlich übersehen, dass da noch 30 weitere Trecker kamen. Und trotzdem, am Ende wird auch sie wieder gegrinst haben. So ist das nämlich mit alten Autos und Treckern: Sie machen Freude, wo immer sie auftauchen.

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