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Eckernförder Zeitung

16. Dezember 2017 | 20:16 Uhr

Orkan : „Christian“ pustet Eckernförde um

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der erste Herbststurm des Jahres entwurzelt unzählige Bäume im gesamten Stadtgebiet. Zahlreiche Häuser und Autos wurden beschädigt, viele Menschen mussten verletzt ins Krankenhaus.

von
erstellt am 29.Okt.2013 | 06:03 Uhr

Ausnahmezustand in Eckernförde. Am Nachmittag fegte der erste schwere Herbststurm mit Orkanböen bis 120 km/h durch das Ostseebad. Der Orkan war so heftig, das selbst große Bäume reihenweise entwurzelt wurden, Straßen blockierten, Häuser und Autos beschädigten. Es gab kaum eine Straße, in der nicht Bäume umstürzten oder Äste herabfielen. Die B 76 Richtung Norden war durch einen umgestürzten Baum für Stunden blockiert, auch Richtung Kiel ging nichts mehr. In der Innenstadt staute sich der Verkehr. Der Bahnverkehr musste eingestellt werden. Feuerwehr, THW, Polizei und Notärzte waren fieberhaft im Einsatz. Das Orkantief wütete rund zwei Stunden, gegen Abend flaute es etwas ab.

Nach ersten Informationen aus dem Krankenhaus gab es zahlreiche Verletzte – vielen Menschen fielen Äste auf den Kopf. Der Sachschaden an Gebäuden und Fahrzeugen ist immens. Die Freiwillige Feuerwehr Eckernförde ging nach ersten Schätzungen von 70 Einsätzen im Stadtgebiet aus. Unterstützt wurde sie vom Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) und der Stadtgärtnerei. Abends stieß die Feuerwehr des Marinestützpunkts dazu.

Gleich mehrere Dächer wurden im Wiesenredder durch eingestürzte und entwurzelte Bäume beschädigt – darunter auch eine rund 90 Jahre alte Birke. Wie eine Anwohnerin berichtete, war es zu einer unglückliche Kettenreaktion gekommen: Demnach sei zunächst eine Eiche von der gegenüberliegenden Straßenseite auf die Birke gekippt. Der Sturm und die Last des anderen Baumes, brachten den rund 20 Meter hohen Riesen zu Fall. Der krachte auf das Dach eines Wohnhauses. Die riesige Wurzel durchbrach dabei die gepflasterte Straße und drückte ein an dieser Stelle parkendes Auto auf die Seite. Das Technische Hilfswerk war angerückt, konnte aber am frühen Abend nur das Nachbarhaus von einer kleineren Birke befreien. „Da müssen wir nochmal anrücken, wenn es ruhiger ist“, erklärte ein Mitarbeiter. Mindestens sechs Stunden werde die Bergung des Baumes dauern.

Auch andere Häuser wurden von umstürzenden Bäumen beschädigt, zum Beispiel ein Einfamilienhaus in der Straße Am Lachsenbach, auf das eine große entwurzelte Lärche stürzte, oder das Krankenhaus in der Schleswiger Straße, dessen Cafeteriadach von umstürzenden Pappeln in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Häufiger waren Autos betroffen: Am Noor war eine große Pappel auf den VW einer Mitarbeiterin des dortigen Architekturbüros gekippt, der wahrscheinlich einen Totalschaden davontrug – als Auto war der Wagen unter den mächtigen Ästen nur bei näherem Hinsehen zu erkennen. Auch auf dem Parkplatz Fischerkoppel war ein Baum über mehrere Autos gestürzt, ebenso am Dr.-Karl-Möller-Platz.

Während vielerorts Feuerwehr und THW die Straßen freiräumten, nahmen die Anwohner des Bystedtredders die Astschere selbst in die Hand. Sie hatten die Äste eines umgestürzten Baumes mit Handsägen entfernt und so den Durchgangsverkehr wieder möglich gemacht. Den Schaden am alten Wasserturm konnten sie jedoch nicht beheben: Rund ein Drittel des Turms wurde vom Sturm abgedeckt.

Viele Bürger waren sich einig: Dass in so kurzer Zeit so viele Bäume entwurzelt wurden, hatten sie noch nicht erlebt, auch nicht die alteingesessenen. Kurzzeitig setzte in Teilen der Stadt der Strom aus, die Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel warteten an manchen Haltestellen über eine Stunde auf die Busse, weil diese im Stau steckten.

> Die Eckernförder Zeitung bedankt sich bei allen Lesern, die Bilder von Sturmschäden eingesendet haben. Sie konnten leider nicht alle veröffentlicht werden.

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