zur Navigation springen

Städtefreundschaft : Chorreise soll Partnerschaft beleben

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kantorin Susanne Schwerk und 20 Sänger begleiten Bürgermeister Carlo Ehrich über Pfingsten nach Paldiski

Altenholz | Die Städtepartnerschaft zwischen Altenholz und dem estnischen Paldiski feiert im nächsten Jahr bereits ihr zehnjähriges Bestehen. In den vergangenen neun Jahren gab es zahlreiche Besuche und Gegenbesuche im Austausch der beiden Nationen. Kultur, Landschaft und Menschen wurden einander nähergebracht, Reisen, Praktika und Ausstellungen organisiert. Über Pfingsten steht in diesem Jahr die Musik an erster Stelle. Etwa 20 Chormitglieder aus Altenholz werden unter anderem mit Kantorin Susanne Schwerk und Bürgermeister Carlo Ehrich die Reise in den baltischen Staat antreten. Im Oktober dieses Jahres ist ein Gegenbesuch geplant. Ein Informationsabend im Ratssaal widmete sich daher noch einmal sehr ausführlich dem Austausch zwischen den Städten und versorgte Interessierte mit politischen, historischen und sozialen Informationen über Estland.

„Die vergangenen Treffen hatten meistens einen eher offiziellen Charakter“, sagte Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD). Man habe sich überlegt, wie man auch den privaten Austausch noch mehr fördern könne. Musik, das hob Pille Zieplies vom Estnischen Honorarkonsulat Kiel noch einmal deutlich hervor, hat in der Geschichte des Baltikums einen großen Stellenwert. Die „singende Revolution“ (1987 bis 1991) habe Estland den demokratischen Umschwung gebracht. Die politischen und historischen Hintergründe des Landes führte Rainer Wiechert vom Schleswig-Holsteinischen Wirtschaftsministerium, Stabsstelle Baltic Sea Region Programme, seinem Publikum in einer ausführlichen Präsentation vor Augen. DRK-Landesverbandspräsident Henning Kramer informierte über die offizielle Zusammenarbeit des Deutschen Roten Kreuzes und dem Roten Kreuz in Estland seit 2011. Aus 17 Jahren Zusammenarbeit mit Partnerkirchen kennt er das Land schon damals und ist mehr als 200 Mal in den baltischen Staaten gewesen. Ein zentrales Ziel heute: Die Zusammenarbeit im Aufbau eines Organisationsplans für Flüchtlingsbetreuung. Und auch der Austausch zwischen Alten- und Pflegeheimen wird großgeschrieben. Ende Mai sollen 80 Betten aus deutschen Einrichtungen nach Estland gebracht werden. Einen großen Teil bisheriger Hilfsgütertransporte von Pflegebetten, Bettwäsche, Rollstühlen und Kleidung für 15 bedürftige Einrichtungen in Estland hat der Landesverbandspräsident des DRK am Steuer eines Lastwagens selbst übernommen. „Vieles in einer Partnerschaft geht aber nicht so schnell, wie wir es uns in unseren Gedanken vorstellen“, sagte er und verwies dabei auf die kritische wirtschaftliche Situation von Arbeitslosen und Rentnern in Estland. „Ich freue mich jedenfalls, dass der Austausch wieder neue Impulse zeigt“, begrüßte er am Dienstagabend das Vorhaben der Chorreise.

Bürgermeister Carlo Ehrich zeigte schließlich Fotos von vergangenen Reisen nach Estland. Darunter ein Besuch des estnischen Gymnasiums im vergangenen November, Aufnahmen der malerischen Landschaft des baltischen Staats, ein Feuerwehrbesuch von 2004 und die Hafenstadt Tallin. „Die sollte man sich wirklich anschauen“, zeigte er sich begeistert und schwelgte regelrecht in Erinnerungen. Auch Bilder vom Sommerfest 2011 waren dabei. Ehrich hob die gastfreundlichen Menschen hervor, die ihnen tolle Einblicke in ihr Land gewehrt haben.

Der Abend endete mit einer Präsentation der Stadt Paldiski, die Bürgermeister Ehrich aus Estland zur Verfügung gestellt worden war. Sie fasste noch einmal geschichtliche Daten zusammen, zeigte die Lage an der Ostküste der Ostsee, verwies auf die Infrastruktur mit dem modernen und internationalen Schienennetz und stellte die wirtschaftliche Entwicklung durch einen Windpark dar. Der Plan für die Zukunft (2015 bis 2020): eine Ölraffinerie sowie ein Industrie- und Wissenschaftspark. Bis 2024 soll Paldiski zudem über das fundierteste Fachwissen erneuerbarer Energien verfügen. Momentan sei die Stadt ein noch ungeschliffener Diamant, bis 2029 würde sie aber zum Juwel der Ostsee werden – so der Ausblick Paldiskis.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen