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Höfliche Schüler und viele Gefallen : Charme-Offensive an den Eckernförder Schulen

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Jeder Gefallen zählt: Die Aktion der Schulsozialarbeit und der Schulen „Frieden vermehrt sich, wenn man ihn teilt“ läuft sehr erfolgreich. An allen städtischen Schulen geht man in diesen Tagen freundlich miteinander um.

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erstellt am 04.Mai.2016 | 06:52 Uhr

Eckernförde | An den städtischen Schulen herrscht dieser Tage ein ganz besonders freundlicher Umgangston. Man geht besonders nett und rücksichtsvoll miteinander um, hält Türen für seine Mitschüler auf, schenkt ihnen etwas oder macht nette Komplimente wie „Du hast aber schöne Haare“. Egal, welche Schule man in dieser Woche besucht hat – überall das gleiche Bild. Auslöser dieser ansteckenden Charme-Offensive ist die Friedenswoche, genauer das von den fünf Schulsozialarbeitern Barbara Müller, Christian Pfluger, Katja Sommer, Birte Stoffers und Daniel Frank zusammen mit den Schülerparlamenten (Grundschulen) und den Schülervertretungen (weiterführende Schulen) entwickelte Konzept „Frieden vermehrt sich, wenn man ihn teilt“. Und genau das passiert gerade hundertfach. Die Schüler finden großen Gefallen am Gefallen und denken sich ständig neue Nettigkeiten aus, die auf kleine Klebezettel (Post-It) geschrieben und die dann hundertfach in die großen „Peace“-Zeichen geklebt werden.

Auch gestern herrschte in der Mensa der Grund- und Gemeinschaftsschule Standort Nord (GGS Nord) am Pferdemarkt großer Andrang in den Pausen. Vanessa Jobst und Antonia Rathmann notierten fleißig die getätigten Gefallen der Schüler, hinten drauf der Name und dann ab aufs Peace-Zeichen – alles auf Vertrauensbasis, wie Schulsozialarbeiter Christian Pfluger und der Vorstandsvorsitzende der SV, Fynn Lütt, extra betonten: Ehrlichkeit und Vertrauen sind bei dieser Aktion Programm.

Und so finden sich unter anderem folgende Gefallen auf dem Friedenssymbol: Ich hab einen Kumpel umarmt, Bücher weggeräumt, Tür aufgehalten, Kompliment gemacht, Geld geliehen, Schokoriegel für einen Freund gekauft, Tasche getragen, bei den Hausaufgaben geholfen – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Bis zum späten Vormittag waren über 50 Gefallen notiert und das Peace-Zeichen so gut wie gefüllt. Frederik Tiilikainen (16) hat seinem Freund den Schuh zugebunden, das kann dieser zwar auch selbst, aber er wollte ihm einen Gefallen tun und eine gute Tat vollbringen. Auch Schulsozialarbeiter Christian Pfluger hat sich beteiligt – er hat alle Schüler persönlich begrüßt.

Eine Abordnung der GGS Nord ist seit Montag bis heute auch an der Richard-Vosgerau-Schule gefordert,, um die Grundschüler zu unterstützen. „Sehr enthusiastisch, da geht es zu wie bei einem Wettkampf, sie wollen so viele Zettel wie möglich ausfüllen“, sagt Kenneth Lohmann (16), der mit Kerstin Röschmann (16) gerade vom Einsatz in der Bergstraße zurückkam. Die Grundschüler zeigten sich hochmotiviert und kämen bis zu acht Mal in einer Pause, um einen Gefallen zu melden. Und für jeden Gefallen, der einem Schüler getan wurde, sollte dieser einen Gefallen an zwei andere Schüler weitergeben.

Die Schüler aller Schulen, die Schulsozialarbeiter und die Lehrer haben ihre helle Freude an der Aktion und großen Resonanz. Leider endet die Schulwoche wegen Himmelfahrt und des Brückentages bereits heute, diese Aktion hätte eine längere Halbwertszeit verdient. Aber vielleicht klappt’s ja auch ohne Klebezettel und Peace-Zeichen.

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