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Früherer HSV-Stürmer : Charly Dörfel: Eine Fußballlegende zu Besuch in Eckernförde

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Jutta und Harry Hansen aus Eckernförde verbindet eine Freundschaft mit dem ehemaligen HSV-Stürmer Gert „Charly“ Dörfel.

Eckernförde | Der Name Gert Friedo „Charly“ Dörfel ist heute nur noch den älteren Lesern ein Begriff. Als legendärer Linksaußen hat er in etwa 900 Spielen des Hamburger Sportvereins HSV über viele Jahre dessen Erfolge mitbestimmt. Der geniale Partner von Uwe Seeler sorgte mit seinen vorgelegten Flanken für das ein oder andere legendäre Kopfballtor des HSV-Stürmers. Die beiden verstanden sich perfekt und wurden deshalb 1992 vom Sport-Magazin als „Traumpaar des Jahrhunderts“ geehrt. Dennoch trennten sich später ihre Wege und während sich Seeler einen Namen als gefeierter Nationalspieler machte, blieb Dörfel eine solche Bilderbuchkarriere verwehrt. Er spielte bis 1971 beim HSV, danach ein Jahr in der zweiten Bundesliga und schließlich von 1975 bis 1977 in den Ligen von Südafrika und Kanada.

Mit seiner Frau Lidia lebt er heute in Meckelfeld bei Hamburg, doch oft führt ihn sein Weg zu seinen Freunden Jutta und Harry Hansen nach Eckernförde. Erst in der vergangenen Woche war er wieder dort und ließ sich vieles, was in Eckernförde neu entstanden ist, zeigen. Dieses Mal kam er in Begleitung des ehemaligen HSV-Sportskameraden Reinhard Löffler und dessen Frau Renate. Das war auch gut so, denn nach gerade überstandener Hüft-OP in Hamburg sollte sich Dörfel schließlich noch schonen und konnte die Eckernförder Innenstadt nur im Rollstuhl erkunden. Die linke Hüfte des „linken, flinken Wiesels“, wie er auch genannt wurde, musste erneuert werden. Charly Dörfel nimmt es gelassen und trägt es mit Humor, schließlich ist er auch weithin als „der Fußball-Clown“ bekannt.

Kennengelernt haben sich Dörfel und das Ehepaar Hansen in einer Strandbar im türkischen Side vor sechs Jahren. Aus einer Urlaubsbekanntschaft wurde eine Freundschaft. So manche Anekdote rankt sich um das Fußballerleben Charly Dörfels. So hat er beispielsweise nach einer Verwarnung während eines Spiels dem Schiedsrichter mit Absicht einen falschen Namen genannt („Meier“) und wurde daraufhin prompt vom Platz gestellt. Harry Hansen meint, dass „ihn diese leichte Art durchaus die Karriere in der Nationalmannschaft gekostet hat, denn die damaligen Nationaltrainer Sepp Herberger und Helmut Schön konnten mit Dörfels lockerer Art und seinen ständigen Scherzen nichts anfangen.“ Charly Dörfel reiste 1966 somit nicht mit zur Weltmeisterschaft nach England.

Bei den zahlreichen Besuchen von Charly Dörfel in Eckernförde oder der Hansens in Meckelfeld wird natürlich viel über die vergangenen Zeiten des Fußballlebens geplaudert. Die beiden Familien kennen sich zwar erst sechs Jahre, aber sie fühlten von Anfang an eine ehrliche Freundschaft füreinander. Hansen berichtet von einem von Dörfel 2013 organisierten „Oldie-Treffen“ mit den HSV-Größen Seeler und Kaltz und gerät natürlich ins Schwärmen: „Der Charly besitzt in seinem Haus ein Museum mit vielen Erinnerungsstücken aus seiner großen Zeit. Zudem ist er ein großer Elvis-Fan und wäre sehr gern selbst Rock’n’Roller geworden.“ Zumindest einen Versuch in Richtung Schallplatte hat Dörfel gewagt, als er 1965 eine Single (Das kann ich Dir nicht verzeih’n/ Erst ein Kuß) aufnahm. Der wahre Durchbruch ist ihm damit zwar nicht gelungen, aber immerhin hat er um die 20.000 Platten von diesen „Schmachtfetzen“ verkauft. Und in Eckernförde bei den Hansens liegt bestimmt auch eine davon.

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erstellt am 30.Okt.2015 | 05:45 Uhr

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