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Eckernförder Zeitung

18. Dezember 2017 | 14:19 Uhr

Hörvergnügen : Central-Park-Hits an der Ostsee

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Gruppe Central Park bringt mit vielen Instrumenten die Hits von Simon & Garfunkel in die Eckernförder Stadthalle

shz.de von
erstellt am 06.Jan.2014 | 06:29 Uhr

Vor dem roten Vorhang der Stadthallenbühne sitzt eine junge Frau mit Gitarre (Julia Schirdewahn) auf einem Barhocker und singt. Ihre glasklare Stimme verzaubert und fasziniert die rund 200 Zuschauer vom ersten Ton an. Zwei Männer treten auf die Bühne, flaxen herum, nehmen ihren Platz ein. Das müssen Paul (Simon) und Artie (Garfunkel) von „Central Park“ sein, die Eckernförde Sonnabendabend nach „America“ entführen, es mit „Mrs. Robinson“ und „Cecilia“ zusammen bringen und dann gemeinsam über die „Bridge over Troubled Water“ locken, die „Sounds of Silence“ genießen möchten.

Die Sänger und Gitarristen der Simon & Garfunkel-Coverband, Rolf Schirdewahn und Jörg Borowski, zupfen und singen sich wie ihre großen Vorbilder zweistimmig und zart ins erste Stück, als die Musik plötzlich an Tiefe gewinnt, Bass hinzu kommt, dann Drums. Ein Hauch von Enttäuschung macht sich breit – doch mit Playback heute Abend...? Mitnichten! Der Vorhang geht auf, die gesamte Bühne steht voller Instrumente. Da sind Flügel, Saxofone, Kontrabass, eine Menge Gitarren, E-Bass, Drumkit und diverse Percussionsinstrumente. Die Band (Gerhard Birkenbach/Sax, Rainer Klosinsky/Bass, Thorsten Hansen/ Keyboards und, sehr smart, Jan Borowski/Drums und Gitarre) spielt, die Menschen erkennen ihre Lieblingssongs, auf den Plätzen regt sich was, die Hände beginnen zu zucken, die Füße zu tippen, gegen Ende hin ist Sitztanz das Ventil der Wahl.

Borowski, immer strahlend, immer bester Laune, scherzt sich charmant durchs Programm. „Die Stücke scheinen wieder erkannt zu werden, das ist schon mal ein gutes Zeichen...“ Kommentiert den Applaus: „Rolf, weißt du, was sie versuchen? So zu tun, als wären sie 500 000. Klappt schon ganz gut.“ Der Angesprochene, nackenlanges silbernes Haar, rotes Jackett, steigt darauf ein, als Borowski gegen Ende das Unabwendbare ausspricht: „Es gibt immer ein erstes Lied; und es gibt ein letztes Lied...Ja, wie bei der Wurst...“ Bremst sich, fügt hinzu: „Ok, man merkt, dass wir mal Tanzmusik zusammen gemacht haben.“ Und hat damit irgendwie Recht.

Dennoch, irgendwie scheint die Truppe an dem Abend nicht so ganz auf Zack gewesen zu sein. Texthänger, zeitweise gestörtes Zusammenspiel, Stimmen, die den delikaten Stücken nicht immer gewachsen waren und der leider manchmal breiige Sound schmälerten das ansonsten große Vergnügen der Zuhörer. Zwei Damen verlassen das Konzert in der Pause: „Zu laut und zu laienhaft...“ ihr Kommentar. Das ist schade. Urteilt doch Zuhörer Roland Geruschkat ganz anders. „Das sind unheimlich gute Musiker, vor allem der in Rot, wirklich richtig gut. Die Soundprobleme denkt man sich mal weg.“ Auch Ursula Winks und Mann freuen sich über den Abend. „Es ist sehr nett. Mal was anderes, eine nettere Atmosphäre als in der großen Ostseehalle. Und das Gitarrenspiel ist etwas Besonderes.“ ‚Wunderschön’ („Old friends“ oder „Hazy shade of Winter“) und ‚na ja’ („Bridge over Troubled Water“) lösen sich ab an diesem Abend. Mit der Bitte an das Publikum, sich zu erheben, um auch den Technik-Mann hinten im Saal vorzustellen, verbindet Borowski eins: „Mit so einem billigen Trick erschleichen wir uns Standing Ovations.“ Hatten sie gar nicht nötig – die gab das Publikum der Band am Ende auch so. Ehrlich und begeistert.

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