Neujahrsempfang der CDU mit Ministerpräsident : CDU will Stillstand in der Stadt beenden

Ministerpräsident Daniel Günther (3. von r.) war der Ehrengast auf dem Neujahrsempfang der CDU Eckernförde (v. l.): Heinz-Michael Kornath, Karin Himstedt, Hendrik Söhler von Bargen, Katharina Heldt, Marcia Jankwitz und Georg Bicker.
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Ministerpräsident Daniel Günther (3. von r.) war der Ehrengast auf dem Neujahrsempfang der CDU Eckernförde (v. l.): Heinz-Michael Kornath, Karin Himstedt, Hendrik Söhler von Bargen, Katharina Heldt, Marcia Jankwitz und Georg Bicker.

130 Gäste freuten sich am Sonnabend im Stadthallenrestaurant auf den Besuch von Ministerpräsident Daniel Günther. Die CDU stimmt sich auf die Kommunalwahl am 6. Mai ein.

shz.de von
15. Januar 2018, 05:25 Uhr

Treffender hätte Katharina Heldt es nicht ausdrücken können: „Lieber Daniel, du bist schon ein Zugpferd.“ Der Andrang beim Neujahrsempfang der CDU Eckernförde am Sonnabendnachmittag war entsprechend groß: Nicht jeder der rund 130 Gäste fand im Stadthallenrestaurant einen Stuhl. Stehend mit Applaus begrüßte das Publikum Ministerpräsident Daniel Günther und verzieh ihm sofort, dass er einige Minuten zu spät kam.

Dafür gab es einen triftigen Grund: Er komme gerade von einem wichtigen Gespräch mit Vertretern Hamburgs: „Ich will Steuern sparen für unser Land“, sagte der Ministerpräsident lächelnd und deutete damit indirekt Verkaufsverhandlungen für die HSH Nordbank an. Angesichts der kommenden Großen Koalition von CDU/CSU und SPD in Berlin verhehlte Günther nicht, dass ihm eine Jamaika-Koalition lieber gewesen wäre: „Sie hätte eine andere Kraft entfalten können als eine Groko.“ Plötzlich keine politische Verantwortung wahrnehmen zu wollen, obwohl man doch gewählt sei, stelle für ihn keine Option dar. Dabei sandte er einen kleinen Seitenhieb in Richtung Ratsversammlung: „Das wäre ja fast so, als wenn eine Stadt sechs Jahre kein Kino hat und die Kommunalpolitik keine Entscheidung trifft – das wäre ja undenkbar.“

Neben dem Ministerpräsidenten begrüßte der Vorsitzende des CDU-Ortsvereins, Hendrik Söhler von Bargen, Bürgervorsteherin Karin Himstedt, Bürgermeister Jörg Sibbel, die ehemalige Ministerin Dr. Juliane Rumpf, Kreispräsident Lutz Clefsen sowie Vertreter von Vereinen und Verbänden und von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, SSW und FDP.

Ein gut gelaunter Ministerpräsident zog eine kurze Bilanz seiner bisherigen Amtszeit und betonte dabei, „dass ich viel stärker in Berlin präsent sein möchte“ als seine Vorgänger und nahm Bezug auf Bayern: „Die Bayern sind immer auf der Matte, wenn es etwas gibt in Sachen Fördertöpfe.“ Fröhliches Gelächter erntete er, als er zugab, seit 2015 seinen Twitter-Account nicht mehr zu nutzen: „Und? Das hat Schleswig-Holstein keinen Schaden zugefügt.“ Twittern würde man in Berlin – „wir in Schleswig-Holstein sind deutlich anständigere Menschen.“ Bei den Jamaika-Verhandlungen nach der Wahl im Mai 2017 sei man deutlich respektvoller miteinander umgegangen als in Berlin. Das Land investiere jetzt wieder, in die Infrastruktur, in die Bildung, im Kita-Bereich. 120 Mio Euro zusätzlich bekommen die Kommunen 2018 für die Kitas. „So viel Geld für Kommunen hat noch niemals eine Landesregierung zur Verfügung gestellt.“

Er habe keine Vorstellung davon gehabt, wie das sei, wenn man Ministerpräsident sei, verriet Günther. Eines machte er aber überzeugend deutlich: „Ich habe richtig Lust dazu.“ Einer möglichen Verantwortung in Berlin erteilte er eine Absage: „Da habe ich keine weitergehenden Ambitionen. Ich möchte das noch viele Jahre machen.“

Auch die CDU Eckernförde bereitet sich allmählich auf die Kommunalwahl am 6. Mai vor. „Wir werden für die CDU und klare Mehrheiten kämpfen. In vielen Bereichen sind wir in den letzten fünf Jahren nicht weiter gekommen.“ Heldt nannte u. a. die Themen Kino, Parkplätze und Straßenausbaubeiträge. Um diese zu erreichen, seien Kandidaten, die sich zur Wahl stellen, nötig, erklärte der Vorsitzende Hendrik Söhler von Bargen zu Beginn des Empfangs. „Bewerber für ein kommunales Ehrenamt stehen nicht gerade Schlange“, so der Vorsitzende. Das gelte vor allem für Frauen. Bis jetzt habe man vier weibliche und vier männliche Mitglieder in die Ratsversammlung entsenden können. „Es ist ungewiss, ob wir 2018 so viele weibliche Ratsmitglieder bekommen.“ Der CDU-Vorsitzende appellierte an alle Frauen, sich ein Engagement in der Kommunalpolitik zu überlegen.

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