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fünf Jahre Carls : Carlshöher Kultur wird Teil der Greifenberg-Stiftung

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die zentrale Veranstaltungsstätte auf Carlshöhe hat sich nach fünf Jahren als Bühne für Musik, Theater, Vortrag und Tanz etabliert. Wolfram Greifenberg wird das Carls in seine neue Stiftung aufnehmen.

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erstellt am 22.Sep.2015 | 06:01 Uhr

Eckernförde | Das „Carls“ hat sich als Veranstaltungsstätte im Land etabliert, ist Konzerthalle, Theatersaal und Tanzboden zugleich. Am Tag der deutschen Einheit, 3. Oktober, feiern Besitzer Wolfram Greifenberg und der Manager Stefan Walter das fünfjährige Bestehen der Carlshöher Kulturstätte, in der einst Marinesoldaten etwas für ihre Fitness taten, mit einer Party, DJ Floh und vielen Gästen bei freiem Eintritt.

Carlshöhe-Investor ist der mittlerweile 65-jährige, erfolgreiche Unternehmer Wolfram Greifenberg, der seine Firma Dampsoft zum zweitgrößten Anbieter Deutschlands für Zahnarztsoftware mit 180 Mitarbeitern, 11  000 Kunden und einem Jahresumsatz von 17,5 Millionen Euro gemacht hat. Er und seine Frau Marlies haben das erfolgreiche Unternehmen mittlerweile an ihre Söhne Janico (35) und Janosch (32) übertragen. Jetzt sehen sie die Zeit gekommen, auch ihr „Altersprojekt“ Carlshöhe in neue Bahnen zu lenken und für alle Zeiten abzusichern. „Vor zehn Jahren haben wir uns gefragt: Was machen wir später mit dem vielen Geld?“ Nach der Firmenübertragung an ihre Söhne nahm in diesen Überlegungen Carlshöhe eine zentrale Rolle ein. Vor allem der Non-Profit-Bereich, die sozialen und musisch-kulturellen Aspekte. Um diese besondere Qualität Carlshöhes langfristig zu erhalten, werden jetzt alle kulturellen und künstlerischen Aktivitäten mitsamt der dazugehörigen Gebäude vom Carls über die Galerie, die Ateliers bis hin zu den Probenräumen der Bands in einer Stiftung gebündelt. Das Anerkennungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen, aber der Name steht schon fest: Greifenberg-Stiftung. Mit ihr soll sichergestellt werden, dass das Kulturleben auf Carlshöhe auch über den Tod der Gründer hinaus bestehen bleibt und weiter gefördert wird. Dafür wird von Familie Greifenberg ein Stiftungskapital von rund fünf Millionen Euro eingebracht. Aus dessen Erlösen sowie aus den laufenden Mieteinnahmen soll der Carlshöher Kultur-Jahresetat von 300  000 bis 400  000 Euro finanziert sowie Projekte und Veranstaltungen gefördert werden, sagte Wolfram Greifenberg gestern. In einem späteren Schritt sollen auch alle Immobilien der Familie in die Stiftung einfließen. Stiftungszweck ist die Förderung der Kultur und Musik in Eckernförde. Mit der Gründung einer Stiftung sieht Greifenberg sein Carlshöher Gesamtwerk „auf ewige Zeiten“ finanziell abgesichert. „Das Programm wird dadurch noch vielfältiger“, so Greifenberg. Künstlerische Leiter der Stiftung sollen Stefan Walter (Musik) und Marlies Greifenberg (Kunst) werden.

Schon heute floriert das mit 280 Sitzplätzen, 11 mal 9 Meter großer Bühne und Technik vom Feinsten ausgestattete Carls mit 170 Veranstaltungen pro Jahr. Konzerte und regelmäßige Musikveranstaltungen, Musicals, Theater, Diskussionen, Filmmatinees oder Tanzveranstaltungen vom Tango-Wochenende bis zum monatlichen Tanztee bereichern das Eckernförder Kulturleben seit fünf Jahren. Hinzu kommen Schulveranstaltungen, Vereinssitzungen und private Feiern. Das Carls eignet sich mit seiner Kapazität und Ausstattung auch als Kinosaal. Dem Internationalen Naturfilmfestival Green Screen liegt das Angebot vor, die Einrichtung kostenlos zu nutzen. Bislang hat Green Screen davon allerdings mit dem Argument, die Spielstätte liege zu weit außerhalb, keinen Gebrach gemacht. „Das Angebot bleibt bestehen“, sagt Greifenberg. Zudem gibt es Überlegungen, auch vermehrt Kinofilme oder alte Filmklassiker zu zeigen. Das Problem: Sobald öffentlich für regelmäßige Filmvorführungen geworben wird, müssen die Filme über Projektoren abgespielt werden – und den gibt es im Carls nicht, die Filme laufen dort stattdessen digital über Blue-Ray und einen Hochleistungsbeamer. „Wir arbeiten dran“, sagte Greifenberg.

In Kürze soll das Carls um einen Raucherraum sowie Lagerräume erweitert werden. Direkt daneben wird auch die nicht mehr benötigte Garagenanlage abgerissen. Stattdessen sollen dort im nächsten Jahr rund 30 Ferienwohnungen in fünf bis sechs zweigeschossigen Häusern entstehen. Das ursprünglich geplante Hotel und das Ausflugslokal werden hingegen nicht mehr realisiert.

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