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Eckernförder Zeitung

18. Oktober 2017 | 09:47 Uhr

Piehl-Premiere : Carls im Farbenrausch

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Drei Ensembles präsentieren Musik-Theaterstück / Premiere „painting and singing“

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2015 | 06:09 Uhr

Die Erstaufführung des neuen Musik-Theaterstücks im Carls auf Carlshöhe war als „Generations-Show“ angekündigt. Der Begriff „Farben-Show“ hätte ebenso gut gepasst. Drei Ensembles hatten sich unter Regie und Gesamtleitung von Claudia Piehl zusammengefunden, um ihr neues Stück aufzuführen: das Awo Musiktheater-Ensemble aus Kiel, der Parichor Kiel des Paritätischen Verbandes Schleswig-Holstein und schließlich Bella Donna, die Eckernförderinnen mit ihrem unverwechselbaren Sound.

Das Thema dieser musikalischen Collage war den Farben gewidmet und zeigte auf, wie unterschiedlich Menschen Farben sehen, empfinden und was sie damit verbinden. So eröffnete zu Beginn das in einem strahlenden Orangeton gekleidete Ensemble Bella Donna mit dem fröhlichen Sound „Verliebt in Deine Farben“ und verbreitete Leichtigkeit. Die ältere Generation, vertreten durch die acht Mitglieder des Awo Musiktheaters, erschienen in eher tristeren Farbtönen. Sie konnten sich auf ihre Probe für einen Auftritt als Teil des Stückes nicht wirklich konzentrieren. Ständig schweiften sie von ihrer Probenarbeit ab, bis jemand die scheinbar wichtigste Frage stellte: „Was ziehen wir eigentlich beim Auftritt an?“ Damit kam Farbe ins Spiel. Es wurde gestritten und diskutiert und schließlich einigte man sich auf die Farbe grün, frei nach dem Motto: Es grünt so grün.

Ein idealer Übergang für den Auftritt des Parichores, der mit seiner klaren Darbietung der englischen Volksweise „Greensleeves“ wieder etwas Entspannung auf die Bühne brachte. Natürlich hatten auch diese eine eigene Idee für ihre Abendgarderobe – silber sollte es sein, mit roter Boa und roten Handschuhen. Gesagt – getan. Und was passt besser dazu, als das Stück der deutschen Pop-Band Silbermond „Du bist das Beste, was mir je passiert ist“, das von den Bella Donna-Damen in feuerrot gekleidet dargeboten wurde. Das witzige Hin und Her zwischen den Farben setzte sich fort, aufgelockert durch Pointen des Awo Ensembles, dem sprühenden Charme und der Fröhlichkeit der Bella Donna-Mädels und dem ebenfalls beeindruckenden Parichor mit seinen Lebensfreude vermittelnden Tönen. Kein Klischee wurde ausgelassen, ob an der Supermarktkasse anstehende Senioren, die sich über Sonderangebote unterhielten oder sich bei zu viel Nähe auch schon mal mit deutlichen Worten beleidigten. „So entstehen dann Kriege“ hieß es auf der Bühne. Als der Supermarkt-Lautsprecher dann mit Curaçao (blau) ein weiteres Sonderangebot anpries, wurden alle in der Schlange sinnlich und schwelgten übermütig in ihren Erinnerungen. Damit war klar, welche die Lieblingsfarbe der Deutschen ist – blau.

Regisseurin Claudia Piehl kündigte eine blaue Stunde an, und die Ensemblemitglieder entdeckten mit eigenen Worten, was die Farbe blau alles vermittelt. Blauer Planet, blauer Himmel, blaues Blut, Blauwal, Blaubeeren ... ? Das Zusammenspiel von Glück und Farben wurde von den drei Chören unterschiedlich dargeboten. Während Bella Donna sich für einen französischen Chanson entschied, zeigte der Parichor gleich noch eine Premiere im Carls, indem die Chormitglieder einen Gospel sangen und dabei mit bunten Farben gemeinsam ein Bild malten. Piehl nannte es „painting and singing“. Den perfekten Abschluss dieser gelungenen Premiere bildete der Auftritt aller drei Chöre und beim Titel „Mein kleiner, grüner Kaktus“ ließ sich auch das Publikum zum Mitsingen und –klatschen motivieren.

Simone Gisler-Lehner und Peter Harten aus Eckernförde waren von dem Zusammenspiel der Chöre begeistert und lobten die schauspielerische Leistung und das Engagement, besonders der Senioren. „Man spürt, welchen Spaß sie dabei haben“. Auch Claudia Piehl selbst war mit der Premiere „sehr zufrieden“ und freut sich schon jetzt auf ihr nächstes Projekt mit diesen drei Chören im kommenden Jahr. Die Dankesworte des Parichores an Piehl konnten nicht besser gewählt sein: „Danke, dass Du unsere Welt bunter machst“.

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