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drogen : Cannabis auf einer Stufe mit Alkohol und Zigaretten?

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Cannabis legalisieren – ja oder nein? Antworten auf diese Frage geben vier Eckernförder Bürger.

von
erstellt am 21.Nov.2014 | 06:56 Uhr

Die Diskussion über die Legalisierung von Cannabis ebbt nicht ab und die Meinungen gehen auseinander. Kritiker weisen darauf hin, dass die Anzahl der Suchtkranken steige und sich Deutschland mit einer Legalisierung von Cannabis den unbeliebten Drogentourismus ins Land hole und außerdem dafür verantwortlich sei, wenn die Konsumenten durch den Gebrauch der vermeintlichen „Einstiegsdroge“ zu schlimmeren Drogen greifen.

Die Befürworter machen jedoch immer wieder darauf aufmerksam, dass der legale Alkohol einen höheren Schaden mit sich bringt und verweisen gleichzeitig auf die immens hohe Steuereinnahmen, die der Staat dadurch einnehmen könnte. Würde der Handel in geordneten Bahnen verlaufen, so wäre auch die Qualität des Stoffes gesichert, so ein weiteres Argument der Verfechter einer Legalisierung.

Doch was sagen Eckernförder Bürger zu diesem Thema? Unsere Zeitung hat sich umgehört.

Birgit Dann (49) sagt: „Cannabis führt nicht automatisch zu einem bleibenden Schaden, doch es gibt genügend Leute die dem Umgang nicht gewachsen sind. Wenn das Mittel legalisiert wird, droht ein regelrechter Hype und alle wollen es mal ausprobieren. Deswegen sollte man es nicht erlauben. Trotzdem bin ich der Meinung, dass Alkohol weitaus gefährlicher ist – beides gehört verboten.“

Die Eckernförderin Goldbad Brandel (61) teilt diese Meinung nur bedingt: „Ich finde das Thema zwiespältig: Einerseits ist Cannabis gefährlich und schädlich, andererseits macht das Verbot den Wirkstoff für viele erst interessant. Für mich ist Cannabis auf einer Stufe mit Alkohol und Zigaretten, deswegen steht einer Legalisierung nichts im Wege.“

Anita Rosenkranz (47) tritt dem Thema völlig anders gegenüber. Sie sagt: „Alkohol, Zigaretten und Cannabis gehören allesamt verboten. Eine Legalisierung kommt für mich nicht in Frage. Man sollte Drogen generell verbieten, sie sind alle schädlich. Ich finde, dass die Strafverfolgung strikter werden sollte. Damit Drogen kein Thema mehr sind.“

Anton Hahn (29) ist der Meinung, dass „Zigaretten und Alkohol viel süchtiger machen.“ Bei Cannabis bestehe nur bei extrem und falschem Gebrauch eine echte Gefahr, so der 29-Jährige.

So uneinig sich die Eckerförder sind, so uneinig sind sich auch viele Experten. Zurzeit wird die Debatte besonders von dem medizinischen Aspekt angefeuert, denn Cannabis hilft vielen schwerkranken Menschen ihre Schmerzen zu lindern. Doch medizinisches Cannabis aus der Apotheke ist teuer. Daher ist es Menschen, denen nur Cannabis als schmerzlinderndes Mittel hilft, gestattet, die Pflanze selbst anzubauen. Ob dies wirklich nur ein Grenzfall oder ein Schritt in Richtung Legalisierung ist, wird sich zeigen.

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