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Autowracks an der Steilküste : Campingunfall oder im Eis eingebrochen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Zwei Autowracks an der Steilküste zwischen Aschau und Altenhof geben Rätsel auf.

Eckernförde | An der Steilküste zwischen Altenhof und Aschau liegen seit Jahrzehnten die Überreste zweier Autos zwischen großen Steinen. Alle Jahre wieder kommt im Internet die Frage auf, woher sie stammen, denn keine Straße führt zu dem Strand. Auch jetzt kursieren wieder mehrere Gerüchte.

Zum Beispiel das der russischen Frachter, die in den 80er-Jahren Eckernfördes Hafen anliefen. Einst hatte einer der Kapitäne ein Auto gekauft und es bei starkem Seegang verloren. In einer anderen Variante verließ ein russischer Frachter den Hafen mit einem gestohlenem Auto. An Bord wurden alle wichtigen Teile ausgebaut, das Wrack in der Ostsee entsorgt und an den Strand gespült.

Die Eckernförder Zeitung hat schon vor zwei Jahren über die Autowracks berichtet. Der Rätselmacher und ehemalige Eckernförder Stefan Heine hatte damals die Diskussion im Internet angefacht und ist auch jetzt wieder Initiator.

Licht ins Dunkel brachte vor zwei Jahren der EZ-Leser Hans-Peter Nissen, der von einem Autowrack sprach, das er nach eigenen Aussagen sehr gut kennt. „Es lag dort schon in den 60er-Jahren. Als Kinder haben wir es schon gründlich untersucht. Je nach Wasserstand war es mal mehr oder weniger aufgetaucht.“ Als zehnjähriger Junge habe er sich öfter an der Steilküste herumgetrieben. „Das war 1968, damals existierte noch die Robinsonhütte und der Campingplatz dort. Aber schon damals sah das Wrack so aus wie heute.“

Als Oldtimersammler kann Hans-Peter Nissen beurteilen, dass es sich um einen Mercedes Benz 180 D oder 190 D mit Steuerkettenmotor und oben liegender Nockenwelle handelt. „Diese Motoren wurde ab 1957 bei Mercedes in der sogenannten Pontonserie verbaut.“

Zwei Vermutungen stellt Hans-Peter Nissen dazu an, wie das Wrack an den Strand kommt: 1964 war die Bucht komplett zugefroren, Autos fuhren auf dem Eis, aber vornehmlich kleine leichte Wagen. Der Mercedes könnte mit seiner Schwere eingebrochen und aufgegeben worden sein. Schließlich wurde er ausgeschlachtet.

Die zweite Vermutung: Der Mercedes gehörte einem Robinsoncamper, der zu dicht am Wasser gecampt hatte und von einem Nordweststurm überrascht wurde. Der Mercedes trieb kurz ab und wurde danach an der unbegehbaren Stelle angetrieben. Anschließend wurde der Wagen laut Hans-Peter Nissen ausgeschlachtet: „Alle Aluteile fehlen. Auch die Dieselpumpe ist abgebaut. Die Karrosserieteile des Ponton waren weitgehend verschraubt, so dass die sicherlich noch brauchbaren Teile dieses noch nicht so alten Autos seinerzeit verwertet wurden.“ Die Ostsee habe dann mit dem Rest das Übliche getan. Nissen: „1968 sah das Wrack aber schon so aus wie heute, es wird also sicher nochmal mindestens 50 Jahre dauern, bis es sich gänzlich durch die Brandung aufgelöst hat. Ist halt ein Mercedes.“

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erstellt am 04.Sep.2015 | 06:38 Uhr

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