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Altenholz : Café International – Ort der Begegnung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Freundeskreis Asyl lädt alle zwei Monat zum Austausch bei Kaffee und Kuchen im Eivind-Berggrav-Zentrum

Gut 40 Flüchtlinge leben derzeit in Altenholz, die Zahl der Zuweisungen vom Kreis an die Gemeinde beträgt aktuell 35 per anno, und sie wird zukünftig mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eher steigen als sinken. Das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder des Freundeskreises Asyl wird also mehr denn je benötigt. Der Freundeskreis, der aus der Flüchtlingsarbeit der Friedensgruppe hervorgegangen ist und dem mittlerweile auch viele Mitglieder anderer Organisationen wie beispielsweise der Arbeiterwohlfahrt (Awo)angehören, bietet den Neuankömmlingen eine Willkommenskultur, unterstützt sie in Dingen des täglichen Lebens und hilft ihnen dabei, sich in der neuen und für sie fremden Umgebung zurechtzufinden. Zum zweiten Mal veranstaltete der Freundeskreis am Donnerstag das „Café International“ im Eivind-Berggrav-Zentrum.

„Schon seit den 1990er Jahren gab es die Teestube, jetzt soll es künftig alle zwei Monate das „Café International“ geben. Neuer Name, neue Motivation“, sagte Ingrid Heller, die seit Anbeginn dabei ist. Bei Kaffee und von den Mitgliedern selbstgebackenem Kuchen gibt das „Café International“ sowohl den neu angekommenen Mitbürgern als auch den Mitgliedern des Freundeskreises Gelegenheit zu Gesprächen, zum näheren Kennenlernen. „Kamen zum ersten Treffen vor acht Wochen gut 40 Menschen, waren es am Donnerstag bereits gut 60“, freuten sich Ingrid Heller und ihre Mitstreiter. Während die Erwachsenen unterschiedlichster Nationalitäten sich in lockerer Atmosphäre angeregt unterhielten, wurden die Kinder in einem Nebenraum von Schülern der Sozial-AG des Gymnasiums mit Malen und Spielen bei Laune gehalten. Und wenn es mit der Unterhaltung aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse haperte, stellte dies auch kein großes Problem dar. „Ehemals von uns betreute Flüchtlinge brauchen wir jetzt als Unterstützer und zum Teil als Dolmetscher“, sagte Ingrid Heller. Zwei waren am Donnerstag schon mit von der Partie: die 32-jährige Kurdin Nesrin Hag, die Ende der 1990er Jahre nach Deutschland kam und über Lübeck und Stohl 2005 in Kiel ihr neues Zuhause fand, und Leila Mehri Jamili (40), die als Kurdin aus dem Iran ebenfalls 1999 nach Deutschland kam und neun Jahre in Altenholz gelebt hatte, bevor sie nach Kronshagen zog. „Die Altenholzer haben uns damals sehr geholfen, waren immer für uns da, wenn wir Probleme hatten“, sind sich beide einig. Auch wenn die Mitarbeiter der anderen Einrichtungen – zum Beispiel der Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster – stets nett und sehr bemüht waren, „solche Leute wie hier haben wir nirgendwo kennen gelernt“, betonte Nesrin Hag, die besonders die familiäre Atmosphäre hervorhob. Eine Atmosphäre, die ihr in den anderen Einrichtungen fehlte. Und nun geben beide etwas zurück und helfen beim „Café International“, unter anderem als Dolmetscher.

So half Nesrin Hag auch unserer Zeitung beim Gespräch mit Nuaman Al-Daas, der mit seiner Frau Rana und vier Kindern aus der syrischen Hauptstadt Damaskus im September über Neumünster nach Altenholz kam. Auf die Frage, wie er in Altenholz aufgenommen wurde, sagte der Familienvater: „Sehr gut und vor allem sehr herzlich. Wir haben hier bisher nur beste Erfahrungen gemacht“. Und Ehefrau Rana nickte zustimmend.

Mit dem „Café International“ wolle man hauptsächlich die neu hinzugekommenen Flüchtlinge erreichen, so Heller. Zukünftig könne sie sich auch vorstellen, dass die Gäste nicht nur über sich und ihren Weg nach Altenholz berichten, sondern auch etwas aus ihrer Heimat und ihrer Kultur wie Musik oder Tanz mitbringen. Ein lockeres Zusammentreffen, bei dem man sich kennen lernt und von dem nicht nur die Flüchtlinge partizipieren, sondern alle Teilnehmer.

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