zur Navigation springen

Interview : Buwog hält an ihrem Wohnungsbestand fest

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Im Jungfernstieg endet Ende 2018 die Mietbindung für 101 Wohnungen – ein Verkauf ist nicht geplant. Das sagt der Buwog-Geschäftsführer Thorsten Gleitz im EZ-Interview.

von
erstellt am 18.Feb.2017 | 06:08 Uhr

Wohnraum ist ein begehrtes Gut in Eckernförde. Das Gros der Bevölkerung lebt in Mietwohnungen. Mehrere große Wohnungsunternehmen decken den Bedarf ab. Neben dem Genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen (GWU) als größtem Wohnraumversorger verfügen unter anderem auch die Frank Heimbau Nord GmbH aus Kiel und die Buwog Group aus Wien mit Dependancen in Deutschland über einen nicht unerheblichen Marktanteil. Zuletzt waren immer wieder von auslaufenden Mietbindungsfristen zu hören, die zu Verunsicherungen bei den Mietern gesorgt haben. Erwähnt wurden in diesem Zusammenhang auch die Mietwohnungen „in der ersten Reihe“ am Jungfernstieg, die größtenteils über einen Seeblick verfügen. Gerade solche Lagen sind in der Regel prädestiniert für die Privatisierung und den Verkauf. Eigentümer der Wohnungen ist die erwähnte Buwog-Group, ein börsennotiertes, österreichisches Wohnungsunternehmen mit einem Portfolio von rund 51  000 Wohnungen in Österreich und Deutschland. Der Geschäftsführer der Buwog Immobilienmanagement GmbH aus Hamburg, Thorsten Gleitz, stand unserer Zeitung für ein Interview zur Verfügung.

Herr Gleitz, über wie viele Mietwohnungen verfügt die „Buwog“ im Jungfernstieg und in ganz Eckernförde?

In Eckernförde hat die Buwog 468 Wohnungen im Bestand. 129 dieser Wohnungen befinden sich im Jungfernstieg. Die weiteren Buwog-Wohnungen in Eckernförde liegen zum größten Teil in der Stadtmitte sowie weiterhin in Eckernförde-Nord und Carlshöhe.

Wie viele davon sind öffentlich gefördert?
Die im Jungfernstieg ursprünglich öffentlich geförderten 101 Buwog-Wohnungen fallen unter die Überleitungsvorschriften des Schleswig-Holsteinischen Wohnraumförderungsgesetzes (Paragraph16 SHWoFG). Mit in Kraft treten des SHWoFG zum 1. Juli 2009 wurden die bis dahin geltenden Regelungen des Kostenmietrechts aufgehoben. Die Wohnungen gelten damit nicht mehr als öffentlich gefördert, unterliegen aber auch weiterhin einer Mietbindung gemäß Paragraph 16 des Wohnraumförderungsgesetzes. Die anderen 28 Buwog-Wohnungen im Jungfernstieg sind frei finanziert.

Wie viele Mietwohnungen fallen wann aus der Mietpreisbindung heraus?
Für 101 Buwog-Wohnungen im Jungfernstieg endet die Mietbindung gemäß Wohnraumförderungsgesetz am 31. Dezember 2018.

Was geschieht dann mit den Wohnungen?
Buwog wird die Wohnungen im Jungfernstieg weiterhin im Bestand bewirtschaften.

Auf welche Mieterhöhungen müssen sich die Mieter einstellen?
Die Bestandsmieten werden im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten angepasst. Hierbei werden die gesetzlich vorgeschriebene Kappungsgrenze und die ortsübliche Vergleichsmiete nach Paragraph 558 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) berücksichtigt. Eine Entscheidung über mögliche Mietanpassungen hat die Buwog zurzeit nicht getroffen.

Und wie sieht es mit dem Gesamtpaket Ihrer Wohnungen in Eckernförde aus?

Rund 20 Prozent der Buwog-Wohnungen sind frei finanziert. Abhängig vom Beginn der Förderung gelten für die Wohnungen unterschiedliche Zeitpunkte für das Auslaufen der Mietbindungen.

Ist es geplant, die Wohnungen zu verkaufen, entweder im Gesamtpaket oder an einzelne Käufer?
Die Buwog Group ist sehr zufrieden mit dem Wohnungsbestand in Eckernförde und hat aktuell keine Bestrebungen, diesen zu verkaufen.

Planen Sie in nächste Zeit weitere Wohnungen in Eckernförde zu kaufen oder zu bauen?
In Deutschland ist die Buwog Group immer auf der Suche nach neuen Wachstumsmöglichkeiten und möchte Wohnungsbestände zukaufen. Für Eckernförde gibt es aktuell allerdings keine konkreten Pläne.

Wäre das Projekt Nooröffnung – Herstellung einer Wasserfläche hinter dem Binnenhafen und Neubau von rund 80 Wohneinheiten am Rande der Wasserfläche – interessant für die Buwog?

Das Neubaugeschäft der Buwog Group findet aktuell in Wien, Berlin und Hamburg statt. Neubauprojekte in Eckernförde sind zurzeit nicht vorgesehen.












Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen