Interview : Bushido zieht sein eigenes Ding durch

'Mal abwarten, was passiert' - Bushido bezeichnet sich selbst als spontanen Menschen. Bald bekommen er und seine Freundin ein Baby. Foto: ez
"Mal abwarten, was passiert" - Bushido bezeichnet sich selbst als spontanen Menschen. Bald bekommen er und seine Freundin ein Baby. Foto: ez

Am 17. Mai tritt Rapper Bushido in Flensburg auf. Im Interview mit der Eckernförder Jugendredaktion spricht er über Ruhm, Lieblingssongs und Frauenfeindlichkeit.

shz.de von
16. April 2012, 09:05 Uhr

Eckernförde | Der Berliner Anis Mohamed Youssef Ferchichi alias Bushido mit tunesischen Wurzeln, ist in den vergangenen Jahren zu dem bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Rapper geworden. Sein Stil hat Ähnlichkeiten mit dem US-amerikanischen Gangsta-Rap. Am 17. Mai tritt Bushido im Rahmen seiner "Jenseits-von-Gut-und-Böse"-Tournee im Deutschen Haus in Flensburg auf - es ist das einzige Konzert in Schleswig-Holstein. Vorab gab er den Jugendredakteuren der Eckernförder Zeitung, Lina Figura und Tom Schliemann, ein Telefoninterview.
Dein Künstlername Bushido kommt aus dem Japanischen und bedeutet "Weg des Kriegers". Wie bist Du darauf gekommen?
Den Namen habe ich mir nicht bewusst ausgedacht. Ich hab ein Computerspiel gespielt und da kam der Name in dem Intro vor. Ich wusste noch gar nicht, was das bedeutet, das habe ich erst im Nachhinein herausgefunden. Ich fand den Namen dann aber ganz passend und seitdem bin ich Bushido.
Als Du bei dem Plattenlabel "Aggro Berlin" aufgenommen wurdest, hattest Du damit gerechnet, dass Du das Potenzial zum erfolgreichsten Rapper Deutschlands hast?
Nee, natürlich nicht. Wenn mir das damals jemand gesagt hätte, hätte ich gesagt: "Der spinnt doch." Wenn ich jetzt so auf die vergangenen zehn Jahre zurückblicke, muss ich schon sagen, dass ich wirklich sehr überrascht bin, wie sich das alles entwickelt hat, und dass das so gut läuft, hätte ich nie gedacht. Ich bin sehr froh darüber, weil das auch in eine ganz andere Richtung hätte gehen können.
Welcher ist Dein Lieblingssong und warum?
Das ist eine sehr gute Frage, aber auch schwer zu beantworten, weil ich meine eigene Musik eigentlich gar nicht höre, privat jedenfalls nicht. Das kommt aber natürlich auch immer auf die Situation an, aber wenn ich das jetzt so spontan sagen müsste, dann "Nie ein Rapper".
In dem Lied "Wärst Du immer noch hier" fragst Du eine Person, ob sie sich noch für Dich interessieren würde, wenn Du den ganzen Ruhm und Erfolg nicht hättest. Ist das eine wahre Geschichte?
Naja, die Frage ist auf jeden Fall ernst gemeint. Ich habe mich natürlich gefragt, ob einige Leute nur etwas mit mir zu tun haben wollen, weil ich der bin, der ich eben bin.
Mit welchem Rapper arbeitest Du am liebsten zusammen?
Im Moment eigentlich mit niemandem. Ich ziehe lieber mehr mein eigenes Ding durch. Obwohl, mit Sido arbeite ich recht gerne zusammen.
Welche Deiner musikalischen Auszeichnungen bedeutet Dir am meisten?
Eigentlich bedeutet mir jeder Preis wirklich viel. Ich habe schon so viele Preise gewonnen, dass man denken könnte, ich habe mich schon längst dran gewöhnt. Aber ich bin immer noch jedes Mal unheimlich stolz und vor allem dankbar.
Hättest Du gedacht, dass Deine Filmbiographie "Zeiten ändern Dich" so viel Erfolg hat?
Nö, auf gar keinen Fall. Ich hatte schon bei dem Buch gedacht, dass das keinen Menschen interessiert und auf einmal habe ich da 200.000 Stück verkauft. Das hat mich sehr überrascht. Denn in meinen Augen bin ich noch immer ein ganz normaler Junge.
Was ist an den Gerüchten um den Streit mit Kay One dran?
Da brauchen wir jetzt echt nicht drüber reden (lacht).
Deine Tour heißt "Jenseits von Gut und Böse". Was ist an Dir gut und was ist an Dir böse?
Ich glaube, dass man das nicht genau definieren kann. Mit dem Namen wollte ich sagen, dass man das ist, was man selber aus sich macht, und nicht irgendwas, was andere von einem erwarten.
Was hältst Du von den Newcomern der Rapszene wie beispielsweise Cro und Casper?
Ich bin da ehrlich gesagt sehr positiv überrascht. Über Cro weiß ich noch nicht so viel, aber Casper ist einfach super erfolgreich und ihn finde ich sehr gut. Er ist seit langer Zeit mal wieder einer, den ich als "echten" Rapper bezeichnen würde. Seine Songtexte sind gut und ich finde seine Themen toll. Ich gönne ihm den Erfolg.
Viele Deiner Songtexte werden als frauenfeindlich kritisiert. Was halten Du und Deine Freundin davon ?
Moment (fragt seine Freundin, die neben ihm sitzt) - also sie meinte gerade, ich bin absolut nicht frauenfeindlich. Ich finde das selber auch nicht. Wenn ich mal "Nutte" sage, meine ich ja nicht die Frauen im Allgemeinen. Und da darf sich einfach nicht jede angesprochen fühlen.
Hast Du Pläne für die Zukunft?
Eigentlich nicht. Gesund bleiben, Musik machen, auf Tour gehen und sonst mal abwarten, was passiert. Ich bin eher ein spontaner Mensch.
Stimmt es, dass Du Papa wirst?
Ja, das stimmt.
Wirds ein Junge oder ein Mädchen?
Das verrate ich euch nicht.

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