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Kunst : Bushaltestellen verwandeln sich in bunte Kunstoasen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Anke Häußler sucht noch Teilnehmer für Aktion „Blühende Verbindungen“. Start ist am 7. September.

shz.de von
erstellt am 04.Aug.2017 | 07:50 Uhr

Eine Wäscheleine mit farbenfrohen Papierblumen hängt über den Köpfen der Fahrgäste, auf dem kleinen Tisch liegen Bücher zum Schmökern und ein gemütlicher Korbsessel lädt zum Verweilen ein. Eine andere Bushaltestelle empfängt die Wartenden in einer grün-blau schimmernden Unterwasserwelt – einmal im Jahr, stets zu Beginn des Septembers, verwandeln sich die Bushaltestellen im Ostseebad auf wundersame Weise. In diesem Jahr veranstaltet Initiatorin Anke Häußler die Aktion unter dem Titel „Blühende Verbindungen“ bereits zum zwölften Mal. Vom 7. bis 17. September sollen möglichst viele Bushaltestellen in Eckernförde und in den Umlandgemeinden umgestaltet werden.

Dafür sucht die Künstlerin aus Gammelby noch jede Menge Mitstreiter. Mitmachen kann jeder, sowohl Institutionen, Vereine, Verbände als auch Privatpersonen. „Vorgaben in gestalterischer Hinsicht gibt es nicht. Einzig der Zugang muss freigehalten werden, die Buspläne müssen lesbar sein und der ankommende Bus muss zu sehen sein“, erklärt Anke Häußler. So kann der Fantasie freier Lauf gelassen werden.

Für acht Bushaltestellen im Ostseebad hat Häußler bereits Paten gefunden. Unter ihnen sind auch die beiden Künstler Frank Poppner und Sebastian Libuda (33). Letzterer möchte gemeinsam mit seiner Kollegin Jana Zouari vom Verein Natur- und Kultur Carlshöhe (NaKu) die Bushaltestelle an der Preußerkaserne unter dem Moto „Blut-Schweiß-Tränen“ dekorieren. „Blut steht für Leidenschaft, Schweiß für Anstrengung und Tränen für Farben“, erläutert der 33-Jährige das Motiv. Anstrengend wird es für den gelernten Fotodesigner und Maler sowie seine Kollegin Zouari, bevor das Motiv mithilfe von Window Colours auf die rundum verglaste Bushaltestelle aufgebracht werden kann, da zunächst die komplette Verglasung geputzt werden muss.

Der freischaffende Künstler Frank Poppner, der sich der Gestaltung von Licht und Stein sowie der Fotoart widmet, nimmt sich der Bushaltestelle in der Riesebyer Straße /Höhe Altes Seminar an. „Alles, was blau ist, hülle ich in Goldfolie ein und zeige zwei meiner Fotoartarbeiten unter dem Titel „Sim“ und „Salabim“, erklärt der 56-Jährige.

Weitere fünf Bushaltestellen im Stadtgebiet haben bereits Paten gefunden: in der Sauerstraße, Gaehtjestraße, vor der Apotheke am Bahnhof, vor Optiker Bode in der Reeperbahn und die Haltestelle vor dem HAUS in der Reeperbahn. Insgesamt gibt es im Ostseebad rund 55 Haltestellen, die nicht alle baugleich sind. „Jeder kann sich eine Haltestelle aussuchen“, sagt Häußler, „auch die vor seiner eigenen Haustür.“

Im Umland haben bereits die Schule am See in Holtsee und die Pastorin Peggy Kersten in Waabs ihre Bereitschaft zur Teilnahme erklärt.

„Blühende Verbindungen steht auch für eine Verbindung der Menschen untereinander, für Kommunikation“, so die Initiatorin. Gestaltete Bushaltestellen gibt es weltweit. Die Idee kam Häußler vor vielen Jahren, als sie ein Foto einer Freundin sah, die in Unst (nördlichste große Insel im Archipel der Shetlandinseln) eine dekorierte Bushaltestelle fotografiert hat.

Wer an der Aktion „Blühende Verbindungen“ teilnehmen möchte, wendet sich an Anke Häußler, Tel. 0174/7  99  77  63 oder über www.bus-stopp.de

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