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Faltergarten : Buntes Treiben im Garten soll Schmetterlingen helfen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nabu gründet Arbeitsgruppe Faltergarten. In ihr gibt es Tipps für die richtige Anpflanzung als Schmetterlingshilfe.

shz.de von
erstellt am 02.Jun.2017 | 06:13 Uhr

Eckernförde | 80 Prozent aller Tagfalter in Schleswig-Holstein sind vom Aussterben bedroht. „Aber jeder Gartenbesitzer kann helfen“, sagt Marx Harder vom Biohof Schoolbek in Kosel. Wer die richtigen Pflanzen aussät, bietet Schmetterlingen und Raupen Nahrung und ein Biotop. Deshalb hat sich auf Initiative des Naturschutzbundes (Nabu) Eckernförde die neue Arbeitsgruppe „Faltergarten“ gegründet, in der sich knapp 20 Menschen zusammengetan haben, um sich bei der Anlage von schmetterlingsfreundlichen Umgebungen zu unterstützen.

„Früher hat die kleinbäuerliche Landwirtschaft eher dazu geführt, dass sich eine Artenvielfalt entwickelt“, erklärte Marx Harder. „In den letzten 20 bis 30 Jahren allerdings bewirkt die industrielle Landwirtschaft das Gegenteil.“ Grundsätzlich gilt es, einige Grundregeln zu befolgen, wenn man Schmetterlinge im eigenen Garten haben möchte:

> Gestalten Sie nur so viel um, wie Sie es mögen und vor Ihren Nachbarn auch vertreten können. Beginnen Sie mit zusätzlich blühenden Wildblumen und noch nicht gleich mit der Brennnessel

> Schaffen Sie möglichst viele verschiedene Strukturelemente: Blumenwiese, Gartenteich, Hecke, Trockenmauer, sandige, offene Stellen, Hausbegrünung, Kräuter-/Falterspirale, Nutzgarten

> Gestalten Sie windgeschützte und sonnige Flächen

> Je nährstoffärmer der Boden, desto blütenreicher ist das Ergebnis, also nicht düngen und niemals spritzen

> Haben Sie Geduld und denken Sie im Frühling an den Sommer des nächsten Jahres

> Einheimische Pflanzen verwenden und zwar Wildformen, nichts Hochgezüchtetes

> Für eine Blüte vom Frühjahr bis zum Herbst sorgen

> Rasen nicht häufiger als zweimal im Jahr mähen

> Angebote für die Überwinterung von Faltern: Zugänge zu frostfreien Dach- oder Kellerräumen offen und Stauden im Herbst stehen lassen.

Am Mittwochabend traf sich die neu gegründete Arbeitsgruppe zum ersten Mal in der Bürgerbegegnungsstätte und formulierte ihre Ziele, zu denen unter anderem ein Austausch über gesichtete Schmetterlinge sowie eine Pflanzenbörse mit von Tagfaltern bevorzugten Futterpflanzen gehört. „Wir werden keine seltenen Falter wieder ansiedeln können“, sagte Marx Harder, „aber wir können den Faltern, die es jetzt noch gibt, helfen“. Dabei gehe es nicht nur um ein Nahrungsangebot für Schmetterlinge, sondern auch um Futterpflanzen für die Raupen.

> Wer der „AG Faltergarten“ beitreten will, kann sich unter marx.harder@t-online.de melden. Wer kein Internetzugang hat, kann auch bei Nabu-Vorsitzendem Matthias Valkema unter Tel. 04351/ 501046 anrufen.

Pflanzen für Raupen:

>Großer und Kleiner Kohlweißling: drei, vier Kohlpflanzen (Rosenkohl, Kohlrabi etc.)

>Zitronenfalter und Faulbaum-Bläuling: Faulbaum-Strauch

>Aurorafalter: Knoblauchsrauke (oder am Teich Wiesenschaumkraut)

>Hauhechel-Bläuling: Hornklee an eine sonnige, nährstoffarme Stelle pflanzen

>Kleiner Feuerfalter: Eine sonnige Stelle für Kleinen Sauerampfer reservieren

>Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Admiral, Landkärtchen: Brennnesseln, an verschieden intensiv besonnten Stellen

>Schwalbenschwanz: Möhre, Wilde Möhre, Dill, Fenchel.

Pflanzen für Falter:

Dost (Wilder Majoran), Thymian, Margerite (Wildform), Johanniskraut, Wiesenflockenblume, Wiesenknautie, Schafgarbe, Teufelsabbiss, Wilde Möhre, Hornklee, Weißklee, Hauhechel, Habichtskraut, Blutweiderich, Goldrute, Wasserdost, Sonnenhut, Herbstaster

Gehölze: Weide, Schlehe, Weißdorn, Vogelbeere und Buddleja

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