zur Navigation springen

Blühende Verbindungen : Bunte Farbtupfer im tristen Alltag

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Kunstaktion „Blühende Verbindungen“ besteht im achten Jahr. Bei ihr verwandeln Künstler, Anlieger, Schüler und engagierte Bürger die Bushaltestellen der Stadt in Kunstobjekte. Sie sind noch bis zum kommenden Wochenende zu sehen.

von
erstellt am 03.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Führen Bushaltestellen in der Regel eher ein tristes Dasein, werden einige der 91 Wartehäuschen in Eckernförde bei den „Blühenden Verbindungen“ für eine Woche im Jahr zum Blickfang am städtischen Straßenrand – auch jetzt wieder. Am Sonntag war Vernissage. Mal einfach, mal aufwendig, Fingerzeig oder Kunstwerk, die Gestaltung überlässt Initiatorin Anke Häußler dem jeweiligen Teilnehmer.

„Es ist ganz spannend, welche Ideen da zusammenkommen, es soll sich ja nichts wiederholen“, so die Initiatorin vom Kunst- und Kulturverein Eckernförde, die seit acht Jahren die Fäden für die Aktion „Blühende Verbindungen“ in den Händen hält. Deutschlandweit dürfte die Aktion ein Alleinstellungsmerkmal sein, lediglich von den Shetland-Inseln in Schottland ist bekannt, dass dort Ähnliches stattfindet.

„Showstop“, lautet die erste Station: Mit Musik, Tanz und Gesang stimmte Claudia Piehl die Anwesenden ein, die mit einer Busrundfahrt – vom Eckernförder Stadtverkehr gesponsert – alle 18 Stationen nacheinander abfuhren. Dabei konnte jeder der wollte, mitfahren. An jeder Station gab es, sofern der Künstler anwesend war, einige persönliche Worte zum Objekt.

Blüten aus Kunststoff flächig auf die Wände geklebt, ein Spielplatz mit Schaukel und Reckstange, zum Weltfriedenstag 13 Engel mit der Option, einen mitnehmen zu dürfen, wenn man etwas anderes hinhängt.

Auf die Stationsdurchsage am Krankenhaus brauchte man nicht zu warten, denn die Installation „Infusion“ sprach für sich. Wert, thematisiert zu werden, war auch der Erhalt der Geburtsstation. Unter diesem Titel haben sich zusammen mit Silke Jürgensen betroffene Eltern eingebracht. „Trennung von Geburt und Tod“ in der Schleswiger Straße, „GROSS & klein – Gegensätze ziehen sich an“ wurde gemeinsam mit Schülern der Fritz-Reuter-Schule und Schulbetreuerin Britta „Wegi“ Wegner mit der Option, einen Preis zu gewinnen, gestaltet.

„Mein Ziel ist, Schulen, Kindergärten und Firmen für die Blühenden Verbindungen zu gewinnen“, sagte Häußler. Sie hofft damit, das Bewusstsein für den Zustand der Haltestellen zu stärken, die unter Verschmutzung und Vandalismus leiden. Auch könnte sie sich eine Patenschaft vorstellen, wie es sie für Spielplätze schon gibt.

Nicht von ungefähr haben sich die Kinder vom dänischen Kindergarten bei gleichnamiger Haltestelle die Überschrift „Baustelle“ ausgedacht, fehlt doch dort durch Zerstörung eine gläserne Rückwand, deren Scherben zunächst entfernt werden mussten. Als Kleinod konnte man fast schon die Haltestelle bei der Richard-Vosgerau-Schule bezeichnen: Hier haben Schulkinder der 2. Klasse unter dem Titel „Warten im Garten“ eine grüne Oase geschaffen.

Viele Gespräche entstanden während der gemeinsamen Fahrt im Stadtbus, Ideen für zukünftige Ausgestaltungen entwickelten sich. „Etwa die Hälfte der Teilnehmer sind neu“, verriet Anke Häußler, viele wollten spontan mitmachen, wenn sie davon erzähle.

Bleibt zu hoffen, dass die „Blühenden Verbindungen“ in der Zeit bis zum kommenden Wochenende nicht mutwillig oder durch die Witterung vorzeitig zerstört werden.




zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen