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Ein Jahr in Eckernförde : „Bufdi“ aus Tanga im OIC

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Lukas Mkwizu (27) arbeitet ein Jahr lang über den Bundesfreiwilligendienst im Ostsee Info-Center. Er möchte die Ostsee, die Sprache und die Menschen kennenlernen. Jetzt sich er eine kleine Wohnung.

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erstellt am 29.Jan.2016 | 06:02 Uhr

In Tanga scheint es nur eine Temperatur zu geben: 30 Grad und Sonnenschein, konstant. In Eckernförde ist es derzeit 23 Grad kälter – immerhin noch 7 Grad, eigentlich zu warm für den Januar. Aber Lukas Mkwizu (27) nimmt das gerne mit. Besser als Schnee, den er noch vor wenigen Tagen – übrigens zum ersten Mal in seinem Leben – in Eckernförde gesehen hat. Lukas kommt aus Eckernfördes Partnerstadt Tanga in Tansania und ist der erste Afrikaner, der in Eckernförde als Teilnehmer des von der Bundesregierung geförderten „Weltwärts“-Programms einen einjährigen Freiwilligendienst ableistet. Der 27-Jährige Dozent an der privaten „Eckernförde Universität“ in Tanga arbeitet ein Jahr im Ostsee Info-Center (OIC) und wird vom Verein Umwelt-Technik-Soziales (UTS) und der artefact gGmbH in Glücksburg betreut. Sein erworbenes Wissen wird der afrikanische „Bufdi“ nach der Rückkehr in sein Heimatland in die Bildungsarbeit einbringen und den Nachwuchs Tansanias über die Ostsee, Sprotten und den Klimawandel informieren. Insgeheim hofft Lukas Mkwizu darauf, auch in Tanga ein Aquarium eröffnen zu können, um Umweltbildung zu betreiben.

Die Stadt Eckernförde beteiligt sich mit 5400 Euro – der jährlichen Förderung der Städtepartnerschaft mit Tanga – am Projekt. Bürgermeister Jörg Sibbel hob den Wert des Programms hervor und sprach von einer Bereicherung der partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Tanga und Eckernförde.

Den Kontakt hat Ratsmitglied Rainer Beuthel (Die Linke) über eine Lesung seines Buches zur deutschen Kolonialzeit in Afrika hergestellt. Zufällig saß auch der Austauschprojektleiter der artefact gGmbH, Frank Lüschow, im Publikum, man kam ins Gespräch. Artefact betreibt den Austausch seit 2008, schickt jedes Jahr 50 bis 70 Schleswig-Holsteiner nach Afrika und holt seit zwei Jahren auch jährlich zehn Afrikaner aus Tansania, Uganda und Ruanda nach Schleswig-Holstein. Vor dem Arbeitsantritt werden sie in einem einwöchigen Seminar auf Land, Leute und Lebensgewohnheiten im Norden vorbereitet. So ist es für die Afrikaner zum Beispiel neu, Wohnungen beheizen und lüften zu müssen.

Lukas freut sich auf die neuen Erfahrungen, die er im OIC sammeln wird. „Ich liebe die Natur“, sagt der Dozent für Umwelt- und Landschaftsentwicklung. Vor allem der für ihn ungewohnte Wechsel der Jahreszeiten fasziniere ihn. Er wird in seiner Freizeit viel mit dem Fahrrad unterwegs sein, die Umgebung erkunden und die Flora und Fauna studieren, sagte er gestern bei der Vorstellung an seinem neuen Arbeitsplatz. Die ersten Eindrücke sind für ihn schon mal sehr positiv: „Nice!“, meint er, er fühle sich willkommen. Im OIC wird er sich um die Pflege und Fütterung der Fische kümmern und auch Flüchtlingen in englischer Sprache die Unterwasserwelt erklären. „Er ist sehr symphatisch, offen und neugierig“, lobt Biologin Adrienne Günther ihren neuen Mitarbeiter auf Zeit. Parallel bildet Lukas sich im Internet weiter, belegt einen Deutschkurs bei UTS und wird versuchen, auch mit den Eckernfördern ins Gespräch zu kommen.

Was ihm noch fehlt, ist eine kleine Wohnung, möglichst in der Nähe seines Arbeitsplatzes. Für die ersten Wochen ist er privat untergekommen. Wer eine Unterkunft für Lukas Mkwizu anbieten möchte, kann sich unter Tel. 04351/726055 beim Verein UTS melden.

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