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loose : Bürgerinitiative fordert Bauleitplanung

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ein Einwohnerantrag verzögert die Abstimmung zum städtebaulichem Vertrag für den Windpark Loose. Die Mitglieder der Bürgerinitiative bemängeln Fehler in drei Gutachten.

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erstellt am 27.Sep.2014 | 06:49 Uhr

„Nehmt euer Recht auf Selbstverwaltung ernst!“ Mit dieser deutlichen Aufforderung fasste Anke Detlefsen zusammen, was sie von den Looser Gemeindevertretern erwartet. Als Sprecherin der Bürgerinitiative für verträgliche Windkraft reichte sie vor wenigen Tagen einen Einwohnerantrag ein. Darin fordert die Bürgerinitiative eine Bauleitplanung für die Windeignungsfläche und eine Veränderungssperre bezüglich der Errichtung von Windkraftanlagen.

„Insbesondere Erwartungshaltungen seitens des Vertragspartners (NEK) sollten im Bauleitplanverfahren grundsätzlich nicht von Bedeutung sein, da nur die Gemeinde allein die Planungshoheit hat“, heißt es in dem Einwohnerantrag. Die Bürgerinitiative möchte so erreichen, dass die Abstände zwischen Windenergieanlagen (WEA) und Wohnhäusern vergrößert werden und nur drei Anlagen gebaut werden. Als Gründe führen die 354 Mitglieder der Bürgerinitiative den Schutz der Bürger an, zweifeln aber auch die Richtigkeit mehrerer Gutachten an.

Die Mitglieder wandten sich in mehreren Schreiben an das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR), wo die Bauanträge derzeit vorliegen. So kommen sie zu dem Schluss, dass die Abstände der Windenergieanlagen zu den Wohnhäusern teilweise nicht korrekt gemessen wurden. Detlefsen gegenüber habe die Staatskanzlei bestätigt, dass bereits bei der Ausweisung der Fläche ein Fehler aufgetreten sei. Vom Rand der ausgewiesenen Fläche zum ersten Haus seien es 577 Meter statt der erforderlichen 800, erklärte Detlefsen. „Das finde ich reichlich gravierend.“ Auch die Richtigkeit des schalltechnischen Gutachtens zweifelt die Initiative an, weshalb drei Bürger ein beweissicherndes Gegengutachten haben erstellen lassen. Auf dieses wollen sie sich notfalls stützen, falls sie gerichtlich gegen die Windparkbetreiber vorgehen werden.

Aber damit nicht genug: Auch der artenschutzrechtliche Fachbeitrag sei mangelhaft, so die Bürgerinitiative. Von „methodischen Fehlern“ spricht Anke Detlefsen. „Jeder Laie kann überprüfen, ob die Richtlinien des LLUR eingehalten worden sind.“ Sowohl die Beobachtung der Fledermäuse als auch die der Seeadler wurde laut der Looserin nicht nach den Untersuchungsstandards des Landes Schleswig-Holstein durchgeführt. Sie und ihre Mitstreiter hoffen nun, dass ihre Einwände beim LLUR berücksichtigt werden.

Der Einwohnerantrag verhinderte zunächst, dass am Donnerstagabend über den städtbaulichen Vertrag für den Windpark Loose abgestimmt werden konnte. Zunächst müsse man sich mit dem Einwohnerantrag beschäftigen, erklärte Godber Peters vom Amt Schlei-Ostsee. Bei der nächsten Gemeindevertretersitzung – die für den 16. Oktober geplant ist – werde es dann einen Beschluss über die Zulässigkeit des Antrags und einen über die Forderungen selbst geben. Sollte letzterer für die Bürgerinitiative negativ ausfallen, plant sie als nächsten Schritt einen Bürgerentscheid.

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