Bürgerinitiative befürchtet „Containerarchitektur“ am Bahnhof

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10. Juni 2018, 10:25 Uhr

Die Bürgerinitiative „Bauen in Eckernförde“ hat sich in ihrer jüngsten Sitzung mit der Entwicklung des Bahnhofsareals beschäftigt. Da nur wenig konkrete Fakten vorlägen, entwickelte sich gerade darüber eine rege Diskussion. „Die Stadt will Leitlinien für Bürgerbeteiligung erstellen, aber werden Bürger beteiligt?“, heißt es dazu kritisch in der Pressemitteilung der Bürgerinitiative. Beim „Bahnhofsareal“ scheine der Investor alle Karten in der Hand zu haben und zu bestimmen, was gebaut werde. Veröffentlicht worden sei bis jetzt nur eine Zeichnung, „die den Eindruck einer Containerarchitektur“ vermittle, und das in direkter Nachbarschaft zum Altstadtkern mit seiner Ortsgestaltungssatzung. „So wird da aber noch kein Schuh draus“, sei die einhellige Meinung der Besucher gewesen, teilte die Bürgerinitiative mit. Die Verwaltung und die Politik müssten lernen, dass es heutzutage üblich sei, Bürger an großen Projekten mitarbeiten zu lassen, um Ideen und Sorgen einzubringen. „Warum wird hier nicht wie neulich zum Thema Nooröffnung ein neuer Weg der Bürgerbeteiligung begangen?“

Am Bahnhofsareal stehe zudem noch die Kino-Frage im Raum. Dass Eckernförde ein Kino braucht, sei von allen Besuchern bestätigt worden. Allerdings hätten sich viele gefragt, „ob hier Profit und Investoren unserer Stadt die Größe vorschreiben dürfen“. Die für die Filme wichtige exzellente Technik sollte auch in kleineren Gebäuden unterzubringen sein, und ein Kino müsse mehr anbieten als nur Filmvorstellungen, betonte die Bürgerinitiative. Die in der Sitzung vorgestellten, selbst angefertigten Fotomontagen möglicher Kinobauten schräg gegenüber dem Bahnhofsgebäude hätten „Erschrecken bis hin zu Entsetzen“ unter den Besuchern ausgelöst.

Ein weiteres Thema war das Schicksal der Willers-Jessen-Schule. Viele Fragen zur Nachnutzung seien erörtert worden. Die Sitzungsteilnehmer seien gebeten worden, ihre Vorstellungen für die Nutzung des geräumten, zentral gelegenen Schulgebäudes auf Kärtchen zu schreiben. Nach Auswertung der Vorschläge möchte die Bürgerinitiative „Bauen in Eckernförde“ einen Stand in der Kieler Straße aufbauen, um die Ideen vorzustellen und mit den Bürgern zu diskutieren.

Die Einhaltung der neuen Ortsgestaltungssatzung für die Eckernförder Altstadt hat der Bürgerinitiative und den Teilnehmern der Sitzung Sorgen bereitet. Als Beispiel sei ein kürzlich umgebautes Altstadthaus Ecke Pastorengang / Gudewerdtstraße vorgestellt worden. Nach Ansicht des Altstadtvereins und der Bürgerinitiative sei dort etwas genehmigt worden, was ihrer Meinung nach nach der Ortsgestaltungssatzung unzulässig sei. Es soll ein gemeinsames Schreiben mit der Bitte um Stellungnahme an das Bauamt geschickt werden.


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