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Zukunft des Ortsteils Stift : Bürger wollen wieder Nahversorger

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Rund 100 Teilnehmer bei zweiter Planungswerkstatt für den Ortskern Stift / Großes Interesse an Neuerrichtung der Ladenzeile

Knapp 80 Bürger hatten sich zur zweiten „Planungswerkstatt Ortskern Stift“ am Sonnabend im Gymnasium Altenholz angemeldet, gut 100 kamen, die von Bürgermeister Carlo Ehrich begrüßt wurden. Wurden in der ersten Veranstaltung im Juli Ziele und Leitbilder zur Zukunft des Stifter Ortskerns entwickelt, ging es jetzt vor allem darum Möglichkeiten zur Umsetzung der Ergebnisse der ersten Werkstatt zu entwickeln.

Der Ortskern wurde dafür in drei Abschnitte eingeteilt und Arbeitsgruppen gebildet. Während die Arbeitsgruppen West (Herrenhaus und Umgebung) und Ost (Dänischenhagener Straße, Aldi, Hoffmann) durchschnittliches Interesse fanden, war die Arbeitsgruppe Mitte, die auch das Gelände der ehemaligen Ladenzeile bearbeitete, erwartungsgemäß die bestbesuchte Gruppe. Gut 60 Bürger drängten sich in dem Raum, inklusive der betroffenen Kaufleute und des Geländeeigentümers Hans M. Weber von der Grundstücks- und Vertriebsgesellschaft Hamburg. Weber favorisiert eine „große Lösung“, die nach seinen Worten sofort umgesetzt werden könnte. Im Gegensatz zum Gutachten, das einen Markt mit einer Verkaufsfläche von etwa 800 Quadratmetern vorschlägt, möchte er einen Vollsortimenter mit 1200 Quadratmetern Fläche etablieren und in einer Mall innerhalb des Gebäudes seine verbliebenen Mieter aus der abgebrannten Ladenzeile integrieren. Eine Lösung, die sowohl die Stifter Kaufleute als auch viele Bürger möchten. Gemeindevertreter Gerhard Hirschfeld wies – wie auch viele Teilnehmer – darauf hin, dass das vorrangige Ziel bei der Umgestaltung des Ortskerns die schnelle Wiederherstellung einer funktionierenden Nahversorgung sein müsse. Eine Meinung, die Anke und Jens Petersen vom Zeitschriften-, Buch- und Lottoladen sowie Sascha Berg vom Friseursalon Berg nur unterstützen können. „Es muss jetzt schnell etwas passieren. Die Versicherungen zahlen unsere Verdienstausfälle nur noch bis zum November, dann müssen wir sehen, wie wir in unseren Provisorien klarkommen“, so Berg. Ein Alternativvorschlag aufgrund des Gutachtens sähe beispielsweise den kleineren Frischemarkt am Standort der ehemaligen Ladenzeile vor, die Geschäfte der ehemaligen Ladenzeile in kleinteiliger Bebauungsform auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Welche Lösung umgesetzt wird, lässt sich laut Ehrich, der die Bürgerbeteiligung am gesamten Prozess als wichtigen Baustein sieht, noch nicht sagen: „Wir werden voraussichtlich dem Bauausschuss einen Beschlussvorschlag vorlegen können und ich hoffe, dass die Gemeindevertretung in ihrer Dezember-Sitzung ein Konzept beschließt“.

Weiterer Punkt der Gruppe war das Apothekengrundstück, in dem laut Ehrich großes Potential stecke. Nach eventuellem Abriss des Gebäudes und einem Neubau könnte dort auch ein Marktplatz zur Aufenthaltsqualität beitragen. Hinsichtlich des Gebietes rund um das Herrenhaus ist man unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes offen für eine zweigeschossige Bebauung, wobei Wert auf barrierefreie und seniorengerechte Wohnungen gelegt. Der Verkehr soll unterirdisch in eine Tiefgarage führen und der Park der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Die „Arbeitsgruppe Ost“ erarbeitete ein Konzept, wonach die Kreuzung Ostpreußenplatz / Dänischenhagener Straße durch einen Kreisverkehr ersetzt werden soll, die Dänischenhagener Straße ab dort Richtung Kiel zur Einbahnstraße wird und die Bushaltestelle auf einer separaten Busspur näher zur Kirche rückt. Außerdem soll der Aldi-Markt mit dem Getränkemarkt Hoffmann verbunden werden.

Die Bürger und alle an den Planungen Beteiligten haben sich, ihre Ideen in die etwa viereinhalbstündige Veranstaltung eingebracht. In einem waren sich aber alle einig: Vorrang gehört der schnellen Wiederherstellung der Nahversorgung.  

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