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Eckernförder Zeitung

20. September 2017 | 02:06 Uhr

Nooröffnung : Bürger sitzen jetzt mit im Boot

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Beim Großprojekt Nooröffnung ist es noch zu früh für Detaildiskussion: Einwohnerversammlung bringt Bürger auf den aktuellen Planungsstand

von
erstellt am 04.Jun.2015 | 05:53 Uhr

Eckernförde | Die Nooröffnung bewegt die Menschen. 287 Bürger, davon 265 aus Eckernförde, kamen am Dienstagabend zur Einwohnerversammlung in die Stadthalle, um sich zu informieren und die Diskussion mit Planern, Verwaltung und Politik zu suchen. Nach knapp drei Stunden war alles gesagt, wobei klar wurde, dass es in der Vorbereitungsphase für die Ausschreibung eines Investorenwettbewerbs noch zu früh ist, um über Details wie Fassadengestaltung und Anzahl der Wohnungen und Stellplätze zu sprechen. Die Einwohnerversammlung war dennoch notwendig und sinnvoll, um im offenen Dialog mit den Bürgern die Planungsgrundlagen darzulegen und Knackpunkte wie die Verkehrsführung über den Steindamm oder die uferseitige Bebauung der Gaehtjestraße zu benennen (siehe auch Fortsetzung auf der nächsten Seite).

Die Projektleiterin des treuhändischen Sanierungsträgers BIG Städtebau, Alexandra Dahmen, und die Leiterin der interfraktionellen Arbeitsgruppe zur Vorbereitung des Investorenwettbewerbs für den Bereich Binnenhafen / Nooröffnung, Katharina Heldt, hatten ihre Einführungsvorträge bewusst kurz gehalten, um der erwarteten Diskussion möglichst viel Raum zu geben. Beide Präsentationen sind auf der Homepage der Stadt unter www.eckernfoerde.de nachzulesen.

Dahmen erläuterte den Entstehungsprozess von den ersten Nooröffnungsideen im Zuge des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) im Jahr 2006, die Fortschreibung der Rahmenplanung 2008, das städtebauliche Gutachterverfahren im Jahr 2010 sowie den zur Planungsgrundlage erhobenen und mit dem Innenministerium abgestimmten städtebaulichen Entwurf aus dem Jahr 2011. Die „Grundzüge der Planung“ – der Steindamm als zentraler Platz und Verbindung zwischen der Innenstadt und Borby, die Herstellung der Wasserfläche und die Fassung der Raumkanten an den Straßen und Ufern – sind dabei unveränderbare Bestandteile. Werden diese verändert, könnte dies zum Entzug der Förderfähigkeit für das Gesamtprojekt führen, verdeutlichte Alexandra Dahmen.

Katharina Heldt fasste die Ergebnisse der Workshops der interfraktionellen Arbeitsgruppe zusammen, die seit der dritten Sitzung am 12. Mai öffentlich sind. Die nächste findet übrigens am 2. Juli um 17.45 Uhr im Ratssaal statt. Ziel sei es, Nutzungs- und Funktionsvorgaben für den Investorenwettbewerb für die Wohnbebauung zu entwickeln, der nach den Sommerferien gestartet werden soll, so dass die Ergebnisse Ende des Jahres für die weiteren politischen Beratungen und Entscheidungen vorliegen könnten. Heldt stellte die Ideensammlungen die vier Arbeitsgruppen Soziales, Wirtschaft, Ökologie und Städtebau vor. Die Nooröffnung werde als Mischgebiet (Wohnen, Gewerbe, Freizeit) geplant, es soll ein Mix aus Eigentums- und Mietwohnungen und ein Anteil für den sozialen Wohnungsbau festgeschrieben werden – die Rede war von 20 bis 30 Prozent. Es sollen unterschiedliche Wohnformen sowie Mehrgenerationenhäuser entstehen, die Wohnungen sollen barrierefrei sowie senioren- und behindertengerecht gebaut werden. Zwischen den Wohnanlagen sollen Orte der Begegnung geschaffen werden, es sind hochwertige Freiflächen und Freizeitflächen mit Bezügen zu Hafen und Noor geplant, wobei eventuell auch die Skateranlage und eine Indoorhalle untergebracht werden können. Geparkt werden soll in Tiefgaragen. Das nördliche Ufer der Nooröffnung soll naturnah, das südliche Ufer als „harte Kante“ mit Spundwand, Promenade und Wohnhäusern gestaltet werden. Dort könnten Wohnanlagen in zwei Halbkreisen entstehen: in der ersten Reihe soll eine kleinteilige Bebauung mit maximal zweigeschossigen Häusern mit Satteldach, in der inneren, zweiten Reihe bis zu dreigeschossige Gebäude plus Dachgeschoss entstehen. Auch kleinteiliges Gewerbe soll dort seinen Platz finden. Für die Gaehtjestraße hat die Arbeitsgruppe sich mehrheitlich für eine zweigeschossige Bebauung mit Satteldach ausgesprochen. Es sollen aber keine „festen Riegel“, sondern eine transparente Bauweise mit zusätzlichen Sichtachsen zum Hafen entstehen. Der Parkplatz am Vogelsang neben der Werft soll hingegen nicht bebaut werden.

Das Thema Kino an der Nooröffnung spielte kaum eine Rolle, und dürfte dort ohnehin keine Realisierungschance haben. Alexandra Dahmen (BIG) ging kurz auf die Vor- und Nachteile eines Kinos mit und ohne Einzelhandel an der Nooröffnung ein. Fazit: Nicht konform mit der städtebaulichen Planung.

Zu Beginn der Einwohnerverversammlung hatten Vertreter der Bürgerinitiative „Bauen in Eckernförde“ vergeblich versucht, eine selbst angefertigte Visualisierung der von ihr abgelehnten Bebauung an der Gaehtjestraße vorzustellen. Bürgervorsteherin Karin Himstedt hatte dies als Versammlungsleiterin mit dem Hinweis auf die Gemeindeordnung abgelehnt. Die Bürgerinitiative hatte wegen der bereits im Vorfeld erteilten Absage die Kommunalaufsicht eingeschaltet, die grundsätzlich die Rechtsauffassung der Bürgervorsteherin stützt, gleichwohl aber eine Antragstellung zur Präsentation der Visualisierung in der Einwohnerversammlung befürwortet. Das wiederum rief das Unverständnis der Bürgervorsteherin und des Bürgermeisters hervor – Himstedt bestand darauf, nur schriftliche Anträge zu inhaltlich neuen Punkten zur Abstimmung bringen zu wollen – es wurden aber keine eingereicht.

>Diskussion siehe nächste Seite

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