Bürger fragen – Politiker antworten

Auch Timo Bücker stellte Fragen an die Politiker.
Auch Timo Bücker stellte Fragen an die Politiker.

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27. April 2018, 06:50 Uhr

Die Spitzenkandidaten von sechs Parteien saßen knapp zwei Stunden auf dem Podium und beantworteten die Fragen der EZ-Redakteure Gernot Kühl und Arne. Echten Schlagabtausch gab es so gut wie gar nicht zu sehen und zu hören, vielmehr blieben die Antworten nahezu auf einer Linie. Man kam sich nicht zu nahe, man blieb moderat. Eine Tatsache, die viele Zuhörer im Publikum angesichts vieler liegengebliebener Projekte in den vergangenen fünf Jahren verwunderte.

In der Fragestunde nach der Pause war es Timo Bücker, der das auf den Punkt brachte. „Mir ist nicht klar ersichtlich, wo die Trennungslinien zwischen den einzelnen Parteien liegen.“ Karin Himstedt (CDU) räumte ein: „Es stimmt, wir drehen uns bei vielen Themen ununterbrochen im Kreis.“ Es gebe Unterschiede, so Jürgen Neumann (SPD), „schauen Sie sich die Wahlprogramme an“. Bernd Hadewig (FDP) nutzte die Chance, sich anhand des Beispiels Stadthalle abzusetzen. Das gerade beschlossene Sanierungskonzept sei angesichts der Kosten ein „Fass ohne Boden. Wenn ich in die Ratsversammlung gewählt werde, stelle ich einen Antrag, dass dieser Beschluss aufgehoben wird“.

Die Frage nach der Aufstellung eines Jugendbeirats stellte Mette Sunesen. Volle Zustimmung erhielt sie von Michael Schories (Die Linke): „Es fällt mir schwer, etwas in Eckernförde zu finden, was die Jugendlichen interessiert.“ Rainer Bosse (SSW) wies darauf hin, dass seine Partei schon einen entsprechenden Antrag gestellt habe. Auch die CDU und die SPD signalisierten Zustimmmung. Hadewig machte deutlich, dass die Ideen der Jugendlichen denn auch gehört und aufgenommen werden müssten, „nur so macht es Sinn“.

Reinhard Jentzsch stellte Bürgervorsteherin Karin Himstedt die Frage, warum er seinerzeit auf seinen Vorschlag, die Stadthalle für 1 Euro zu verkaufen und an ihre Stelle einen Neubau für Stadthalle einschließlich Hotel zu errichten, keine Antwort bekommen habe – zumal er schon einen Investor hatte. Das sei für ihn unverständlich, gerade vor dem Hintergrund der Haushaltskonsolidierung der Stadt. „An diese 1-Euro-Nummer habe ich nie geglaubt“, so Himstedt. Außerdem müsse das Kulturzentrum in städtischer Hand bleiben.

Diese Themen waren ebenfalls Gegenstand der Fragen: mögliche Verkehrsberuhigungen in Durchgangsstraßen, der Lärmaktionsplan, Bau eines Hospizes in der Noorstraße, Suche nach Investoren für Wohnungsbau, Digitalisierung der Stadt. Dazu Bosse: „Wir fordern freies W-Lan, überall, auch am Strand.“

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