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Bürger-Forum: Zeit nehmen für das Großprojekt Kino mit angebauter Stadthalle

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Bürger-Forum hat nach dem Workshop vom 29. Januar unter dem Titel „Großbaustelle Eckernförde“ folgendes festgelegt: „Das wichtigste Ziel zum Thema Kino ist für uns die Prüfung, ob eine gemeinsame Planung mit Anbau einer Stadthalle sinnvoll ist. Bis diese Prüfung abgeschlossen ist, darf nicht weiter in die Stadthalle investiert werden.“ Die Standortfrage ist dabei offen, im Workshop wurden mehrere Varianten diskutiert, der Standort solle demnach im Areal zwischen Lornsenplatz, B 76, Reeperbahn und Norderhake liegen.

Bei allen Überlegungen müsse bedacht werden, dass laut Ratsbeschluss vom 17. Dezember 2014 die schrittweise Sanierung der Stadthalle für geschätzte Kosten in Höhe von 6,5 Millionen Euro geplant ist. „Dieses Geld könnte besser für den Anbau einer Stadthalle an ein Kino verwendet werden“, so das Bürger-Forum. Die Kosten für einen freistehenden Stadthallen-Neubau lägen geschätzt bei 14 Millionen Euro, zwischen Sanierung und Neubau läge demnach eine Differenz von 7,5 Millionen Euro. Der Kostenschätzung müsse nun eine Berechnung mit Einzelaufstellung folgen.

„Bei einem gemeinsamen Bau von Kino und Stadthalle fallen allerdings einige Kosten weg“, argumentiert Fraktionsvorsitzender Matthias Huber. Toiletten, Lüftung, Parkplätze oder Eingangsbereich mit Garderobe könnten gemeinsam genutzt werden. „Die Ersparnis durch einen Anbau an ein Kinogebäude, anstatt einer freistehenden Stadthalle schätzen wir mal vorsichtig auf eine Million Euro, was die Differenz auf 6,5 Millionen Euro schrumpfen lässt.“ Im Gegensatz zum reinen Stadthallenbetrieb könnte die Gastronomie besser ausgelastet werden und dadurch dauerhaft mehr Pachteinnahmen generieren, argumentiert das Bürger-Forum. Wenn man dann noch von einem Grundstückswert des jetzigen Standortes der Stadthalle von rund drei Millionen Euro (2000 Quadratmeter à 1500 Euro) ausgeht, verringere sich die Differenz nach einem Grundstücksverkauf auf 3,5 Millionen.

Zusätzlich würden sich weitere Vorteile ergeben:

>Fremdenverkehrsabgaben von jährlich 50  000 Euro nach Ansiedlung eines Hotels oder von Ferienapartments nach dem Verkauf des Stadthallengrundstücks;
>Verlagerung des Verkehrs aus der Innenstadt mit direktem Anschluss an die B76;

>eine zukünftig moderne, sparsame, barrierefreie Stadthalle.

Zudem gebe es Signale von Investoren, die bereit seien, ein Kino zusammen mit Stadthalle zu bauen, wenn sie dafür auch ein Hotel am Exer bauen dürften. „Daher ist der Standort Skatepark für uns nicht alternativlos“, erklärte Huber. Um das Projekt zu forcieren schlägt er vor, dass – sollte sich eine gemeinsame Planung von Kino und Stadthalle lohnen –, sofort geplant, aber nur das Kino auch sofort gebaut wird. „Dann könnte in aller Ruhe die ETMG eventuell in die Willers-Jessen-Schule und die Bücherei eventuell in die Gaehtjestraße umziehen. Damit wäre ein weiterer Zankapfel vom Tisch. Später kann dann mit dem Anbau der Stadthalle ans Kino begonnen werden.“

Das Bürger-Forum möchte ebenfalls das städtische Gelände am Lornsenplatz zwischen B 76 und dem östlichem Rand der Reeperbahn bis zur Norderhake neu überplanen. Zielsetzungen:

>Umsetzung des ÖPNV- und Radverkehrskonzeptes;

>Unterbringung eines Kinos und eventuell einer Stadthalle;

>schrankenunabhängiger Verkehr mit Anschluss an die B 76;

>KfZ-Verkehr fernhalten;

>Ansiedlung Nahversorger;

>Erhalt Skatepark und Kleingartenkolonie Süderhake II;

>Verbesserung vorhandener Nutzungen (z.B. ZOB);

>Prüfung barrierefreier, evtl. schrankenunabhängiger Gleis-Übergang in Höhe Bahnhof.

Das Bürger-Forum stellt sich einen 14-tägigen Ideenwettbewerb vor, an dem sich alle Bürger beteiligen können. Die Ergebnisse sollten im Bauausschuss vorgestellt, dort gefiltert und an ein Büro für Stadtplanung weitergeleitet werden, das wiederum Vor- und Nachteile der Alternativen vorstellt.

Nachdem sich auf Initiative der Stadt und der ETMG gleich mehrere Investoren für das Hotel-Projekt auf dem Exer gemeldet hätten, „wird es nun Zeit, dass professionelle Stadtplanung mit Bürgerbeteiligung erfolgt. Denn nur auf dieser Grundlage sollte mit Investoren weiter verhandelt werden, meint das Bürger-Forum.

„Uns ist bewusst, dass wir durch dieses Verfahren noch länger auf ein Kino warten müssen, aber wir sind dazu bereit“, betonte Matthias Huber. Aufgrund der Bedeutung für das Stadtbild der nächsten Jahrzehnte müsse man sich dafür die Zeit nehmen.

>Online-Diskussion unter http://www. Buerger-Forum.com/Bauausschuss



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erstellt am 11.Feb.2016 | 16:29 Uhr

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