Bürger-Forum kritisiert "unnötige Geheimhaltung"

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17. Mai 2013, 03:59 Uhr

Eckernförde | Der Sprecher und Spitzenkandidat des Bürger-Forums, Dr. Reinhard Jentzsch, hat die Kritik seiner Partei an den erlittenen Verlusten der Stadtwerke Eckernförde an der Nordland Energie GmbH bekräftigt. Er kritisiert das Nichtveröffentlichen von Verlusten rund um die Beteiligung der Stadtwerke an der externen Vertriebsgesellschaft. Es gehe im ersten Schritt darum, von der CDU und SPD zu erfahren, warum über den Verlustbringer nie öffentlich informiert und gesprochen wurde. Die Eckernförder Stadtwerke hatten sich wie berichtet gemeinsam mit Kiel und Lübeck 2008 an der Nordland Energie GmbH beteiligt. Bereits im Geschäftsjahr 2009 habe der Fehlbetrag dieser GmbH 742 000 Euro betragen, hebt Jentzsch hervor. 2010 seien die Verluste auf 848 000 Euro gestiegen, 2011 habe der Jahresfehlbetrag immer noch bei 166 000 Euro gelegen. Die Geschäftsführung habe laut Jentzsch vier Mal in zwei Jahren gewechselt. "Das alles, die fünfprozentige Beteiligung der Stadtwerke Eckernförde und noch viel mehr ist öffentlich nachzulesen auf der Homepage des Deutschen Bundesanzeigers www.bundesanzeiger.de", ergänzte sein Vorstandskollege Dr. Heinrich Mehl. Dort seien alle wesentlichen Daten wie Jahresabschlüsse und Gesellschafterinformationen deutscher Kapitalgesellschaften bekannt gegeben.

"Wir verstehen das Argument vom Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Steffens, Vertraulichkeit sei notwendig, um bei den Verkaufsverhandlungen einen möglichst hohen Preis für den Anteil an der Nordland Energie GmbH zu erzielen. Wir verstehen ebenfalls, dass bei Investitionen gewonnen und auch mal verloren wird", so Mehl. Der vom Stadtwerke-Geschäftsführer genannte Gesamtverlust für Eckernförde in Höhe von 160 000 Euro "ist ärgerlich, aber verkraftbar", zitierte er Dietmar Steffens am 7. Mai in der EZ-Podiumsdiskussion auf Carlshöhe.

"Was allerdings nicht akzeptabel ist, ist eine unnötige Geheimhaltung. Wenn unsere Stadtwerke-Kunden nicht über bestehende Verlustbringer informiert werden - deren Verluste sie schließlich mit den Strompreisen ausgleichen müssen - , wenn die verantwortlichen Politiker aus CDU und SPD im Stadtwerke-Aufsichtsrat Fehlspekulationen nicht öffentlich kommunizieren, dann entsteht Misstrauen und dann sehen wir es als unsere Pflicht an, zu hinterfragen und im Interesse unserer Bürger aufzuklären. Sollte sich dazu noch herausstellen, dass die tatsächlichen Verluste höher sind als genannt, wäre das ein Skandal und ein Vertrauensbruch", erklärte der Spitzenkandidat des Bürger-Forums, Reinhard Jentzsch.

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