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Schulentwicklungsplan : Bürger-Forum fordert neue Schul-Debatte

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

In Eckernförde bahnt sich eine neue Diskussion um die Schulentwicklungsplanung an. Das Bürger-Forum forderte in der Ratsversammlung, erneut über den geplanten Umzug der Gorch-Fock-Schule in die leer werdende Schule am Wulfsteert zu debattieren.

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erstellt am 20.Sep.2013 | 06:08 Uhr

Es geht bergab. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde verliert bis 2025 11 920 seiner 268 058 Einwohner (Stand 31.12.2013) und führt damit die landesweite Verlustliste in absoluten Zahlen an, während Kiel im gleichen Zeitraum um 9910 Einwohner wächst. Das hat das Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein prognostiziert. Bei den Schülerzahlen sieht es noch schlimmer aus: Zur schrumpfenden Bevölkerung gesellt sich der demografische Wandel – die Zahl der Grundschüler schrumpft von 2009 bis 2025 um 22,3 Prozent, im Sekundarbereich I werden es sogar 24 bis 29 Prozent weniger Schüler sein. Daran ist erkennbar, dass der Kreis und die Kommunen frühzeitig ihre Schulangebote neu justieren und laufend fortschreiben müssen.

Die Ratsversammlung hat am Mittwochabend mit den Stimmen von CDU, SPD, SSW, FDP und der Linken bei sieben Gegenstimmen des Bürger-Forums und der Grünen der Stellungnahme der Stadt zur Fortschreibung des Schulentwicklungsplans des Kreises mehrheitlich zugestimmt. Letztlich war die Entscheidung eine erneute Bestätigung der Ratsentscheidung zum städtischen Schulentwicklungsplan vom 28. Juni 2011. Knackpunkte: Erhalt der Richard-Vosgerau-Schule und des Förderzentrums Pestalozzischule entgegen der Empfehlung des Gutachter Prof. Dr. Klaus Klemm sowie Auszug der Gorch-Fock-Schule aus dem Schulzentrum Süd und Zusammenführung mit der Grundschule Süd am Standort Wulfsteert (frühere Albert-Schweitzer-Schule).

Aus der Absegnung der Beschlussfassung wurde unversehens eine neue schulpolitische Diskussion. Edgar Meyn (Grüne) wies auf die Zielsetzung des Schulentwicklungsplans des Kreises hin, der Fehlentwicklungen, Doppelangebote und zu kleine und unwirtschaftliche Schule vermeiden wolle, zitierte er aus dem Papier. Wichtig seien demnach der Erhalt eines wohnortnahen Bildungsangebots, die Verhältnismäßigkeit des ökonomischen Aufwands sowie die Durchführbarkeit einer pädagogisch sinnvollen Beschulung. Werde an einer dieser Schraube gedreht, drohe das ganze System zu kippen.

Martin Klimach-Dreger (SPD) sagte, dass mit dem beschlossenen Schulentwicklungsplan „keine Brücken abgebrochen“ seien. Die Schulentwicklung sei ein laufender Prozess, in dem bei Bedarf die Weichen jederzeit neu gestellt werden könnten. „Es ist wichtig, dass wir mit den Schulen im Gespräch bleiben“.

Oliver Fink (FDP)wies angesichts grüner Vorbehalte darauf hin, dass die Richard-Vosgerau-Schule die Mindestzahl von 80 Schülern in der Prognose bis 2030/31 mit 130 Schüler weit überschreite und es überhaupt keine Notwendigkeit für eine wie auch immer geartete Zusammenführung mit der Fritz-Reuter-Schule gebe, für die die Prognose 116 Schüler vorhersagt. Wenn sich zeigen sollte, dass der von den beiden anderen Schulen im Schulzentrum Süd – Peter-Ustinov- und Jungmann-Schule – nicht gegeben sei, müsse man auch diese Entscheidung neu hinterfragen, so Fink. Er werde im Falle eines Bestands der Umzugsentscheidung für die Goch-Fock-Schule darauf drängen, dass die Schülerzahlen und der angemeldete Raumbedarf der anderen Schulen geprüft wird. „Wir wollen keine Schulschließung, nur weil es im Schulentwicklungsplan steht.“ Gleichwohl sei der verabschiedete Schulentwicklungsplan der Stadt die bestmögliche Lösung zum jetzigen Zeitpunkt.

Rainer Bruns (CDU) begrüßte den Runden Tisch an, zu dem die Schulleiterin der Gorch-Fock-Schule, Andrea Eick, eingeladen hatte. Dort sollte es vornehmlich um pädagogische Fragen gehen. Bleibe die Umzugsentscheidung für die Gorch-Fock-Schule bestehen, sollte man sich die Schule auch positiv bei der Gestaltung der neuen Schule einbringen.

Während Rainer Beuthel (Die Linke) keine neue Grundsatzdiskussion über den Schulentwicklungsplan führen wollte, weil es darum in diesem Fall auch gar nicht gehe, wollte Micha Bund (Bürger-Forum) genau das: „Das Bürger-Forum will diese Debatte neu führen. Mit unserer Zustimmung zum Schulentwicklungsplan determinieren wir den Wegzug der Gorch-Fock-Schule“, sagte er.

Anke Braun vom Beirat für Menschen mit Behinderung erklärte, dass am neuen Standort im Wulfsteert die Barrierefreiheit hergestellt werden müsse.

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