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Eckernförder Zeitung

17. August 2017 | 08:25 Uhr

Bühnenshow zwischen Heimat und Freiheit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Große Welt und innere Ansichten in Worten und Melodien – eine besondere Show überzeugte ein begeistertes Publikum im Koseler Hof

Zunächst wirkte das 16-köpfige Showpalast-Ensemble fast zu groß für den Festsaal im Koseler Hof, schnell aber stand fest, dass der Saal einfach zu voll war. Immer mehr Stühle mussten zusätzlich herbei geschafft werden, damit alle Gäste zur Kosel-Premiere der Show „Heimat – Freiheit“, einen guten Platz fanden. Dabei tat die Enge im Saal der Stimmung keinen Abbruch, im Gegenteil, die „kuschelige“ Atmosphäre passte zum Thema.

Rappelvoll war es und richtig laut wurde es. Zwar hatte Claudia Piehl, aus deren Feder die Show stammt, ein bunten Abend angekündigt. Tatsächlich aber wurde es viel mehr. Die Sängerinnen und Sänger ihres Ensembles präsentierten ein wahres Feuerwerk an Melodien, mal ganz leise, mal ganz laut, garniert mit klassischen Gedichten, Versen und Gedanken rund um die Themen „Heimat“ und „Freiheit“. „Im Ausland erfährt man Heimat, daheim möchte man frei sein“, hatte Claudia Piehl einführend das thematische Spannungsfeld umrissen. Die Idee zu dieser durchaus ungewöhnlichen, sehr speziellen Bühnenshow wurde in Schleswig geboren, genauer im Theater „Heimat“ auf der großen Freiheit. Das Spannungsfeld zwischen beiden Begriffen darstellen und gleichzeitig beide mit Leben füllen, das war das Ziel von Piehls Arrangement und dieses Ziel wurde voll erreicht. Wo trifft Rilke auf Freddy Quinn? Hesse auf Lolita oder Hoffmann von Fallersleben auf Shirley Bassey? Wo treffen Eindrücke von Tradition auf etablierte Rollenverständnisse? Wo gesellen sich Udo Jürgens und Frank Sinatra ganz selbstverständlich zu Peter Rossegger und Mascha Kaléko? In Claudia Piehls Show „Heimat. Freiheit.“

Ungewöhnlich kam die Show daher, ein Episodenspiel der wechselnden Stimmung. Waren die Besucher eben noch vom herzzereißenden Versen zu Tränen gerührt, haute sie das Ensemble stimmgewaltig mit „I am what I am“ geradezu vom Hocker, ließen sie gerade ihre Gedanken nach maritimen Liedern in die Ferne schweifen, dann holte sie spätestens die eigene Version von Udo Jürgens „Ehrenwertem Haus“ wieder ins Hier und Jetzt. Spielerisch wurden Alltagssituationen karikiert, Verhaltensmuster auf Korn genommen und weiter Horizonte gedanklich aufgemacht. Da wurde Mitgefühl gelebt, geweint und gelacht, und jedes Mitglied des Ensembles war auf der Bühne unverzichtbar. Tolle Stimmen, überzeugende Arrangements, feine Kostüme und ein gutes Gespür für Situationen – „Heimat. Freiheit.“ hatte viel zu bieten.

Ein besonderes Konzept, eine überzeugende Umsetzung, eine riesige Stimmung im Saal und kurzweilige 90 Minuten. Lauter als die singenden Damen und Herren war am Ende nur der Applaus des Publikums, das hartnäckig Zugaben forderte und diese auch bekam.

Kröger Frank Spack, bekennender Fan von Piehls Showpalast, war von dem großartigen Erfolg gar nicht so sehr überrascht. „Dies ist ein guter Ort für tolle Veranstaltungen“, sagte er. In Kosel sei so etwas immer möglich und angespornt durch den großen Erfolg, will er Claudia Piehl wieder in seinen Hof holen. Und diese hat zugesichert, auch wieder kommen zu wollen. Denn auch wenn ihrer Aussage nach Piehls Showpalast überall sein kann: in Kosel scheint er besonders gut aufgehoben. Obwohl diese Show ganz bestimmt überall erfolgreich sein kann.

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erstellt am 26.Aug.2013 | 00:33 Uhr

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