Buchtipps : Bücher, die einen nicht loslassen

Welche Bücher ein schönes Geschenk sind – für andere oder an sich selbst – hat Britta Günther für unsere Zeitung zusammengestellt.
Welche Bücher ein schönes Geschenk sind – für andere oder an sich selbst – hat Britta Günther für unsere Zeitung zusammengestellt.

Britta Günther und Valeria Haberer aus der Gemeindebücherei Gettorf geben Tipps zu guter Lektüre – als Geschenk oder für sich selbst

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22. Dezember 2014, 06:38 Uhr

Sie entführen die Menschen aus ihrem Alltag, sie lassen der Phantasie freien Lauf, sie bieten Spannung, Unterhaltung oder auch Wissen – Bücher sind nach wie vor ein tolles Geschenk, auch zu Weihnachten. Mit welchen Titeln man anderen oder sich selbst eine Freude machen kann, verraten Britta Günther, Leiterin der Gemeindebücherei Gettorf, und ihre Kollegin Valeria Haberer im Gespräch mit der Eckernförder Zeitung.

Für die jungen Leser empfiehlt Britta Günther „Ich, Toft und der Geisterhund von Sandkas“. Das Kinderbuch von Wieland Freund erzählt die Geschichte von der arroganten Katze Disse, die sich mit dem kleinen Hund Toft zusammentun muss, um ihr Revier auf einer dänischen Insel zu verteidigen. Denn ein Geisterhund treibt dort sein Unwesen. „Mit Hilfe von einem alten Polizeihund kriegen sie raus, was da wirklich los ist“, sagt Britta Günther über die unterhaltsame Sommergeschichte. „Mal etwas anderes“ sind „Die furchtlosen Zwei von Bahnsteig 3“ aus der Feder von Joachim Friedrich. Zwei Bahnhofstauben spielen die Hauptrolle: Pommes und Billy. Sie verlassen ihren Bahnsteig, um die Taubenschule zu besuchen. Und als sie am nächsten Tag zurückkommen, sind all ihre Freunde weg. Die Spur führt zum fiesen Bahnhofswärter. „Das Buch ist wirklich witzig. Man wird die Tauben am Bahnsteig danach mit anderen Augen sehen“, sagt die Bibliothekarin und lacht. Wer auf der Suche nach einem bezaubernden Bilderbuch ist, dem legt sie „Ich groß, du klein“ von Lilly L’Arronge ans Herz. Die Bildergeschichte um zwei Wiesel kommt mit wenigen Worten aus und verdeutlich auf herzerwärmende Weise die Gegensätze, die zwischen Erwachsenen und Kindern bestehen.

Für Jugendliche hat Britta Günther „Alles, was ich sage, ist wahr“ von Lisa Bjärbo und „Arthur oder wie ich lernte, den T-Bird zu fahren“ von Sarah N. Harvey ausgewählt. Der Roman von Bjärbo entführt den Leser nach Schweden in die Welt von Alicia, die die Schule abbricht, um in einem Café zu jobben. Sie verliebt sich in Isak und zieht bei ihrer Oma ein. Als die stirbt, gerät Alicias Welt ins Wanken. „Das Buch zeigt auf, was an gegensätzlichen Gefühlen parallel möglich ist, und dass es wichtig ist, seinen Weg zu gehen. Aber auch dass es in Ordnung ist zurückzukommen, wenn man merkt, dass es nicht der richtige ist“, sagt Günther. In den USA spielt die Geschichte von Arthur und Royce, der von seiner Mutter genötigt wird, im Sommer seinen dementen Großvater zu betreuen. „So erahnbar die Handlung im ersten Moment zu sein scheint, der Leser wird immer wieder von der Geschichte überrascht, die nicht in Klischees verfällt und ohne Dramatik auskommt“, sagt Britta Günther. „Starke Charaktere, schöne Momente.“ Obwohl der Tod in beiden Büchern eine Rolle spiele, seien sie lebensbejahend und unbedingt lesenswert.

Bei den Empfehlungen für Erwachsene steht Günthers Lieblingsbuch des Jahres an oberster Stelle: „Das Wesen der Dinge und der Liebe“ von Elizabeth Gilbert. Der Roman erzählt die Geschichte von Alma Whitaker, die tatsächlich gelebt hat und als Tochter eines Pflanzenhändlers im Amerika Anfang des 19. Jahrhunderts aufwuchs. Sie verschrieb ihr Leben der Wissenschaft und forschte über Moos. Dabei machte sie dieselben Entdeckungen wie Charles Darwin, hielt diese aber zurück. Es treibt sie mehr an, denn sie möchte verstehen, warum Menschen sich nach Liebe sehnen. „Alma ist jenseits aller Frauenbilder, die man in Romanen findet. Sie wächst einem so ans Herz“, findet Britta Günther. Am Ende der Lektüre bleibe weit mehr als die Erkenntnis, dass man Moos bisher womöglich stark unterschätzt hat.

Eine Geschichte, die der Leser nicht so schnell vergessen wird, hat Valeria Haberer ausgewählt: „Das unerhörte Leben des Alex Woods oder Warum das Universum keinen Plan hat“. In dem Buch von Gavin Extence geht es um den außergewöhnlichen Jungen Alex, der bei einem Meteoriteneinschlag am Kopf verletzt wird, und den eigenwilligen Mr. Peterson, der nach Einsätzen in Vietnam zum Pazifisten geworden ist. Ein Zufall führt die beiden zusammen und legt den Grundstein für eine Freundschaft. Darauf baut eine humorige Geschichte auf, die mit ernsten Themen des Lebens konfrontiert.

Außerdem empfiehlt Haberer „Der Sound meines Lebens“ von Jonathan Tropper. Hauptfigur Drew Silver hat seine Karriere als Rockstar lange beendet, seine Ehefrau hat ihn verlassen, und seine Tochter will nichts mehr von ihm wissen. Als er eine lebensbedrohliche Diagnose bekommt, muss er sein Leben überdenken und sich entscheiden. „Ein witziges, trauriges, ironisches und mit viel Liebe geschriebenes Buch“, findet Valeria Haberer.

Wem der Sinn nach einem „Schmalzroman“ steht, der dürfte mit Lucinda Rileys „Das italienische Mädchen“ den richtigen Lesestoff finden. Die dramatische Liebesgeschichte spielt in der Musikwelt der 60er Jahren in Italien, London und Amerika. Freunde des Krimis werden von der Sebastian Bergmann-Reihe des Autorengespanns Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt nicht enttäuscht werden. „Diese Bücher kann man nicht aus der Hand legen“, sagt Britta Günther.

Wer nun Lust aufs Lesen bekommen hat, kann sich noch bis zum 20. Dezember in der Gemeindebücherei mit Lesestoff eindecken. Vom 22. Dezember bis 3. Januar hat die Bibliothek geschlossen. Ab Montag, 5. Januar, ist sie zu den gewohnten Zeiten montags und dienstags von 15 bis 18.30 Uhr sowie freitags und sonnabends von 10 bis 12.30 Uhr geöffnet. Neu sind die Öffnungszeiten am Donnerstag von 10 bis 12.30 Uhr und 15 bis 18.30 Uhr. Am Mittwoch hat die Bücherei geschlossen.

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