Stürmischer Sonnabend in Eckernförde : Brutale Böen und tosende See

Ab 6,50 Meter läuft der Hafen über – Glück gehabt.
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Ab 6,50 Meter läuft der Hafen über – Glück gehabt.

Tag 2 des eisigen Oststurms sorgte an den Küsten für einen Ausnahmezustand. Polizei meldet zahlreiche Unfälle im Schneesturm.

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19. März 2018, 06:15 Uhr

Eckernförde | Selten war eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes so berechtigt, treffend und notwendig wie am vergangenen Freitag und Sonnabend. Mit Urgewalt traf der Schneesturm „Irenäus“ von See her mit Orkanböen auf die Küste. Eisige Temperaturen und teilweise brutale Böen schüttelten auch das Ostseebad kräftig durch. Bäume stürzten um, Dächer wurden teilweise abgedeckt, es gab Unfälle mit Verletzten. Die Polizei und die Freiwillige Feuerwehr waren pausenlos im Einsatz und haben ein extrem stressiges Wochenende hinter sich. Der dauerhafte Oststurm mit Windstärken zwischen 10 und 12 und heftigen Böen verwandelte die zumeist ruhige Ostsee in eine tosende See, die mit enormer Kraft die Standfestigkeit der Molen, Mauern und Halteleinen der Schiffe im Hafen testete, die gerade noch standhalten konnten. Permanent schlugen die Brecher über die Kaimauer und setzten das Hafenumfeld und die Promenaden an einigen Stellen unter Wasser. Spaziergänger mussten aufpassen, keine unfreiwillige Dusche verpasst zu bekommen. Zahlreiche „Sturm-Touristen“ zog es an die überfluteten Strände und den bis zur Oberkante gefüllten Hafen. Die beißende Kälte und die an die Substanz gehenden, brüllenden Böen ließen jedoch nur einen sehr kurzen Aufenthalt an der Sturmfront zu.

„Zwischendurch kurz nach Hause, eine halbe Stunde später der nächste Alarm“, so schildert Christian Dibbern von der Freiwilligen Feuerwehr Eckernförde sein Sturm-Wochenende. Etwa 30 aktive Feuerwehrmänner leisteten zwischen Sonnabend- und Sonntagmittag bei zehn Einsätzen Schwerstarbeit: Umgewehte Zäune, entwurzelte Bäume, abgedeckte Dachziegel. Glücklicherweise stieg der Pegel im Hafen nicht über 6,30 Meter und blieb damit 1,30 Meter über dem mittleren Hochwasser, so dass die kritische Schwelle von 6,50 Meter nicht erreicht wurde und die Sandsäcke im Bauhof-Depot bleiben konnten. Gestern beruhigte sich die Lage. „Ich hoffe, dass wir einen ruhigen Sonntag verleben können“, sagte Dibbern, der mit seinen Kameraden sieben Stunden am Sonnabend und fünf Stunden am Sonntag im ehrenamtlichen Einsatz war.

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