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Bodenlager : Brückner: „Kiesgrubenverfüllung de luxe“

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Firma Brückner betreibt in der Kiesgrube Barkelsby ein Bodenlager der Deponieklasse 0 / Umfangreiche Abdichtungen und Kontrollen vorgeschrieben

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erstellt am 16.Mai.2017 | 06:01 Uhr

Barkelsby | Viele Jahre lang wurde Kies aus der Grube Barkelsby gefördert. Nun wird das rund elf Hektar große Areal zwischen B  203 und Riesebyer Straße Richtung Ortseingang Barkelsby mit Böden verschiedener Baustellen wieder auf das ursprüngliche Geländeprofil verfüllt. Die Firma Brückner Rohrtechnik GmbH aus Kappeln hat das Areal 2013 erworben. Zugleich übernahm die Firma die vorliegende Genehmigung für den Betrieb einer Deponie, eines Bodenlagers für Inertabfälle (unbelasteter Bauschutt und unbelasteter Boden) der Deponieklasse 0 (DK0) für rund 1,1 Millionen Kubikmeter.

„Das ist eine Kiesgrubenverfüllung de luxe“, stellen Inhaber Uwe Brückner und sein Sohn Lutz fest. Bevor nämlich in die Grube, die von der B  203 bei der Vorbeifahrt kurz zu sehen ist, Boden eingebracht werden darf, muss die Anlage bautechnisch vorbreitet werden. Anders als früher, wo Kiesgruben oft ohne System und ohne Auflagen einfach verfüllt wurden, muss die Firma Brückner die Ablagerflächen mit einer geologischen Barriere nach unten und oben abdichten, das Sickerwasser auffangen und regelmäßig Wasserproben in Fachlaboren analysieren lassen.

Stück für Stück soll das Areal für die Bodeneinlagerung vorbereitet werden. Für einen ersten Abschnitt liegt dem Betrieb bereits eine Genehmigung vor. Dort wurde innerhalb von fast zwei Jahren zunächst eine bis zu 75 Zentimeter mächtige Tonschicht mit Wellenoberfläche eingebracht. Auf diese natürliche Abdichtung wurden Drainagerohre mit 30 Zentimeter Durchmesser, im Abstand von 30 Metern, verlegt. Sie werden vollständig in eine Schicht aus grobem Kies eingebettet, durch die Sickerwasser in die Drainagerohre geführt wird, erklärt Uwe Brückner. Darauf erst wird der Boden eingebaut.

Dies geschieht nach einem festen System und wird genau dokumentiert. „Wir müssen wissen, wo welche Ladung, von welcher Baustelle liegt“, stellt Lutz Brückner fest. Nur so könnten sie bei Bedarf, möglicherweise falsch eingebrachtes Material, orten und entfernen. Der Anlieferverkehr steuert zunächst die Lkw-Waage im Brückner-Betrieb in Birkensee an. Dort wird der Nachweis für die Unbedenklichkeit der Ladung kontrolliert und die Menge dokumentiert. Sie wollen natürlich nur Material annehmen, was der zulässigen Kategorie DK 0 entspricht, erklären Brückners. Dann wird das Material über B  76 und B  203 nach Barkelsby, Abfahrt Rosseemoor, gefahren. Dort wird es dann mit dem Radlader verteilt.

Regelmäßig werden nach dem Einbau Bodenproben genommen, die im Labor untersucht werden. Zusätzlich misst Lutz Brückner die genauen Abladeplätze mit einem GPS-Messgerät ein, um die Position zu dokumentieren. „Wir haben nichts zu verstecken“, sagt Uwe Brückner. Zusätzlich haben sie elf Grundwassermessstellen eingerichtet, die ebenfalls regelmäßig beprobt werden. Hat die Bodenablagefläche etwa wieder die ursprüngliche Geländehöhe erreicht, wird der Bodenkörper mit Ton abgedeckt. Darüber folgt eine Kiesdrainageschicht, auf die Erde aufgebracht wird. Eine Bepflanzung mit Sträuchern bildet den Abschluss.

Über die Erddrainage wird das Sickerwasser in ein spezielles Auffangbecken abgeleitet und aufgefangen. Das Becken ist mit einer vier Millimeter dicken Folie ausgekleidet. Es fasst 2500 Kubikmeter Wasser. Erreicht der Pegel dreiviertel des maximalen Füllstands, wird die Wasserqualität im Labor geprüft und der Genehmigungsbehörde vorgelegt. Ist die Wasserqualität unbedenklich, wird das Wasser über einen Schieber abgelassen. Sollte es unerwünschte Inhaltsstoffe aufweisen, muss Brückner das Wasser abpumpen lassen und über eine Kläranlage reinigen lassen.

Parallel zur Einrichtung des ersten Bodenlagers wurde zuletzt eine rund 3,5 Hektar große Ausgleichsfläche westlich der Ablagerfläche hergerichtet. So entstanden Senken und Knickwälle, aber auch Versickerungsbereiche, in die Wasser beim Ablassen des Sickerwasserspeichers einfließt. Die Fläche wurde mit verschiedenen Landschaftsplanern und Biologen in Absprache mit dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume (LLUR) konzipiert. „Es soll ein Trockenrasen auf Magerstandort entstehen“, erzählt Uwe Bruckner. Er und sein Sohn freuen sich darüber, dass die ehemalige Grube wieder zu einem vielseitigen Lebensraum wird. Es habe sogar schon Anfragen gegeben, ob die Fläche später auch als Erholungsfläche zugänglich gemacht werden könnte. Soweit sind sie noch nicht. Im Herbst werden zunächst die Knicks gepflanzt und auch Sträucher und Initialpflanzungen vorgenommen.

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