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Völkerverständigung : Brücke zwischen Ostsee und Mittelmeer

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Strande und Rayol-Canadel sur mer in Südfrankreich unterzeichnen Absichtserklärung zu Gemeindepartnerschaft und verstärktem gegenseitigen Austausch.

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2016 | 06:49 Uhr

Strande | Holger Klink ist seit Freitag nicht mehr „nur“ Bürgermeister von Strande, sondern auch offiziell Ehrenbürger der Gemeinde Rayol-Canadel sur mer.

Auch wenn die Farben des Bandes am Siegel auf der Urkunde mit seinem blau-weiß-rot bei Schleswig-Holsteinern Heimatgefühle aufkommen lassen, handelt es sich hier um die französischen Nationalfarben. Denn Rayol-Canadel sur mer liegt in Südfrankreich im Département Var, direkt am Mittelmeer. Von Donnerstag bis Sonnabendnachmittag war Jean Plenat, Bürgermeister von Rayol-Canadel sur mer, mit einer Delegation von zehn Bürgern erstmals zu Gast in Strande, um eine bislang lockere, auf privater Ebene bestehende Partnerschaft zwischen beiden Gemeinden zu festigen. Dazu unterzeichneten beide Bürgermeister eine Absichtserklärung, in der sie vereinbaren, sowohl Schüleraustausch, kulturelle Veranstaltungen und sportliche Aktivitäten als auch Erfahrungsaustausch hinsichtlich Tourismus, Umwelt- und Küstenschutz sowie die Entwicklung nachhaltiger Kontakte zwischen Bürgern beider Gemeinden zu fördern. Angestrebt wird zudem, nachhaltiges Interesse der Bürger beider Gemeinden vorausgesetzt, eine offizielle Partnerschaft zwischen den Gemeinden.

Begonnen hatte das Ganze vor etwa einem Jahr aufgrund privater Kontakte, wie Christine Paustian, die zusammen mit Ehemann Peter und weiteren Strander Bürgern zu den Initiatoren der Partnerschaft gehört, sagte. „Die Idee stieß in Strande auf positive Resonanz. Schon zweimal war eine Delegation aus Strande in Rayol-Canadel zu Gast, heute ist es der erste Gegenbesuch“, so Paustian. Anfang 2017 soll ein gemeinnütziger Verein gegründet werden, der die Aktivitäten organisiert. Ebenfalls 2017 soll der Schüleraustausch starten. Und Ende Februar, Anfang März ist eine Fahrt zur Mimosenblüte geplant, was in Südfrankreich in etwa der hiesigen Rapsblüte entspricht.

Zur Unterzeichnung der Absichtserklärung hatten die französischen Gäste einen Abend im Rahmen des Strander Adventsfensters gestaltet. Statt Lebkuchen, Keksen und Glühwein gab es in einem nahezu überfüllten Zelt neben der Tourist-Information ein warm-kaltes Buffet mit südfranzösischen Spezialitäten und natürlich französischem Wein. Zuvor hatten die Gäste, die privat bei Strandern untergebracht waren, bereits den Ort vorgestellt bekommen, hatten sich die neue Promenade angesehen und die Schule besucht. Am Sonnabend ging es unter anderem zum Gut Eckhof, wo sie auch etwas über die Geschichte der Region hörten.

Und was sagen die Gäste zum Wetter in Schleswig-Holstein? „Wir haben viel Schlimmeres erwartet, es ist doch recht mild“, sagte Bürgermeister Plenat lachend. In seinem etwa 750 Einwohner zählenden Ort herrschen um diese Zeit Temperaturen um die 15 Grad, die Wassertemperatur liegt bei rund 14 Grad. Begeistert waren die Gäste vom Strander Adventsfenster. „Jeden Tag eine andere Feier an einem anderen Ort“, schwärmte Jean Plenat, der auch den Charme der Gemeinde und insbesondere der Bürger hervorhob. „Der Abend ist der Auftakt zu einem hoffentlich regen Austausch zwischen unseren Gemeinden – nicht hauptsächlich auf Verwaltungsebene, sondern überwiegend seitens der Bürger“, so Holger Klink, der für den Fall, dass alles gut läuft, eine offizielle Partnerschaft anstrebt. Und es herrscht Einigkeit, dass eine Freundschaft von den Bürgern der Gemeinden getragen werden soll, da sind sich Klink und sein Amtskollege Plenat einig.

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