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Turbulente Jahresversammlung : Britta Schlegel bleibt Gildeschreiberin

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bei der Jahreshauptversammlung der Borbyer Gilde gab es eine heftige Diskussion um das Amt des Gildeschreibers. Der Vorstand hatte Heiner Petersen vorgeschlagen.

Eckernförde | Sturmwolken am Himmel, kabbelige See und doch noch ein sicherer Hafen am Schluss: Die Jahreshauptversammlung der Borbyer Gilde hatte es in sich. Ein übervoller Gemeindesaal am Sonnabend in der Norderstraße zeigte die hohe Brisanz. 108 Mitglieder der größten Toten- und Knochenbruchgilde ihrer Art in Schleswig-Holstein kamen, um zu wählen. Der wichtige Posten der Gildeschreiberin, den seit sieben Jahren Britta Schlegel innehat, stand zur Wahl.

Gildevorsitzender Lorenz „Lorne“ Marckwardt machte deutlich: „De Vörstand hett sik Gedanken maakt, wenn de dregenden Säulen vun uns Gill nich mehr miteenanner könn, dann mütt wi Verännerung angahn.“ Schon seit längerem gibt es eine Diskrepanz zwischen dem Vorsitzenden und der Gildeschreiberin. Aus den Reihen der Helfer zum Gildefest sei ein Wechsel an den Vorsitzenden herangetragen worden. Der Vorstand schlug Heiner Petersen als Kandidat für den Posten des Gildeschreibers vor und löste damit sowohl bei den Mitgliedern als auch aus den Reihen der Zwölfer eine rege Diskussion aus. Während sich Heiner Petersen, gebürtiger Borbyer und durch seine Zeit als Gildemeister in der Eckernförder Bürgerschützengilde von 1570 bekannt, vorstellte und darauf hinwies, dass er viel Erfahrung mit Vorstandsarbeit und mit seiner anstehenden Pensionierung Zeit für Ehrenämter habe, stellte sich Britta Schlegel ebenfalls wieder zur Wahl. In ihrer Rede wies sie darauf hin, dass sie mit der Gilde und der plattdeutschen Sprache aufgewachsen sei und ihr Amt gerne und mit familiärem Rückhalt ausübe: „Ik erinner mi daran, dat mien Vörgänger mi twee Johr in mien Amt inwiest hett. Düsset Amt, dat hel veele Opgaven rund üm de Organisatschoon vun uns Gillfest utmaakt un sik vun Johr to Johr wieder entwickelt. Schaad is, dat mich nich een vun ju mal ansnackt hebbt, ik bün en Gillsüster, de jümmers en open Ohr hett.“

Ehrenöllermann der Eckernförder Beliebung Arnold Metzger erinnerte „Lorne“ an seine eigenen Wörter: „Lorne, ik wett noch, as du mit vel Stolt in den Boss op dien Fruen in Vörstand hinwiest hett mit de Wöör, bi uns sünd de Fruen keen Häkelbüdelvereen, bi uns kreeg se en Opgav. Ik meen, Britta hett dat siet Johr un Dag goot maakt, wi hebbt uns an de Deern gewöhnt. Wat in ju Vörstand nich hinhaut mütt ji doch in de Reeg kregen.“ In der hitzigen Debatte erinnerte Zwölfer Peter Blender an den Leitspruch der Gilde: Einer für alle, alle für einen.

Der Vorsitzende erläuterte, dass die Gildeschreiberin Aufgaben, unter anderem die Zeltgestellung bearbeitet habe, die seines Erachtens nicht zu ihren Aufgaben gehörten und zur Unzufriedenheit des Zeltstellers geführt hätten. Aus den Reihen der Mitglieder kam die Empfehlung, diese Aufgaben deutlich und klar zu formulieren, um Missverständnissen vorzubeugen. Als weiterer Kandidat wurde Roger Mambrey vorgeschlagen. Schließlich erhielt Britta Schlegel von 100 abgegebenen Stimmen 47, Heiner Petersen 43 und Roger Mambrey acht Stimmen. Zwei Stimmen waren ungültig. Ralf Wiebenson wurde einstimmig zum 2. Vorsitzenden wiedergewählt, wies aber darauf hin, dass er aus persönlichen Gründen dieses Amt nur für ein Jahr bekleiden möchte. Sefko Feratoski wurde in Wiederwahl erneut zum Beisitzer gewählt.

Als Neumitglied wurde Margret Paulsen Duschle (49) in die Gilde aufgenommen. Mit dem Ausblick auf die drei tollen Tage von Borby vom 21. bis 23. Mai steuert die Gilde nun wieder in ruhiges Fahrwasser.

> www.borbyer-gilde.de



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