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Erdölförderung : Briefe gegen Fracking ab sofort online

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Über die Internetseite des Wasserbeschaffungsverbandes können Schwansener jetzt ihren Protest gegen die Erdölförderung in der Region ausdrücken.

shz.de von
erstellt am 23.Feb.2015 | 18:17 Uhr

Erdölförderung mitten im Grundwassereinzugsgebiet? – für den Wasserbeschaffungsverband Mittelschwansen (WBV) in Waabs ist das absolut nicht denkbar. Mit einem Protestschreiben gegen die Fracking-Pläne im Erlaubnisfeld Eckernförde will der Verband Druck auf die zuständigen Ministerien machen und das Vorhaben zur Erdöl- und Erdgasgewinnung zu Fall bringen.

Verbandsvorsteher Horst Böttcher, der im Fracking eine Gefahr für die Wasserversorgung sieht, hat dafür eine Briefvorlage erstellt, die von möglichst vielen Bürgern genutzt werden soll. Sie ist ab sofort unter der Internetseite www.wbv-mittelschwansen.de zu finden. Lediglich der Eintrag der Adresse, eines Datums und einer Unterschrift wird verlangt. Bequem kann das Formular dann ausgedruckt und in Form eines normalen Geschäftsbriefes abgeschickt werden.

Bürger haben auf der Seite des WBV unter „Downloads“ die Wahl, ob sie das „Anschreiben Bundesumweltministerium“ oder „Anschreiben Landesministerium“ wählen. „Wenn jemand eine dieser beiden Möglichkeiten wahrnimmt, dann ist das schon toll. Werden gleich zwei Schreiben abgeschickt, dann wäre das großartig und der Druck auf die Ministerien umso größer“, sagte Horst Böttcher in der Hoffnung auf zahlreiche Unterstützung und ergänzte: „Wenn es von der Bevölkerung keine Reaktionen gibt, dann entsteht der Eindruck, die geplante Erdölförderung sei in Ordnung.“

In einem nächsten Schritt will Böttcher, mit einem Budget von 1500 Euro im Gepäck, die Bürgermeister aus 14 umliegenden Gemeinden dazu einladen, gemeinsam nach Berlin zu fahren. In Absprache mit den beiden Bundestagsmitgliedern Dr. Johann Wadephul (CDU) und Sönke Rix (SPD), soll ein Termin zwischen dem 18. und 22. März gefunden werden, um das gegenwärtig geltende Bundesberggesetz, das Probebohrungen im Bereich Waabs rein rechtlich zulassen könnte, zu besprechen und zu hinterfragen. „Dann habe ich mein Pulver auch erstmal verschossen. Danach fällt mir nichts mehr ein“, erklärte Böttcher.

Erhält die norwegische Firma Central Anglia beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie die gewünschte Aufsuchungserlaubnis für das Bewilligungsfeld Waabs, könnte sie Probebohrungen nach Erdgas und Erdöl mitten im Einzugsgebiet des Wasserwerkes des WBV vornehmen. Der Verband befürchtet dabei die Beschädigung einer vorhandenen natürlichen Deckschicht, die eine schützende Funktion für das zu fördernde Grundwasser hat.

Eine zusätzliche Gefahr für das Grundwasser wird unter anderem durch die Freisetzung von Kohlenwasserstoffen gesehen, die im Rahmen von Erkundungs- und Fördermaßnahmen – so wird es in dem Schreiben noch einmal deutlich erläutert – freigesetzt werden können. Wer ein Schreiben ausfüllt, fordert eine ganz klare Regelung zum Verbot von Fracking über das Bundesbergrecht. Abschließend wird dann die Erklärung abgegeben, dass die zukünftige Trinkwasserversorgungssicherheit im Zuständigkeitsbereich des WBV Mittelschwansen durch das geltende Bundesberggesetz „in höchstem Maße als gefährdet“ angesehen wird. Wie viele Briefe bei den Ministerien tatsächlich eingehen müssen, um eine Änderung des Gesetzes zu bewirken, ist derzeit nicht ersichtlich. Prinzipiell gilt: „Je mehr, desto besser“, so Geschäftsstellenleiterin Marta Kraft. „Wenn 3000 Briefe rausgehen, war’s eine tolle Aktion“, sagte Böttcher.

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