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Eckernförder Zeitung

19. August 2017 | 12:00 Uhr

Brekendorf: Kiesabbau im Norden tabu

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Rohstoffgewinnung soll sich im Südwesten der Gemeinde konzentrieren / Kommunalpolitiker wollen weniger Eingriffe in Natur und Landschaft

Seit fast einhundert Jahren werden in der Gemeinde Brekendorf Sand und Kies abgebaut. „Autobahn 7 und Hindenburgdamm – da ist eine Menge ’Brekendorf’ drin“, macht Bürgermeister Gerhard Guthardt das Ausmaß der Kiesförderung in den vergangenen Jahrzehnten deutlich. Und ein Ende des Rohstoffabbaus ist nicht in Sicht. Weil die Firma Erich Nissen aus Lohe-Föhrden im Jahr 2012 eine Fläche von 9,8 Hektar im Norden des Dorfes gekauft hat und dort die Ausweisung einer neuen Abbaufläche beantragt hat, will die Gemeinde durch die 4. Änderung ihres Flächennutzungsplans steuernd eingreifen, um den Rohstoffabbau räumlich und zeitlich zu ordnen.

Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde ein Gutachten in Auftrag gegeben, das Grundlage der Fortschreibung des Landschaftsplans ist. Das Planungsbüro „Pro Regione“ aus Flensburg stellte darin fest, dass der Kiesabbau grundsätzlich einen Konflikt zu Natur- und Landschaftsschutz beinhalte. Der Aspekt „Landschaftsbild“ habe dabei einen besonderen Stellenwert. Es sei wichtig, die mit dem Abbau verbundenen Eingriffe in Natur und Landschaft sowie die Belastung der Einwohner durch Immissionen und Verkehr zu minimieren.

Der Landschaftsplan als Grundlage der Änderung des Flächennutzungsplans sieht vor, den Sand- und Kiesabbau auf das Gemeindegebiet südwestlich der Ortslage zu konzentrieren. Ein Abbau nördlich der Ortslage solle vollständig aus den weiteren Betrachtungen herausgenommen werden. Darauf bezieht sich die Gemeinde auch in ihrer Ablehnung: In Brekendorf werde seit einhundert Jahren „in allen Himmelsrichtungen“ Kies abgebaut, nur im Norden nicht. Diese naturnahe Fläche müsse erhalten bleiben. Zudem sei die Erschließung nicht gesichert, denn der gemeindeeigene Wirtschaftsweg sei für 40-Tonner-Lkw nicht geeignet. Außerdem würde der Schwerlastverkehr durch den Ort zu einer Gefährdung der Bevölkerung führen.

„Wir streben keine Verhinderungsplanung an, sondern eine Konzentrationsplanung“, machte Guthardt deutlich. Dort, wo in der Vergangenheit Rohstoffe abgebaut wurden, solle das auch in Zukunft möglich sein. In den wenigen Gebieten, in denen bisher kein Kiesabbau stattfand, soll keine Genehmigung dafür erteilt werden.

Die 4. Änderung des Flächennutzungsplans wurde von den Gemeindevertretern in ihrer Sitzung am Dienstag einstimmig verabschiedet. Das Innenministerium muss diesen Beschluss noch bestätigen.

Nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Schleswig über die Abwägung von harten und weichen Kriterien bei der Ausweisung von Windkraftflächen herrscht auch in Brekendorf Unklarheit darüber, welche Auswirkungen das Urteil auf den Kiesabbau haben wird.

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erstellt am 14.Aug.2015 | 06:00 Uhr

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