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Neuer Geschäftsführer in Holtsee : Branchenkenner durch und durch

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Dr. Walter Vaitiekunas ist neuer Geschäftsführer der Meierei Holtsee-Ascheberg. Der Nachfolger von Hartmut Kittler hat Agrarwissenschaften studiert. Der 52-Jährige gilt es exzellenter Kenner der Branche.

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erstellt am 02.Jan.2014 | 06:29 Uhr

Den Jahresabschluss 2013 macht Hartmut Kittler noch gerne. „Es war schließlich das erfolgreichste Jahr in der Firmengeschichte“, betont der Geschäftsführer der Meiereigenossenschaft Holtsee-Aschberg. 123 Millionen Kilogramm Milch wurden in den vergangenen zwölf Monaten angeliefert – so viel wie noch nie in den 75 Jahren.

Diese kontinuierliche Entwicklung, die Kittler vor achteinhalb Jahren in dem Unternehmen eingeläutet hat, soll Dr. Walter Vaitiekunas jetzt fortsetzen. Seit Jahresbeginn ist der 52-Jährige neuer Geschäftsführer der Meierei und Nachfolger von Hartmut Kittler. Bereits seit zwei Monaten teilen er und Kittler sich ein Büro. Offiziell hat Vaitiekunas gestern die Geschäftsführung übernommen, Kittler wird ihm noch bis zum 1. Juli beratend zur Seite stehen. „Mit 63 Jahren ist dann Schluss“, sagt Kittler. Als er im Oktober 2005 nach Holtsee ging, blieb seine Familie im niedersächsischen Bremervörde zurück, nur am Wochenende sah er sie. Kittler ist froh, wenn er endlich wieder täglich zu Hause sein kann.

2005 steckte die Meierei in einer wirtschaftlich angespannten Situation. Der Investitionsstau sei enorm gewesen. „Der Betrieb wurde strategisch ganz neu ausgerichtet und die Organisationsstruktur modernisiert“, erinnert sich Kittler. Ein Sozialplan für die Mitarbeiter wurde erstellt, die Produktionskapazität im Laufe der Jahre verdoppelt und die Qualität erhöht. Einen hervorragenden Eindruck habe Dr. Walter Vaitiekunas von der Meierei. „Der Restrukturierungsprozess war erfolgreich“. Von einer regionalen Molkerei habe sich das Unternehmen zu einem internationalen Betrieb mit hohem Exportbereich entwickelt. Ein wichtiger Aspekt, wie Vaitiekunas betont, denn der Milchmarkt in Deutschland sei weitgehend gesättigt, vor allem aber Osteuropa biete noch großes Potenzial.

Dr. Walter Vaitiekunas studierte in Göttingen Agrarwissenschaften und promovierte 1992. In den folgenden Jahren war er in führenden Unternehmen der Futtermittelindustrie, der Molkereiwirtschaft und Nutzviehhandels tätig. Unter anderem war er Geschäftsführer der PIC Deutschland GmbH in Schleswig und zuletzt Geschäftsführer des Zuchtunternehmens Hermitage im brandenburgischen Golzow. „Er ist ein absoluter Branchenkenner“, sagt Kittler über seinen Nachfolger. Bereits frühzeitig, im März 2012, wurde die Stelle des Meierei-Geschäftsführers ausgeschrieben. Über 100 Bewerbungen gingen ein. Mit fünf Interessenten führte eine Findungskommission, bestehend aus Aufsichtsrat und Vorstand, Gespräche. Im Herbst vergangenen Jahres fiel dann die Entscheidung für Vaitiekunas. Bereits bei der 75-Jahr-Feier der Meierei in diesem Jahr konnte er vorgestellt werden. Der 52-Jahre alte Busdorfer ist verheiratet und hat zwei Kinder. Mit der neuen Herausforderunge in Holtsee ist auch die Nähe zur Familie wieder gewährleistet.

In den vergangenen zwei Monaten hat sich der neue Geschäftsführer schon bei allen Mitarbeitern vorgestellt und auch erste Kontakte zu den Landwirten geknüpft. Doch bis er sich bei allen 186 Lieferanten persönlich vorgestellt hat, wird noch einige Zeit vergehen. Gerade dieser Kontakt zu den Lieferanten, die die Kapitaleigner des Unternehmens sind, sei immens wichtig. „Der Geschäftsführer ist da die Schnittstelle“, sagt Kittler aus Erfahrung.

Die positive Entwicklung der Meierei, die Kittler 2005 in Gang gesetzt hat, will Vaitiekunas fortsetzen. „Es sind noch Produktionsreserven vorhanden“, erläutert er, insbesondere vor dem Hintergrund, dass 2015 die Milchquotenregelung fällt und die Mengenbegrenzung damit aufgehoben wird. „Die Milchanlieferung wird somit steigen“, sagt der Busdorfer. Viele Betriebe werden erweitern. Er rechnet mit einem jährlichen Anstieg der Milchmenge von drei bis vier Prozent. „Die gesamte Milch muss von uns angenommen werden“, betont der Geschäftsführer. Im Gegenzug sind die Mitglieder verpflichtet, nur an die Meierei Holtsee zu liefern. Nachinvestitionen in den Gebäuden werden somit unumgänglich sein. „Die Nachfrage nach Milchprodukten steigt“, sagt Vaitiekunas. Der größte Teil der Milch wird verkäst, zudem werden aber auch Produkte wie Magermilch und Rahm vermarktet.

Erklärtes Ziel der Geschäftsführung ist außerdem der Erhalt Selbstständigkeit der Meierei. In Schleswig-Holstein gibt es noch zwölf Meiereien. Holtsee will auch weiterhin dazugehören.

 

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