zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

24. Oktober 2017 | 03:07 Uhr

Brachfläche wird Schmetterlingswiese

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Stadtgärtnerei und Nabu haben neben der Goosseeniederung ein neues, kleines Refugium für Schmetterlinge geschaffen

von
erstellt am 26.Jul.2017 | 06:46 Uhr

Vor den vom Naturschutzbund Deutschland, Ortsverband Eckernförde (Nabu), betreuten städtischen Wiesen in der Goosseeniederung befindet sich eine Brachfläche. Sie diente vor wenigen Jahren als Lagerfläche für Aushub aus dem dort befindlichen Regenrückhaltebecken. Die Fläche ist etwa 250 bis 300 Quadratmeter groß. Dort ist nach Nabu-Angaben eine wilde Wiese ohne nennenswerte Pflanzen entstanden. Dominant sind einige Grassorten, Schilf, Krauser Ampfer und andere. Im April kam ein Mitglied des Nabu auf die Ideen, dort eine blüten- und blumenreiche Wiese für Insekten, speziell für Schmetterlinge, anzulegen. Die nahe gelegenen Agrarflächen werden seit Jahren intensiv bewirtschaftet, blühende Pflanzen, Nahrung für Insekten, sind dort nicht mehr anzutreffen.

Dieser Vorschlag wurde der Stadtgärtnerei und dem Abteilungsleiter für Naturschutz und Landschaftspflege der Stadt, Michael Packschies, unterbreitet und fand sofort Unterstützung. Anfang Mai wurde die Fläche gemäht, von ehrenamtlich tätigen Nabu-Mitgliedern vom Krausen Ampfer befreit, von der Stadtgärtnerei zur Einsaat vorbereitet und eine bunte Blumensaat eingebracht.

Die Saat ist jetzt aufgegangen, und die ehemals grüne Fläche leuchtet in vielen Farben. An trockenen, sonnigen Tagen tummeln sich dort nun eine Vielzahl von Schmetterlingen, Solitärbienen, Hummeln und viele weitere Insektenarten. Wenn es nach dem Nabu geht, soll dieser Bereich auch in den kommenden Jahren als bunte Wiese und „Schlaraffenland“ für die rar gewordenen Insekten dienen.

Die älteren Bürger dürften sich noch erinnern, dass vor etwa 30 Jahren nach abendlichen Autofahrten die Windschutzscheiben an den Fahrzeugen voller toter Insekten waren. „Das ist heute nicht mehr der Fall“, sagt der ehrenamtliche Betreuer der Goosseewiesen, Jürgen Schmidt. „Diese Tiere, auch lebensnotwendige Nahrung der inzwischen bedrohten Fledermäuse und Singvögel, sind durch den Einsatz von Insektiziden in der industrialisierten Landwirtschaft sehr rar geworden. Erfreuen wir uns deshalb an dieser kleinen Oase bunter Blumen und den hier zu beobachtenden Schmetterlingen und Insekten.“ Schmidt dspricht von einer lobenswerten Aktion der Stadtgärtnerei und des Nabu hinzuweisen. Häufig zu beobachtende Schmetterlingsarten sind dort: Weißlinge, Kleiner Fuchs, Bläuling, Landkärtchen, Tagpfauenauge, Aurorafalter (nur bis in den Juni hinein), seltenener sind Waldbrettspiel, Perlmuttfalter, Ochsenauge und Schornsteinfeger. Weitere Gäste auf der neuen Blumenwiese sind eine Vielzahl von Hummelarten, Schwebfliegen, Solitärbienen und hin und wieder auch Honigbienen. Jürgen Schmidt motiviert alle Gartenbesitzer, diesem Beispiel zu folgen und ebenfalls eine Blumenwiese anzulegen. Die Samen seien für wenig Geld im Handel erhältlich. „Jeder Gartenbesitzer kann mit wenig Aufwand etwas für die stark bedrohte Arten tun, zum Beispiel den Rasen nicht jede zweite Woche mähen, Rasenfläche umbrechen und auf zwei bis vier Quadratmeter eine bunte Blumensaat einmischen.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen