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Eckernförder Zeitung

17. Oktober 2017 | 10:04 Uhr

Mutmacher : Botschafter der Landwirtschaft

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bauernverband will junge Bauern ermutigen, sich Kritik zu stellen und mit Vorurteilen aufzuräumen / Vortrag Dienstag in Osdorf

von
erstellt am 15.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Sie sei massiv, zum Teil nicht gerechtfertigt und demotivierend – die Kritik, der an der Landwirtschaft geübt wird. Diplom-Agraringenieur Sönke Hauschild vom Bauernverband Schleswig-Holstein beobachtet die Diskussionen unter anderem bei Facebook und weiß, wie sie gerade Jungbauern zu schaffen macht. Er sieht darin aber auch eine „große Chance“ und möchte junge Landwirte ermutigen, sie zu nutzen.

Die Vorwürfe, was Bauern alles falsch machen, habe es schon zu seiner Studienzeit gegeben, sagt Hauschild. Er ist ein Mann der Praxis, mit dem Betrieb seines Vaters aufgewachsen und betreibt heute noch eine kleine Tierhaltung mit Kühen. Heute werde Kritik organisiert geäußert durch Nicht-Regierungsorganisationen, so genannte NGOs, wie Greenpeace, Bund oder Peta. Jede für sich beziehe eine klare Position und verfolge sehr strikte Linien, berichtet Hauschild. Doch widersprächen sie sich in ihren Forderungen. So ist bei Facebook auf der einen Seite zu lesen, die Erzeugerpreise müssten steigen, um das ruinöse Wachse oder Weiche aufzuhalten. Von anderer Seite heißt es dagegen, rund ein Drittel aller Haushalte in Deutschland habe für Lebensmittel nur 135 Euro im Monat für einen allein stehenden Erwachsenen zur Verfügung – das reiche nicht für eine einigermaßen ausgewogene Ernährung. In der Debatte verwandte Schlagworte wie Agrarindustrie, Massentierhaltung, Tierfabriken oder Qualzucht träfen die Landwirte, weiß Hauschild, denn „die bäuerlichen Betriebe bei uns sind das alles nicht“.

Vielmehr seien die Landwirte „Bauern aus Leidenschaft“, über Generationen hinweg mit Begeisterung bei ihrer Arbeit und damit „die besten Botschafter der Landwirtschaft“, erklärt Hauschild. Bei der Vermittlung sieht er jedoch noch einigen Verbesserungsbedarf. „Bisher bringen wir nur Fakten rüber und wundern uns, dass sie nicht ankommen“, so der Agrar-Ingenieur. Ideen seien ebenso gefragt, wie Fingerspitzengefühl. So würden Hoffeste mit Betriebsbesichtigungen die Arbeit transparent machen und aufzeigen, wo sich Landwirtschaft verändern können muss. Wessen Weg zu seinem Feld mitten durchs Dorf führt, der sollte sonntags keine Gülle und generell langsam fahren, nennt Hauschild einige Beispiele. Er empfiehlt, immer auf die Menschen zuzugehen: „Öffentlichkeitsarbeit ist ein Produktionsfaktor.“ Manchmal brauche es auch einen Dolmetscher, weiß der Ingenieur, der unter anderem eine Postkartenaktion initiiert hat, in der Bauen auf humorige Art mit Vorurteilen aufräumen oder ihre Motivation für ihren Beruf darstellen.

Die Kritik und der Umgang damit ist auch Thema des Vortrags, den Hauschild am Dienstag, 18. Februar, bei der Winterversammlung des Bauernverbands, Bezirk Dänischer Wohld, in Dibberns Gasthof halten wird. Nicht nur die Landwirte der 110 Mitgliedsbetriebe, auch Gäste sind dazu willkommen. Beginn ist um 19.30 Uhr.


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