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Eckernförder Zeitung

17. Dezember 2017 | 15:44 Uhr

Schinkel : Botschafter der Indianer

vom

Wolfgang Moll aus Wasbek referierte über die Geschichte der Indianer und berichtete von seinen Besuchen im Reservat.

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2013 | 07:27 Uhr

Schinkel | Wer etwas über die Schlacht am Little Bighorn, Pocahontas oder das Massaker am Wounded Knee erfahren wollte, war in der Hans-Goerschen-Halle genau richtig. Bürgermeisterin Sabine Axmann-Bruckmüller hatte einen Indianer-Experten eingeladen: Wolfgang Moll kam mit seiner Frau Karin aus Wasbek.

Er referierte nicht nur anschaulich über die Geschichte der Indianer in Amerika und berichtete von seinen Besuchen im Reservat Sandy Bay am Lake Manitoba. Er hatte auch zahlreiche original Waffen und Gebrauchsgegenstände dabei. "Wir machen die Sachen alle selbst und zwar nur mit den echten Bestandteilen. Es ist uns wichtig, dass alles möglichst authentisch ist", sagte er.

Wolfgang Moll ist 65 Jahre alt. Als er vor 36 Jahren einen alten Remmington Revolver, Kaliber 44, bekam, begann er, sich mit der Geschichte Amerikas und der dortigen Waffenentwicklung zu beschäftigen und entdeckte dabei auch seine Leidenschaft für die Lebensart der Indianer. Er begann auf Western-Treffen zu fahren, wo er viele interessante Menschen kennen lernte. Darunter auch den Ojibwa-Indianer Donny Roulette, der mit seiner Familie zu diesem Zeitpunkt noch bei Kassel lebte. Nachdem Donny zurückgegangen war, besuchten Moll und seine Frau (49) das Ojibwa-Reservat in Zentralkanada und lernten eine für sie völlig neue Lebensweise kennen. Sie zeigten viel Interesse und wurden vom Stamm adoptiert. "Nach kanadischem Recht sind wir Stammesmitglieder der Ojibwa", erklärte Moll. Sie erhielten die indianischen Namen "Roter Vogelmann" und "Weiße Federfrau".

Inzwischen hat Wolfgang Moll einen langen weißen Pferdeschwanz und eine große Sammlung an indianischem Kunst- und Kulturgut. Den Besuchern des Nachmittags beschrieb er die abschreckenden Zustände in den meisten Reservaten, aber auch wie eindrucksvoll es ist, wenn einem in freier Prärie eine Bisonherde begegnet. Er berichtete von der Jagd der Indianer auf die imposanten Tiere und wie sie sie komplett verarbeiten. Neben dem Fleisch wurden auch Haut, Hörner und Sehnen genutzt. Die dünn geschabte Haut wird zum Beispiel für den Bau der Tipis verwendet, aus den Hörnern werden Trinkgefäße, Löffel oder Kämme gearbeitet, mit den Sehnen wird genäht. Mit dem Bisonhirn wird das Leder gegerbt, aus den Rippenknochen kleine Nadeln geformt, und die Bisonblasen werden zum Wassertransport benutzt. Die Zuhörer hatten die Möglichkeit, viele dieser Dinge in Händen zu halten. Auch die Waffen wie eine Gewehrkolbenkeule, ein Tomahawk, eine Steinkeule, eine Lanze oder ein selbst gefertigtes Messer machten die Runde.

"Das ist schon sehr beeindruckend", erklärte Sandra Fricke aus Schinkel, die mit ihrer Mutter zum Vortrag kam. "Es ist schön, nicht nur über die Dinge zu hören, sondern zu sehen, wie genau sie benutzt werden", sagte sie. Merle (5) war ganz angetan von den Ketten, und ihre Großmutter gab ihr eine aus. "Sie hat gut durch gehalten", sagte sie nach dem rund zwei Stunden langen Ausflug in den Wilden Westen. Wenn es nach Wolfgang Moll gegangen wäre, hätte der Nachmittag sich noch bis in den Abend ausgedehnt.

Wolfgang und Karin Moll bieten landesweit Workshops zu dem Thema Indianer, zum Beispiel in Grundschulen, an. Der Verkaufserlös kommt den Ojibwa-Indianern in Sandy Bay/Manitoba zu Gute. Weitere Informationen unter Tel. 04321/65 288 oder unter wmoll1@freenet.de.

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