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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 01:40 Uhr

Austausch : Borbyer und Esten bei Dänen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Borbyer Kirchengemeinde begrüßt Freunde aus Estland. 16 Männer und Frauen aus der Partnergemeinde Rapla besuchten die dänische Schule. Dort unternahm Schulleiter Peter Müller mit ihnen eine Reise in die Vergangenheit.

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2014 | 06:31 Uhr

Esten sehen sich eine dänische Schule in Deutschland an: Zehn Gäste aus dem Baltikum hat die Borbyer Kirchengemeinde zurzeit zu Besuch. Sie kommen aus der Partnergemeinde Rapla, mit der die Borbyer schon seit 20 Jahren freundschaftlich verbunden sind.

Seit 16 Jahren besuchen sich die Mitglieder immer im Wechsel. Diesmal haben die Borbyer für ihre Freunde ein umfangreiches Programm ausgearbeitet, darunter war auch der Besuch der Waldorfschule und der dänischen Jes-Kruse-Skole in Eckernförde. Schulleiter Peter Müller machte deutlich, wie freundschaftlich Deutsche und Dänen nach Zeiten des Krieges miteinander leben und wie sehr Minderheiten beiderseits der Grenze akzeptiert werden. Besonders die Volksabstimmung von 1920, in der die Bürger friedlich über den Grenzverlauf abstimmten, habe zu der Akzeptanz beigetragen. Die Demonstration der gegenseitigen Freundschaft war umso imposanter, je mehr man über das Verhältnis der Esten zur russischen Minderheit im Baltikum weiß. Das Verhältnis ist nach Jahrzehnten der Unterdrückung zu Zeiten der Sowjetunion nicht gut.

Die dänische Schule war auch in einer anderen Hinsicht gut gewählt, denn Dänen und Esten sind durch die Geschichte verbunden: Im Jahr 1219 hat der dänische König Waldemar versucht, Estland zu christianisieren. Bei Tallinn beteten die Dänen zu Gott, woraufhin laut einer Sage ein rotes Kleid mit einem weißen Kreuz vom Himmel schwebte. Die Farben hat Dänemark für die Nationalflagge, den Danebrog, übernommen. Er ist die älteste Nationalflagge der Welt.

Die Gruppe hat in der kommenden Woche noch viel vor, besucht Ziele in der näheren Umgebung, Flensburg und Hamburg. Morgen halten Borbyer und Esten ab 10 Uhr einen gemeinsamen Gottesdienst in der Borbyer Kirche.

Die Partnerschaft zwischen der Borbyer und der estnischen Kirchengemeinde ist durch dem damaligen Pastor Ulrich Rincke zustande gekommen. Er hatte auf einem Kirchentag in der DDR einen Propst aus Estland kennen gelernt. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR schlossen die Gemeinden eine Partnerschaft, in der es zunächst um materielle Hilfe für Estland ging. „Mittlerweile ist dies zu einer geistigen Freundschaft geworden“, sagt Ulrich Rincke. „Beide Gemeinden beten gegenseitig füreinander und miteinander.“

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