Borbyer Gilde : Borby hat einen neuen König: Thomas Lass

Hand in Hand mit den Juchfruun Lina Huber (l.) und Anja Mambrey marschiert der neue König Thomas Lass zum ersten Mal durch Borby, begleitet von Fahnenschwenker Joachim Fey (vorne rechts), dem Gildevorstand und vielen Borbyern.
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Hand in Hand mit den Juchfruun Lina Huber (l.) und Anja Mambrey marschiert der neue König Thomas Lass zum ersten Mal durch Borby, begleitet von Fahnenschwenker Joachim Fey (vorne rechts), dem Gildevorstand und vielen Borbyern.

Thomas Lass schießt sich beim Fest der Borbyer Gilde selbst zum König und löst damit seinen Vorgänger Manfred Luth ab.

shz.de von
16. Juni 2014, 05:52 Uhr

Die drei tollen Tage von Borby haben das Ende der Amtszeit von König Manfred Luth eingeläutet. Mit dem Weckruf am frühen Sonnabendmorgen beginnt das Gildefest – es ist der Aufruf der Schützen, einen neuen König durch das traditionelle Schießen zu ermitteln. Mit der Musik des Spielmannzugs Drums & Pipes und dem Blasorchester sorgen Pauke, Trommeln, Pfeifen und Trompeten dafür, dass jeder Borbyer erfährt: Es ist Gildezeit. Nicht nur Borbyer stehen parat, wenn es darum geht, die größte Gilde in Schleswig-Holstein mit über 1300 Mitgliedern zu feiern. Vorsitzender Lorenz Marckwardt und Bürgermeister Jörg Sibbel sowie Bürgervorsteherin Karin Himstedt und ihre Stellvertreterin Anke Göttsch führen den Zug an.


Seit 38 Jahren schwenkt Manfred Fey die Fahne


Fahnenschwenker Joachim Fey erwartet im schwarzen Anzug mit Zylinder und Amtskette die Borbyer Fahne, die nach dem Schwenken aus den Händen von Ole Marckwardt überreicht wird. Fey zeigt seit 1976 mit unzähligen gekonnten Auftritten seine Kunst.

Mit Sonnenschein und Musik geht der Marsch durch Borby zum amtierenden König Manfred Luth. Er begrüßt den Vorstand und die Gäste mit einem deftigen Frühstück. Danach geht es weiter zum Ältermann Günter Krause.


99 Schützen bewerben sich um das Königsamt


Der Aufruf der Schießlisten erfolgt von Gildeschreiberin Britta Schlegel im Festzelt. Spätestens hier zeigen sich die Veränderungen in diesem Jahr: Neben dem fehlenden Gildekrog, ist erstmals auch das Traditionskarussell nicht mehr dabei, weil der Betreiber aus Altersgründen aufgehört hat. Stattdessen lädt ein Kettenkarussell zur Abschlussfahrt am Montagabend ein. Und wegen erhöhter Auflagen musste das Festzelt woanders aufgestellt werden: Es steht nun mitten auf dem Dorfplatz und nicht mehr abseits auf dem Schulgelände. 99 Schützen haben die Möglichkeit, sich zum neuen König selbst zu schießen oder schießen zu lassen. Bis zum Ausmarsch zum Schießstand „Letzte Pappel“ werden die Zwölfer und Gäste von den Schaffern Bernd Klein, Dennis Michelsen und Torben Zacharias mit „Schimmel un Bruun“ (Korn und Braunbier) aus alten Zinnbechern verwöhnt. Danach geht der Umzug zum alten Pastorat in Borby.

Pastor Ole Halley begrüßt die Gilde: „Een besünners schönes Teken för de Tosamengehörigkeit is de Gillsprook ,Einer für alle, alle für Einen’. Wat uns noch verbind? Uns Hart sleit för Borby.“ Die tiefe Verbundenheit zur Kirche führt bis zu den Wurzeln der Gilde zurück.

König Manfred Luth schaut mit Wehmut auf seine Amtszeit zurück: „Es war schön, König in Borby zu sein. Hier gibt es so viel Herzblut für die Gilde und unsere Tradition und auch für unsere Heimatsprache. Für mich gehört die Gilde seit Kindesbeinen an dazu.“


Mit 314 Teilern zur Königswürde


Um 19 Uhr ist es soweit: Mit einem Tusch bedanken sich die Borbyer bei König Manfred Luth. Vorsitzender Lorne Marckwardt gibt den neuen König bekannt: Thomas Lass. Mit 314 Teilern hat er sich selbst zum König geschossen. Aus Marckwardts Händen erhält er seine Königskette und wird mit einem herzhaften Juchen der Juchfruun Anja Mambrey und Lina Huber begrüßt. Fahnenschwenker Joachim Fey zeigt das kunstvolle Schwenken der Gildefahne. Beim Ausmarsch zum Festzelt und dem Königsmahl im Gemeindehaus winken die Borbyer ihrem neuen König herzlich zu. Stolz ist Kim Lass (10): „Ich finde es toll und freue mich für meinen Vater.“

Allen Widrigkeiten zum Trotz ist die Gilde im Aufwind, die notwendig gewordenen Veränderungen haben zu mehr Zusammenhalt geführt. Gildeschreiberin Britta Schlegel und Vorsitzender Lorenz Marckwardt sind sich einig: „Dat weer een Barg Arbeit, bedüüt veel Tospraak to de Schaustellers, aver wi hebbt dat hinkreegen. Dat geiht nur, wenn all tohoop stahn.“

>Als neue Gildemitglieder wurden aufgenommen: Dennis Mambrey, Sönke Hay, Sönke Schmidt, Jenitha Feratoski, Karsten Baasch, Christian Engel, Timo Junjohann, Kaja Richter und Robert Richter.




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