Boote schweben ins Winterquartier

Die Boote müssen bis Ende des Monats aus dem Wasser geholt werden. Fotos: Hallstein(2)
2 von 2
Die Boote müssen bis Ende des Monats aus dem Wasser geholt werden. Fotos: Hallstein(2)

Hafenmeister Sven Drewes holt beim Segelclub Eckernförde die Boote vor dem Kälteeinbruch aus der Ostsee

Avatar_shz von
14. Oktober 2018, 17:57 Uhr

Ein bekanntes Sprichwort sagt: „Wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören“. Dies traf auch in den vergangenen Tagen für den Segelclub Eckernförde (SCE) zu, als bei sommerlichen Temperaturen und Sonnenschein ein Boot nach dem anderen aus dem Wasser kam.
„Am 31. Oktober ist Schluss, bis dahin müssen alle raus sein“, bestätigte Hafenmeister Sven Drewes, der seit Mitte September fast pausenlos mit seinen Helfern die tonnenschweren Yachten aus dem Wasser hebt und zunächst auf den Waschplatz bringt. Die Eigner können dort ihr Boot mittels Hochdruckreiniger von Algen und Seepocken befreien. So auch die „Abanto“ von Bernd Rüter und Thomas Siemsen, die als neue Mitglieder ihr Boot Anfang des Jahres auf dem Seeweg von Emden nach Eckernförde holten und hier zum ersten Mal kranten.
Erfahrung und Fingerspitzengefühl hat Drewes inzwischen für alle Schiffe entwickelt, denn je nachdem, wo der Propeller oder die Ruderanlage sitzt, darf der Gurt nicht ansetzen. Fast alle haben kleine Kranmarken, aber die sind nur ein Anhaltspunkt. „Wichtig ist, dass das Boot waagerecht hängt, das variiert manchmal, je nachdem, was an Bord noch gestaut ist“, weiß Drewes, der sich jeden Kranvorgang vom Bootseigner für die spätere Abrechnung auf dem Tablet per Fingerunterschrift abzeichnen lässt. Die eingebaute Waage lässt über das Bootsgewicht keinen Zweifel. Rund 1000 Boote krant Drewes über das Jahr, etwa 10 Prozent sind Dienstleistungen für auswärtige Bootseigner. Mehr als 300 Lagerböcke verwaltet der SCE, die im Sommer zu mehreren übereinander gestapelt werden und teilweise Privat- oder Clubeigentum sind. Jeder Bock ist individuell auf das jeweilige Boot eingestellt, so dass diese auch nicht austauschbar sind, sondern häufig auch mitten aus einem Stapel geholt werden müssen. Können die Freilieger am Anfang noch Platzwünsche äußern, haben die Hallenlieger bei ihren Terminen dazu keine Chance. „Etwas mehr nach rechts, jetzt gerade und Stop!“ Die Anweisungen für Roger Matthieu müssen präzise sein, wenn er mit dem Transportlader die Boote in die Hallen bugsiert. Manchmal sind nur wenige Zentimeter Platz zwischen den Booten, deren Lücken für den Fahrer unsichtbar sind, jedoch für Polier- oder Lackierarbeiten am Boot ausreichen müssen. Fast immer müssen die Bootspositionen vorher auf dem Papier ausgeklügelt werden, denn wenn ein Eigner sich mit einem größeren Boot verändert hat, passt der Vorjahresplan nicht mehr.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen