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Ratshalle : Boomgaarden holt Tresen und Aufzug der Ratshalle auf die „Andreas Gayk“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Ratshalle ist geschlossen, aber auf der Andreas Gayk wird sie weiterleben: Ratshallen-Eigentümer Katharina und Armin Heldt haben dem Gayk-Skipper Rieke Boomgaarden das Kneipeninterieur vermacht – inklusive Speisenfahrstuhl.

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2014 | 05:41 Uhr

Trübes Licht scheint durch die Scheiben der ehemaligen Kneipe. Dunkel ist es, und doch sind die grünen Holzpaneele an Wänden und Tresen deutlich zu erkennen. Unverkennbar: Dies ist das Interieur der Ratshalle. Drei Generationen lang war die Gaststätte in der St.-Nicolai-Straße nicht wegzudenken, zum Schluss betrieb Hans-Jürgen Burmeister sie über 30 Jahre lang. Mit seinem Tod im Dezember 2012 endete die erfolgreiche Kneipengeschichte. Doch ein Hauch der Ratshalle wird weiterleben.

Als Rieke Boomgaarden hörte, dass Katharina und Armin Heldt die Ratshalle gekauft haben und sie zu einem Laden und Ferienappartements umbauen wollen, sprach der Traditionsschiffer das Ehepaar an. Zusammen mit Wolfgang Beyer betreibt er die Andreas Gayk, den ehemaligen Butterdampfer im Hafen, und suchte noch Möbel, die zu dem Schiff aus den 70er Jahren passten. Sofort wurde man sich einig: Das Herz der Ratshalle wird auf der Andreas Gayk weiterleben. Gemeint ist der Tresen aus Edelstahl, der mit grünen Holzpaneelen verkleidet ist. „Es ist unglaublich“, sagt Rieke Boomgaarden. „Wir werden wahrscheinlich nur vier Zentimeter auf einer Seite absägen müssen, damit der Tresen passt.“ Auch die Holzverkleidungen, Barhocker und sogenannte Kapitänsstühle haben die beiden Skipper übernommen. Wer also später im Grünen Salon der Andreas Gayk sitzt, wird an die Ratshalle erinnert.

Doch nicht nur das Herz der Ratshalle übernehmen die beiden Skipper – auch die Speiseröhre: Der Lastenfahrstuhl, der bislang Speisen und Geschirr zwischen der Küche im ersten Stock und der Gaststätte im Erdgeschoss transportiert hat, passt nämlich wie die Faust aufs Auge. „Erst meinte Armin Heldt aus Scherz, dass wir auch den Fahrstuhl haben können“, erzählt Rieke Boomgaarden. „Dann habe ich nachgesehen, und in den Original-Papieren unseres Schiffes die Bedienungsanleitung für diesen Lastenfahrstuhl gefunden.“ Dabei handelt es sich um einen „Rud.Prey“ aus Kiel aus dem Jahre 1982 mit einer Tragfähigkeit von 50 Kilogramm. „Genau dieses Modell war früher auch auf der Gayk eingebaut.“ Der 80 mal 80 Zentimeter breite Fahrstuhlschacht auf dem Schiff erstreckt sich über alle vier Decks. Mit ihm konnten Speisen und Getränke in Sekundenschnelle von der Küche bis aufs Oberdeck gebracht werden. Später wurde der Fahrstuhl ausgebaut, der Schacht mit einer Leiter versehen und als Fluchtweg genutzt. Jetzt soll er seiner ursprünglichen Bestimmung wieder zugeführt werden.

In den kommenden Tagen werden Rieke Boomgaarden und Wolfgang Beyer den Fahrstuhl, der mit einem Drahtseilsystem funktioniert, aus der Ratshalle ausbauen und wie den Tresen zu gegebener Zeit in ihr Schiff integrieren. Nach dem Roten und dem Bunten Salon nimmt dann auch der Grüne Salon – der größte Saal des Schiffes – Formen an. „Es ist toll, was die beiden hier mit der Andreas Gayk geschafft haben“, sagt Armin Heldt. „So ein Engagement muss man unterstützten.“

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