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Ehemalige Mülldeponie wird renaturiert : Blumenwiese aus der Hochdruckkanone

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Rekultivierung auf der ehemaligen Mülldeponie Alt Duvenstedt ist abgeschlossen. Jetzt werden Gras- und Kräutersamen aufgebracht,

Noch zieht ein Unimog seine Kreise auf dem Bauabschnitt II der ehemaligen Mülldeponie in Alt Duvenstedt. Nächste Woche werden dort Sträucher angepflanzt – danach ist das Areal sich selbst überlassen. Die 43  000 Quadratmeter große Fläche, die derzeit noch mit kargem Charme besticht, ist in den vergangenen Monaten rekultiviert worden. Darunter versteht man in diesem Fall die endgültige Abdeckung von mehreren 100  000 Kubikmetern Haus- und Gewerbemüll. Dieser war dort von Mitte der 1990er-Jahre bis nach der Jahrtausendwende entsorgt worden.

Die Arbeiten an dem zweiten von insgesamt vier Bauabschnitten seien etwas schneller abgewickelt worden als ursprünglich geplant, weiß Steffen Penning vom Ingenieurbüro BN. Erst im November vergangenen Jahres habe man ein Testfeld angelegt, um die beste Vorgehensweise in diesem konkreten Fall zu ermitteln. „Wir wollten ein möglichst naturbelassenes Profil“, berichtet Penning. Mittlerweile sind sieben Lagen auf den Müllberg aufgebracht worden: unter anderem Ausgleichs-, Gasdrain-, Dichtungs- und Entwässerungsschichten. Insgesamt ist der neue „Deckel“ gut zwei Meter dick. Ziel ist vor allem, dass kein Niederschlag bis zu dem Abfall durchdringen kann. „Wir haben ein dreifaches Dichtungssystem verarbeitet. So stellen wir den Grundwasserschutz sicher“, erklärt Roland Knabe von der Firma Strabag, die für die Bauausführung zuständig war. „Wir haben alles uns Mögliche getan, nach Menschenermessen kann nichts passieren“, ist sich auch Ralph Hohenschurz-Schmidt, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde, sicher. Die verarbeiteten Materialien seien immer auf dem aktuellen Stand der Technik.

Insgesamt neun Firmen waren seit Jahresbeginn mit den Arbeiten betraut. Der Kreis muss dafür 4,6 Millionen Euro zahlen. Das Geld stammt aus einer Rücklage, die aus Abfallgebühren und -entgelten gebildet werden konnte. Auch die Rekultivierung der beiden noch folgenden Bauabschnitte sowie der laufende Sicherungsbetrieb der Altdeponie werden aus dieser Rücklage finanziert. Mit dem dritten Bauabschnitt soll schon im kommenden Jahr begonnen werden, berichtet Reimer Tank, Vorsitzender des Umwelt- und Bauausschusses beim Kreis. „Nun werden aus den Duvenstedter Bergen echte Berge“, freut er sich. „In Alt Duvenstedt war die Mülldeponie lange ein Reizthema durch den Müllgeruch. Was jetzt entsteht, ist viel schöner und vielleicht sogar für den Tourismus nutzbar“, blickt er in die Zukunft. Auch der Bürgermeister der Gemeinde, Peter Orda, zeigt sich „froh und dankbar“, dass die Arbeiten so schnell abgeschlossen werden konnten. „Wenn Absackungen und Gasbildung ausgeschlossen werden können, können in ein paar Jahren die Zäune entfernt und hier schöne Wanderwege angelegt werden“, so Orda. Er hofft schon im nächsten Jahr auf Blumenwiesen auf dem einst ungeliebten Müllberg.

Damit das Realität werden kann, wird derzeit noch vom Unimog aus eine Spritzbegrünung auf den Flächen verteilt. Mit Pumpen und Hochdruckkanonen wird so ein Gemisch aus Saatgut, Dünger, Wasser, Mulchfasern und Erosionsschutzmitteln aufgebracht. Im Tank: Gras- und Kräutersamen. Stellenweise grünt es schon.

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erstellt am 08.Okt.2015 | 06:43 Uhr

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