Erfolg : Blumen-Protest zeigt Wirkung

Dirk Hundertmark (CDU-Ortsvorsitzender), Daniel Günther, Olaf Reese (Bauauschussvorsitzender) und Bürgermeisterin Sabine Axmann-Bruckmüller pflanzen die letzten Blumen.
Dirk Hundertmark (CDU-Ortsvorsitzender), Daniel Günther, Olaf Reese (Bauauschussvorsitzender) und Bürgermeisterin Sabine Axmann-Bruckmüller pflanzen die letzten Blumen.

Pflanzaktion der Schinkeler CDU wies seit 2013 auf schlechten Zustand der L 46 hin. Straße soll jetzt im Sommer saniert werden

shz.de von
19. April 2018, 06:57 Uhr

Schinkel | „Wir sind 1980 nach Eckholz gezogen. Da war die Straße ein paar Jahre vorher saniert worden“, erinnerte sich Renate Eltzschig kürzlich und an drei defekte Federn am Familien-Auto. „Wir können natürlich nicht beweisen, dass diese Straße schuld daran war.“ Die jungen Leute erinnern sich nicht mehr an den einstigen guten Straßenzustand. Sie kennen die L 46 nur im gegenwärtigen „Flickzustand“. Schinkeler und Neuwittenbeker kämpfen seit 2013 für die Sanierung der Straße, der wichtigsten Verbindung nach Gettorf.

„Als 2013 die Gemeindestraße Roggenrader Weg saniert wurde, hatten wir die Idee, dass wenigstens das besonders schlechte Stück an der Kreuzung zum Roggenrader Weg gleich mitgemacht werden könnte. Das war aber nicht möglich, weil es eine Landesstraße ist“, so Dirk Hundertmark, CDU-Vorsitzender in Schinkel. Die CDU Schinkel organisierte im Frühjahr 2013 die erste Pflanzaktion an der Straße. Seitdem wurden jedes Jahr im April Vergissmeinnicht gepflanzt, seit 2014 gemeinsam mit der CDU Neuwittenbek. „Gut 300 Pflanzen haben wir über die Jahre gepflanzt“, so Hundertmark. Immer mit dabei war Wahlkreisabgeordneter Daniel Günther (CDU) und CDU-Kreistagsabgeordneter Tim Albrecht. 2014 brachte die CDU in die Schinkeler Gemeindevertretung eine Resolution ein, in der die Sanierung der L 46 gefordert wurde. Die SPD unterstützte das Anliegen und stimmte ebenfalls für die Resolution. Geändert haben diese Aktionen am Zustand der Straße nichts. „Diese Straße war nicht im Landesplan“, erinnerte sich Ministerpräsident Daniel Günther, der sich als zuständiger Landtagsabgeordneter vergeblich für eine Sanierung einsetzte.

Dieses Schicksal teilte die L 46 mit anderen Landesstraßen, die nicht relevant genug waren, um im Landesplan berücksichtigt zu werden. Nun stehen die Vergissmeinnicht-Pflanzer kurz vorm Ziel. „Im Dezember 2017 kam der Bescheid vom Land“, freute sich Hundertmark. Die Jamaika-Koalition hatte den Topf für die Sanierung von Landesstraßen aufgestockt. 105 Millionen Euro sind in diesem Jahr drin, 90 Millionen in den Folgejahren. So soll der Sanierungsstau abgebaut werden, auch bei Landesstraßen, die bisher nicht im Plan waren. Spätestens zum Ende der Sommerferien 2018 soll die L 46 saniert sein. Der genaue Baubeginn steht noch nicht fest. „Je eher, desto besser“, sagte Bürgermeisterin Sabine Axmann-Bruckmüller, die bei der Pflanzaktion mit dabei war. Insgesamt soll die Straße für 2,8 Millionen Euro auf einer Länge von 4,9 Kilometern saniert werden, von Butterkampf bis Eckholz (Ecke K 90). Die Mittel sind im Impulsprogramm 2030 eingestellt.

Die Stimmung bei den etwa 50 Pflanzern und Zuschauern, die an diesem nasskalten Apriltag an die Kreuzung am Ortseingang von Eckholz gekommen waren, war sehr gut. Denn ihr Ziel ist in greifbare Nähe gerückt.

Ministerpräsident Daniel Günther pflanzte die letzten Vergissmeinnicht. Zusätzlich wurden Anemonen gepflanzt. Die Kreuzung zum Roggenrader Weg ziert jetzt ein rot-blau-grüner Schriftzug „L 46“ aus Anemonen. Nach der Arbeit wurde gefeiert. Ein bisschen mehr als die Jahre vorher. Ein wenig Wehmut war auch dabei, denn ist die Straße erst saniert, fällt der Grund für die Pflanzaktion weg. „Wir werden uns dann einen neuen Grund für eine Pflanzaktion überlegen müssen.“, scherzte der Ministerpräsident.

Einige Bürger hätten sich gewünscht, dass nicht nur die Straße saniert wird, sondern auch gleich ein Kabel für schnelles Internet in die Erde kommt und ein Fahrradweg gebaut wird. „Vor etwa 30 Jahren haben wir eine Unterschriftenaktion für einen Fahrradweg gemacht“, erinnerte sich Ina Eggert. „Für die Sicherheit der Schüler, die nach Gettorf fahren, wäre ein Radweg wichtig. Wenn die Straße erst saniert ist, werden die Autos noch schneller fahren.“ Für den Fahrradweg reicht das Geld erst einmal nicht.

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