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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2017 | 12:57 Uhr

Blues mit Seele und Leidenschaft

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 25.Okt.2013 | 00:33 Uhr

„Wie ein Metronom, der Mann! Man sieht, dass er auch mal Schlagzeug gespielt hat.“ Michael Bauer aus Schwedeneck ist voller Anerkennung für den Musiker, der seinem Publikum eben mal wieder ein intimes und intensives Konzert hingelegt hat. Tim Lothar Petersen, „Danish Blues Artist“ des Jahres 2008, war zum zweiten Mal in der Carls Lounge und wühlte auch diesmal die Leute auf – an seiner Seite der Hamburger Harpspieler Holger „HoBo“ Daub.

Da ist „Papa told me“, der Song über seinen Vater, der ihn immer in seinen Musikerplänen bestärkt hat – denn „Money’s got no soul“ (Geld hat keine Seele). Da ist „Ride train ride“ über eine graue Zugfahrt am Ende des Winters, das so viel Kraft ausstrahlt, dass man sich fragt, wie viel PS der kraftstrotzende Zug aus Slide-Gitarre und Harp wohl haben mag; Petersen betankt die Lok mit dem Feuer seiner Gibson, fährt jeden Kilometer Schiene mit dem Bottleneck ab, Daub bringt Leben in die Landschaft und Tiefe in den Blick rundum.

In „See what you have become“ beweint Petersens ausdrucksvolle und wandelbare Stimme den zum Alkoholiker mutierten Freund, ziehen Gitarre und knarrend klagende Mundharmonika die Zuhörer dahin, wo sie sie haben wollen: an der Kehle in den Sumpf. Unglaublich schön und aus der Tradition des Delta Blues fallend: „Easy Baby“. Dieses Stück wird durch das wunderbare, von Sonny Boy Williams, Little Walter oder Rod Piazza beeinflusste Harpspiel, die hypnotische, intensiv modulierte Stimme und die fast im eigenen Puls widerhallenden Bluesriffs, zur emotionalen Zeitbombe. Diese Stücke packen. Fast besessen scheint Petersen sich die Songs von neuem zu erspielen, hebt er sie Abend für Abend wieder aus der Tiefe. Und diese Songs, obwohl meist als Blues umschrieben, haben eins ganz sicher: Soul, Leidenschaft. Danke, Vater Petersen.



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